Orients, Spaniens, Europas und Rußlands. Er will alle Fremden zusammenhauen, um ihnen Respekt vor Frankreich einzuflanzen, und läßt sie bis unter die Mau- ern von Paris kommen, um sie mit einem Streiche zu vernichten, und sich durch eine Schlacht, die größer sein sollte, als alle anderen, durch eine Hauptschlacht, auf )en höchsten Gipfel des Genies emporzuschwingen. Aber die Pariser haben Angst für ihre Haut und für ihre ! Zwel-SouS-Boutiken. Sie öffnen die Thore. Nun fan« s gen die Ragusaden an, man übertölpelt die Kaiserin, und )Lngt die weiße Fahne zu den Fenstern heraus. Endlich verrathen ihn auch noch die Generale, seine besten Freunde, und gehen zu den Bourbonen über, von denen sie ... . niemals hatten reden hören. Da nahm er Abschied von uns zu Fontainebleau."
„Soldaten I . . . ." . !
„Ich höre ihn noch, wie wenn es erst heute gewe-! sen wäre, wir weinten Alle, wie die Kinder. Die Adler, ! die Fahnen waren niedergesenkt, wie bei einer Beerdigung; , denn Euch darf man DaS wohl sagen, es war dies daS < Leichenbegräbniß des KaiserthumS, und seine sonst so schönen Armeen waren nichts mehr, als Skelette von Soldaten. So sagte er denn zu unS im Hofe seines Schlosses: „Meine Kinder! wir sind durch Verrath besiegt worden, aber wir werden uns wiedersehen im Himmel, dem Vaterlande der Braven. Vertheidigt meinen Sohn, den ich Euch anvertraue: ES lebe Napoleon II."!
„Er wollte sterben; und damit Niemand den besiegten Napoleon sehen sollte, nimmt er Gift, womit man ein ganzes Regiment hätte umbringen können; aber das Gift that ihm nicht so viel! Nun geht ihm ein Licht auf; er gewinnt die Ueberzeugung, daß er unsterblich sei. Gewiß seiner Sache, und voll des festen Glaubens, daß er immer Kaiser bleiben werde, begibt er sich auf einige Zeit nach einer Insel, um daS Temperament Derjenigen zu studiren, die nimmer aufhören, Dummheiten auf Dummheiten ohn' Ende zu machen. Während Frank- ihn verbannte, wußten die Chinesen und die Thiere von der asrikanischen Küste recht gut, daß er etwas ganz Anderes sei als ein Mensch; sie hegten alle Achtung vor seinem Sommerpalaste, und sagten, eS wäre ein Angriff gegen Gott, wenn man denselben nur anrühren wollte. Er herrschte über die ganze Welt, während ihm Jene sein schönes Frankreich beschmutzten und verdarben."
„Nun schiffte Napoleon sich plötzlich auf der nämlichen Nußschale auf der er Egypten verlassen hatte, ein, sâhrt den englischen Schiffen an der Nase vorbei, setzt den Fuß auf französischen Boden, Frankreich erkennt ihn, der Kukuk fliegt auf und davon, ganz Frankreich jauchzt ihm entgegen: „Es lebe der Kaiser!" Und es war ein wahrer Enthusiasmus, den dieses Wunder aller Jahrhunderte
hervorgerufen hatte. Die Dauphine hielt sich ganz trefflich. Und ich, wie in meinem Innersten befriedigt war ich, als ich erfuhr, baß man da geweint habe, wie man feinen grauen Ueberrock wieder sah! Den 1. März steigt Napoleon mit 200 Mann ans Land, um das Königreich Frankreich und Navarra zu erobern, das auch bereits am 20. desselben Monats wieder zum französischen Kaiserreiche geworden war. An diesem Tage war der Mann in Paris, nachdem er allen Unrath fortgekehrt hatte; er hatte sein theures Frankreich wieder gewonnen, er versammelte seine Truppen und sagte zu ihnen die zwei Worte: „Hier bin ich"! Das ist daS größte Mirakel, bas Gott hat geschehen lassen! Hat wohl vor ihm je irgend ein Menschenkind ein Kaiserreich errobert, ohne irgend etwas Anderes zu zeigen als seinen Hut?
(Schluß folgt.)
Das heutige Jerusalem.
Die heilige Stadt Jerusalem liegt 8 Meilen von Joppa und 5 Meilen vom Jordan. Sie breitet sich am Abhange des Berges Sion aus. Die Südseite neigt sich in'ö Thal Hinnon. Die Ostseite ist die schönere. Die Stadt ist mit starkeu Festungswerken versehen und hat 5 Thore: daS goldene-, das Damaskus«, das Sions-, daS St. Stephans- und das Bethlehems-Thor. Das alte Jerusalem scheint keinen größeren Umsang, denn daS heutige gehabt zu haben, als etwa nördlich hinaus; heute hat eS noch drei Meilen im Umfang, Man zählt jetzt nur 20,000 Einwohner: 10,000 Juden, 5000 Christen, 5000 Türken, die sich von der Menge der Pilger, vom Verkaufe von Kreuzen, Rosenkränzen und Reliquien ernähren. Zu Christi Zeit soll eS über 100,000 Köpfe gezählt haben; eS wurde mehrmals zerstört: 500 v. Christi von Nebukadnezar; 70 nach Christi von Titus und 67 Jahre später vom Kaiser Hadrian. Den Moslems gerieth eS 637 in die Hände, hierauf den Kreuzfahrern 1099, dann wieder den MoSlemS.
Das alte Jerusalem mit dem Mehrtheil seiner heiligen Denkmäler ist von dem Erdboden verschwunden; aber der Anblick deS Landes, auf dem eS einst stand, ist immer derselbe geblieben , nur ist an die Stelle des einstigen Lebens und Gewühle Oede und Zerstörung getreten. Die Straßen der Stadt sind eng, schlecht gepflastert und verödet; man begegnet fast Niemanden. Die Häuser haben ein armseliges Aussehen. Die Klöster gleichen Festungen, wegen der sie umgebenden hohen und dicken Mauern. Die Juden und Christen erscheinen, aus Furcht, die Habsucht der Türken zu erregen, stets in bettlermäßiger Kleidung. Ein feierliches Ansehen erhält Jerusalem bei An-
