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Königs, daß die Ihrige nicht auf ein einer so großen Wohlthat unwürdiges Haupt gefallen ist".

„Redet, Philipp Asselin, redet", sagte Vivonne, dessen ritterlicher Sinn sehr die romanntischen Abenteuer liebte, und der nicht an der Aufrichtigkeit und Offenherzigkeit seines jungen Schützlings zweifelte.

„Ich bin der Sohn des Wilhelm Asselin von Novi, court, eines armen Edelmannes aus der Normandie", be- gann der junge Mann, „der weder Güter, noch Renten, noch Schlösser besaß. Mil dreizehn Jahren ergriff er die Waffen und wurde in der Folge durch seine Tapferkeit Lieutenant der Garden deS Herrn Marschalls Duplessis- PraSlin."

„Euer Vater war also dieser brave Novicourt, den ich, noch ganz jung, als ich meine ersten Feldzüge als Freiwilliger unter dem Marschall Duplessis machte, so wohl gekannt habe?" rief Vivonne.

„Derselbe, Herr. Noch unmündig, verlor ich meine "Rutter, einige Jahre später auch meinen Vater, den die Strapatzen deS Krieges und häusliche Sorgen erschöpft hatten, und ich wurde Waise ohne Vermögen; denn wie Ihnen nicht unbekannt sein wird, brachte der Gardendienst eines Marschalls von Frankreich eher Ehre und Ruhm, alS großen Gewinn."

„Ich weiß es", sagte der Herzog ;" doch waS wurde nun aus Euch, armes Kind?"

„Mein Vater vertraute mich auf seinem TodeSbette einem seiner alten Freunde an, der mühselig sein Brod unter den Gewölben deS großen Gerichtssaales des Justiz- palasteS von Paris mit Ausfertigung von Klagschriften, Gesuchen ic. für die Kläger verdiente. Es war daS Testament deS Eudamidas. Der gute Guillard, denn so ist der Name dieses Freundes, akzeptirte das Vermächtniß meines sterbenden Vaters und nahm mich von da an Kindesstatt an."

„Der brave Mann! — Doch fahret fort."

„Guillard brachte mich auf das Gvmnasium von Harcourt, um da meine Ausbildung zu erreichen. Ich lernte mit Erfolg; doch je mehr mir die Vernunft kam, um so mehr dachte ich an die großen Opfer, denen sich mein zweiter Vater unterziehen mußte. Ich erröthete über daS Brod und den Unterricht, den ich erhielt, weil dieses Brod und dieser Unterricht der Preis vieler Nachtwachen und mühevoller Arbeiten desjenigen edel- müthigen Mannes waren, der Vaterstelle an wir vertrat. Ich konnte nicht länger den Gedanken ertragen, fortwäh­rende Steuern auf Kosten der nothwendigsten Bedürfnisse deS Herrn Guillard zu erheben, und beschloß, ihn von diesem lästigen Tribute zu befreien und hatte doch eine außerordentliche Lust am Studium. Ich war schon ziem­lich weit vorgeschritten; aber Kenntnisse auf Unkosten deS

Zartgefühls und des Herzens zu erlangen, schien mir ein Verbrechen."

„Schön, schön, mein Kind", unterbrach ihn gerührt der Herzog.

„Herrn Guillard gegenüber mußte ich Vorsicht g« brauchen; hätte ich ihm meine Besorgnisse gestanden, er

würde bös geworden sein und mich gezwungen haben, meine Studien fortzusetzen; denn eS ist ein Mann von altem Schrot und Korn, dessen Charakter ebenso unbeug- sam ist, als sein Herz gut und aufopfernd. Ich beschloß, List zu gebrauchen und so viel als möglich die wahren

Beweggründe meines Betragens ^u verdecken. — Aber verzeihen Sie, Herr, daß ich Sie so sehr in diese kindn schen Kleinigkeiten einführe, und entschuldigen Sie mein! Weitschweifigkeit mit meinem Wunsche, vor Ihren Augen

gerechtfertigt dazustehcn."

„Fahretfort, fahret fort, Philipp", entgegnete Vivonne, | „die Abenteuer eines wüthigen Mannes sind immer in­teressant zu vernehmen."

„Ich sagte alsdann meinem Pflegevater, daß ich keinen Beruf mehr für daS Studium fühle; er zürn« meinem Mangel an Eifer; aber ich ließ mir nicht abra- then und belästigte ihn so oft, bis er mir endlich sagte: Mein lieber Sohn, ich sehe mit Kummer, daß es W zur fixen Idee geworden ist, Deine Studien aufzugebcn; ich will Dich nicht weiter zwingen; und im Ganzen ist es dann doch besser, ein geschickter Künstler als ein Halbgelehrter zu sein.

Ich willige denn ein, unter Vorbehalt der Genehm gung dessen, was Du wünschest. So wähle Dir dem den Stand, welchen Du ergreifen willst. — Meine Wasi dauerte nicht lange. Ich erklärte meinem Pflegevater, daß ich Goldarbeiter werden möchte. „So gehe denn, erwiderte wir Guillard, und bemühe Dich, so berühr und geschickt zu werden wie St. Eloi". (Forts. folg!,)

Napoleon im Munde des französische Volkes.

(Schluß.)

Nun glaubte man, Frankreich sei völlig gedemüthigl und in den Staub getreten. Nichts davon. Beim An­blicke des AdlerS stand eine Nationalarmee schlagfertig unter den Waffen und wir marschiren Alle nach Water­loo. Hier läßt sich die Garde zusammcnhauen. Napo­leon in voller Verzweiflung, wirft sich an der Spitze der Uebrigen dreimal den feindlichen Kanonen entgegen, ohn! den Tod zu finden. Wir, wir haben daS selbst mit an­gesehen ! Die Bataille geht verloren. Am Abende ruß