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Christe» Kabots, Brod, Patronen hatte; aber trotzdem behielt er>

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immer seine Majestät bei, denn das Regieren war sein eigentliches Handwerk. DaS that aber nichts! ein Ser­geant und sogar ein Soldat konnte zu ihm sagen: „Mein Kaiser!" wie Ihr manchmal zu mir sagt: „Mein guter Freund!" Und dann antwortete er auf die Vorstellungen, die man ihm machte; er schlief mitten im Schnee, wie mir Anderen; kurz, man konnte ihn oft beinahe für einen natürlichen Menschen halten. Ich, der ich mit Euch spreche, habe es mit angesehen, wie er mitten im Kartät­schenfeuer so ruhig da stand, wie Ihr jetzt da sitzt, und mit seiner Lorgnette nach der Schlacht hinsah; dann wa­ren auch wir so ruhig, wie die Kinder. Ich weiß nicht, wie es zuging, aber wann er mit unS sprach, so fuhren unS seine Worte wie der Blitz in den Magen, und um ihm zu zeigen, daß wir seine Kinder, und nicht fähig seien, auch nur einen Schritt zu weichen, marschirten wir ohne ein Wort zu sagen im gewöhnlichen Schritte auf die Kanonen los, die auS ihren Mäulern ganze Regimenter von Kugeln nach unS schleuderten. Und noch die Ster­benden erhoben sich, um ihn zu grüßen und ihm zuzrd- rufen: „ V ive l’Empereur!*

„Ging das mit natürlichen Dingen zu? Hättet Ihr das für einen gewöhnlichen Menschen gethan?"

„Wie er nun Alles gehörig eingerichtet hatte, sah er ich genöthigt, die Kaiserin Josephine, die im Ganzen eine recht gute Frau war, aber den verdammten Fehler hatte, ihm keine Kinder zu geben, zu verlassen, obschon er sie gar sehr liebte. Aber er brauchte Kinder, wegen der Erbfolge. Und nun heiralhete er, wie man uns gesagt har, eine Oesterreicherin, eine Tochter deS Cäsaren.

Dieser Câsar aber war ein Mensch, der im Alter­thume gelebt hat, von dem man überall spricht, und zwar nicht blos in unserem Lande, wo ihr durchgängig von ihm sprechen hören könnt, sondern in ganz Europa, und das ist so wahr, daß ich, der ich in diesem Augenblicke mit Euch spreche, selbst an der Donau gewesen bin, wo ich die Ueberreste von einer Brücke gesehen habe, die die- ser Mann geschlagen hat, und der zu Rom seiner Zeit so eine Art von Napoleon gewesen zu sein scheint, weßwegen dieser auch Rom als Erbschaft für seinen Sohn in Be­schlag nahm. Nach seiner Heirath nun, die ein Fest war für die ganze Welt, und wobei er dem Volke die Steuern auf zehn Jahre nachließ, gebar ihm seine Frau ein Knäb- iein, das der König von Rom war, eine Sache, die noch aie erlebt worden ist auf Erden; denn noch nie war ein ikind als König geboren, so lange sein Vater am Leben >var! An seinem Geburtstage ging ein Luftballon von daris nach Rom ab, um dort die Neuigkeit zu verkün- aigen , und dieser Luftballon machte den Weg dahin in Einem Tage".

„Ist jetzt noch Einer unter Euch, der gegen mich behaupten mag?, dies Alles sei mit natürlichen Dingen zugegangen? Nein, das stand dort Oben geschrieben! Und die Krätze für Den, der nicht mit einstimmt, daß er von Gott selbst gesendet war, um Frankreich trium- phiren zu machen! (Forts, folgt.)

Acht Jahre verlobt.

(Fortsetzung.)

Immer mehr füllte sich unterdessen die Kirche an. Schon hatte der wackere Kantor seine Geschäfte in der Sakristei beendigt, schon setzte er sich auf die Orgelbank, als sein Blick in die hochadelige Emporkirche seiner gnä­digen Herrschaft fiel.

„Besuch"! ertönte es aus seinem Munde, „Besuch aus der Stadt"!

Dieß war ein besonderer Sporn. Unter den Einge­tretenen befand sich auch Himmel, welcher sich jetzt über­zeugen wollte, ob sich das Gesagte über den Orgelvir­tuosen ^bestätige.

Der preußische Kapellmeister täuschte sich keineswegs. Wilhelmi spielte heute so recht mit voller Seele und als er das Vorspiel dem ganzen Liede, das Zwischenspiel aber jedem Liederverse trefflich anpaßte, da ließ Himmel in der Stille manches ^„Bravo" I über seine Lippen kommen und er beschloß, dem braven Schulmeister nach dem Segensprechen einen Besuch auf der Orgelbank ab­zustatten.

Und er hielt Wort.

5ltè der Gottesdienst beendigt war, verfügte sich Him­mel in Begleitung der GutSherrschast zu dem Kantor auf dem Chor und mit den Worten: „Bravo! Herr Schul­meister, Sie sind ein ganzer Orgelmeister" ! klopfte er dem erstaunten Kantor auf die Schultern.

Wenn der Arme nur irgend eine Ahnung gehabt, daß Himmel cs sei, der ihm dieses Kompliment mache. Himmel, den er so hoch verehrte, und zu den größten Orgelspielern zählte.

Nach einigem Hin- und Hersehen, wer die Orgel erbaut und sonstigen Fragen gewöhnlicher Art, bat sich Himmel von dem Beherrscher des kirchlichen Instrumentes eine Fuge aus.

Dieses Ansuchen, diese Bitte war gleichsam Befehl. Ohne Zaudern setzte er sich auf die Bank und griff mit einer Kunstfertigkeit, mit einer Genialität in das Orgel­werk, daß alle die Umstehenden aufmerksam zuhörten. Himmel sprach kein Wort, im Herzen zollte er deck ein­fachen und doch so kunstgeüblen Manne seine Achtung.