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Er wollte daS Leben Phil. Asselins retten, indem er die Gefahren vermindern wollte, die dieser noch zu bestehen hatte.

VivonneS Befehl wurde mit außerodentlicher Schnel­ligkeit vollzogen; in einem Augenblicke waren alle Ga­leeren durch eine schräge Bewegung hintereinander, weni­ger als 6 ArmSlângen vom Ufer, aufgestellt. In dieser Position trat die Infanterie mit einem wohlunterhaltenen Feuer hervor, während dessen sich mehrere hundert Freiwillige, die Sâbel im Munde, schwimmend auf das Ufer warfen und gegen die spanischen Bataillone einhieben, die, er­schreckt und entmuthigt durch so viele Kühnheit, das Fer­sengeld zahlten und Vivonne und seinen Truppen den Kampfplatz überließen. Der Sieg war vollständig; und man hörte schön von weitem die Glocken der Stadt, welche die Befreiung von der Tyrannei und die Ankunft der Franzosen feierten.

Phil. Asselin stieg nun ganz blutend von seinem glorreichen Piedestal wieder herunter und richtete seine Schritte gegen die verpönte Bank, die er eben verlassen hatte, um seine Ruder wieder zu ergreifen.

„Wohin gehst Du" ? fragte ihn Vivonne.

„Meine Eisen und meine Ruder wicdernehmen, Herr", erwiderte der Gefangene.

„Der Mann, der Angesichts des Feindes mit seinem Blute die Fahne Frankreichs bedeckt hat, kann nicht mehr Gefangener sein. Die Feuertaufe hat Dich bis auf die letzten Spuren von Deinem Verbrechen gewaschen. Wenn Du Verbrecher bist", rief Vivonne mit lauter Stimme, „so bist Du frei, Philipp Asselin, und im Namen deS Königs", fügte der Admiral, seinen Hut abnehmend, hin­zu, breche ich Deine Eisen und gebe Dir 500 Louis; ein Held muß wieder ein ehrlicher Mann werden".

„Ach, mein Herr"! rief Philipp auf, „mein Herr"! Der junge Sträfling konnte nicht mehr weiter reden; daS Uebermaß der Freude, mehr als sein Blutverlust, machten ihn ohnmächtig; er fiel ohne Bewegung zu den Füßen des Herzogs.

„Man trage die größte Sorgfalt für diesen ssungen Mann, sagte Vivonne zu seinen ihn umstehenden Offizie, ren, und schicke ihn ja nicht zurück nach Frankreich, ohne daß er mir vorgestellt worden sei".

Mit diesen Worten begab sich der Admiral an'S Land und stellte sich an die Spitze seiner Truppen, um in Messina, deren Thore sich den Franzosen unter dem Jubel und den VivatS des sizilianischen Volkes öffneten, einzuziehen. (Forts, folgt.)

Napoleon im Munde des französischen Volkes.

(Fortsetzung.)

Wir nehmen Moskau. Wer hätte aber denken fön« nen, daß die Russen ihre Stadt verbrennen würden? Das war ein Feuer, zwei Meilen groß, und wüthete zwei Tage lang. Die Häuser fielen zusammen, wie Schiefer. Geschmolzenes Eisen und Blei strömten auf die Stra­ßen herab, was natürlich ganz entsetzlich war; und Euch, Euch darf ich es wohl sagen, das war der Blitz, der in unser Glück geschlagen hatte! Der Kaiser sagte: „Alle meine Soldaten sollen hier bleiben!" Ein klein wenig ruhen wir nun aus, und stärken unseren Leichnam, dem wir hatten in der That große Strapazen durchzumachm gehabt. Wir nahmen daS große goldene Kreuz, das «ui dem Kreml stand, und. jeber Soldat machte sich eie kleines Vermögen zusammen. Nun aber trat plötzlich der Winter um einen Monat zu früh ein) ein Umstand, den die Gelehrten, die übrigens im Vorbeigehen gesagt, Dummköpfe sind, nicht hinlänglich zu erklären wußt», und die Kälte setzte uns empfindlich zu. Bald gab ks keine Armee mehr, versteht Ihr mich? Keine Generali, sogar keine Sergeanten mehr.

Jetzt begann die Herrschaft des Elendes und Mi Hungers, eine Herrschaft, unter welcher wirklich völligk Gleichheit herrschte. Man dachte nur daran, Frankreich wieder zu sehen, man bückte sich nicht, um sein Gewehr oder sein Gelb wieder aufzuheben; und jeder ging w sich hin, das Gewehr nach Belieben tragend', ohne sti um Ruhm und Ehre im Geringsten was zu bekümmern Kurz, das Wetter war so schlecht, daß der Kaiser fein« Stern nicht mehr sehen konnte. Es hatte sich irgend et­was zwischen ihm und dem Himmel gelagert. Armer, armer Mann! So gelangt man an die Berezina. Hi"- meine Freunde, kann ich Euch bei dem Heiligsten, meiner Ehre versichern, daß, so lange es Menschen M- niemalS, niemals ein gleicher Wirrwarr bei einer ArM- nremalS ein solches Durcheinander von Wagen, von tillerie rc., bei einem gleichen Schneegestöber unb i"1^ einem solch' unfreundlichen Himmel gesehen worden ist Die Flintenläufe verbrannten einem diq Hand, wenn iw" sie anrührte, so grimmige kalt war es. Hier wurdet Armee durch die Pontoniers gerettet, die sich brav us tüchtig auf ihrem Posten benahmen und wo sich nanmU' unser Gondrin ganz vorzüglich gehalten hat, er, der n»® allein am Leben ist von jenen Leuten, die Herz und Muth genug hatten, sich in das Wasser zu werfen, um Brücken zu schlagen, auf denen die Armee übersetzte sich vor den Russen rettete, die immer noch Respekt vor der großen Armee hatten, von wegen ihrer frühes

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