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Hinaus! hinaus! durch die hintere Gartenthüre, wo die Strahlen der Sonne das Laubwerk des Buchenwäld­chens rötheten. Da zwitscherten die Vögel so lieblich und Schulmeisters Herz, es zwitscherte mit: Vierviertel-Takt, Achtel- und Sechszehntheile. — Sonntag! Ja! das war der Tag des Herrn, der Ruhetag. Wilhelmi's Gemüth, all die heißen Wünsche, sie waren beschwichtigt. Eilenden Schrittes ging er hinüber nach dem Dörfchen, das über der Elbe lag. Einen Glücklichern hatte der alte Fähr­mann noch nicht über die Elbe gesetzt, als heute.

Mit den Worten: „Maria! ich bin der Deine!" stürzte er seiner Braut in die Arme und Freudenthrânen perlten aus seinen Augen.

Hier, lieber Leser, laß mich enden. Wo das Reich der Worte aufhört, beginnt das Reich der Töne. Ich bin nicht Tonkünstler, ich bin ein schltchter Schriftsteller und um das Ganze so zu beschreiben, was jetzt die beiden glücklichen Herzen empfanden, da müßte ich das sein, was der brave Kantor auf der Orgel war — ein Virtuose.

Die Waise auf dem Friedhof.

Kummervoll mit leisem Tritte, In des Sterbens düstrem Kleid Schritt Marie aus ihrer Hütte, Zu deS Friedhofs Einsamkeit, Und so ging sie zu dem Grabe, Ihres Heißgeliebten hin, ' Brachte ihm, als letzte Gabe, Rosen und beweinte ihn.

Nacht war'S, eine heil'ge Stille, Rings umher in der Natur, Und es senkte sich die Fülle Phöbes über Hain und Flur, Melancholisch durch die Lüfte Bis zum stillen Grabe drang, Von dem nahgelegnen Dorfe Eines Glöckleins Heller Klang.

O daS Glöcklein, o sein Schallen Rief sie und stürzt hin zum Grab, Und die blonden Locken wallen

Auf die müde Brust herab, Und als kaum der Morgen graute, Und der Gräber trat einher, Und er hin zur Jungfrau schaute, Fand er lebend sie nicht mehr.

S. K.

Miszellen.

Aus Braunschweig vom 22. Okt. wird geschrieben Gestern versuchte auf dem hiesigen Bahnhöfe ein Fremder bei bei Bahngeldeinnehmer einen von den Cigarren-Umschlägen, welch so große Aehnlichkeit mit Kassenschein« haben, für einem Füns thalerschein anzubringen. Dieser, den Betrug merkend, läßt ih festnehmen, die Polizei findet bei der Durchsuchung noch mehren falsche Papiere bei ihm »nd schickt ihn ins Untersuchungsgefâng- niß, wo ihm, gegen Mittag angekommen, um 12 Uhr Essen ge­bracht wird. Eine Stunde später wird er mit seinem Taschentuch am Ofen erhängt, todt und schon ziemlich kalt und starr gefunden so daß er gleich nach 12 Uhr den Selbstmord vollbracht Haie« muß. Nach seinen Angaben ist der Unglückliche der HandelS- mann Heinemann Naumann, 32 Jahre alt, aus Naumburg.

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Eine gewöhnliche Taschenuhr pickt 17,160 Mal in cim Stunde, folglich 411,840 Mal in einem Tage und 150,424,560 Mal in einem Jahre. Bei sorgfältiger Behandlung geht em Taschenuhr zuweilen 100 Jahre richtig, und würde sie dm 15,642,456,000 Mal picken. Eine Uhr ist von hartem Mktâ! gemacht; aber es gibt eine andere Maschine, die aus weit weicht rem Stoff besteht und doch 5,000 Mal in einer Stunde f$lâgl 120,000 Mal in einem Tage, 43,830,000 Mal in einem Zahlt Sie dauert auch wohl, jedoch nicht oft, 100 Jahre und rote i dann 4,383,000.000 Mal schlagen, Man sollte denken, dith j Maschine müßte, da sie so weich ist, sich schneller abnützen, alSdik ; andere, aber dem ist nicht so. Jedermann hat diese kleine â- ; sch ine bei sich und kann ihren Schlag fühlen, sie ist das H erz.

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Seit 1783, wo die Luftballons erfunden wurden, sind 250 Luftschiffer in Europa aufgestiegen, unter denen sich einunddm- ßig Damen befunden haben, nämlich sechsundzwanzig FranM nen, fünf Deutsche, eine Italienerin und eine Engländerin, Per- unglückt sind dabei mit dem kürzlich umgekommenen englische» Lieutenant Gale im Ganzen zehn, worunter sich nur eine DM, die unglückliche Madame Blanchard, befindet.

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Im englischen Parlamente saßen die berühmtesten ®tWtR i zwanzig Jahre und noch länger, ohne ein Wort zu reden. Man ! weiß, daß Newton nur einmal im Unterhause sprach, und dies ; einzigemal nur, um zu begehren, daß ein zerbrochenes Fen^r ! hergestellt werde.

_____________ ____— Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag den 16. November. Des Teufels Antheil Komische Oper in 3 Abtheilungen. Musik von Auber.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.