„Die nach Toulon".
„Diese geht um halb fünf ab; die nach Brest um fünf Uhr", antwortete lakonisch der Reiter. „Die erste wird gleich kommen, denn man beendigt eben die Fesselung; hören Sie nicht"?
Der Schreiber horchte auf und vernahm wirklich Hammerschläge, die auf einen Amboß fielen. Darauf erhob sich ein rauhes und durchdringendes Geschrei, das wie das Brüllen der Stiere die Lüste erfüllte und ihn unwillkürlich schaudern machte.
Es waren die Ausbrüche der Freude jener Horden von Verbrechern, die ihren Gang aus der Tournelle wie den zur Freiheit begrüßten. Von nun an sollten diese erniedrigten, aus dem Schooße der menschlichen Gesellschaft augestoßenen Wesen Lust, Sonne, Licht und Raum haben.
„Die Vögel sind gekuppelt", bemerkte in rauhem Tone der Gensdarm, „sie werden nun ihren Flug beginnen".
Und wirklich sah man jetzt drei Karren, ein jeder mit 12 Gefangenen beladen , und von Marinesoldaten eskordirt, aus dem schweren, mit Eisen beschlagenen Thore kommen, das sich mit kreischendem Getöse m seinen verrosteten Angeln drehend, geöffnet hatte. Auf dem ersten der Karren erkannte der Schreiber seinen armen Philipp, ruhig, kalt und gefaßt. Sie wechselten einen vielsagenden Blick, eine Thräne entfiel stumm und verstohlen den Augen Beider; alSdann folgte Guillard, nebst noch einigen Andern, bei denen das Vorurtheil nicht die Gefühle der Menschlichkeit erstickt harte, neben den von Soldaten begleiteten Wagen her, die im Schritt sich fortbewegten.
Zur damaligen Zeit war cs den Gefangenen, hauptsächlich den Galeerensklaven erlaubt, auf ihrem ganzen Wege die Tribute der Mildthätigkeit zu empfangen. Zu diesem Zwecke hielten sich die zwei Sträflinge, welche die wenigsten Verbrecher waren, oder durch ihre Gestalt und Manieren am meisten auffielen, auf dem Vordertheile des Karren knieend, die Hände aus der schrecklichen Kutte streckend und mit derselben die Mütze vorhaltend, um die Beiträge der öffentlichen Wohlthätigkeit zu empfangen. Philipp Asselin und sein Keltengefährte waren zur Aufnahme dieser Opfer bestimmt.
Der traurige Zug passirte den Platz Maubert, wo es der Gaben viele gab; alSdann durchschritt man die Straße St. Viktor, wo, dem Gebrauche nach, zwei Stiftsherrn der so reichen und herrlichen Abtei St. Viktor einem Jeden der Gefangenen einen Laib Brod, einen Krug Wein und einen Fünffrankenthaler verabreichten, und eine kurze, einfache Ermahnung an sie richteten, die mit den Worten schloß:
Pax Domini sit semper vobiscum. Edle und rührende Worte, die diese, unter dasselbe Joch gebeugte
Menschen einluden, in Frieden zu leben und als Christe» Kabo unter dem Zorne der Gesellschaft sich zu benehmen, d« -imme
sich rächt, und unter der Erbarmung Gottes, die verzeiht
Die Karavane erreichte jetzt, durch die Vorstadt St Victor, die Nachbarschaft des Judenviertels. An diese« Orte war eS den Freunden oder Verwandten der Veruv theilten nicht mehr erlaubt, ihre Begleitung weiter fort zusetzen. Der Schreiber richtete hier ein langes Lebewohl ein Lebewohl unter Seufzern und Thränen an seinen
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Pflegesohn. Guillard schickte sich an von dem WM fsprech
herabzusteigen, auf den er sich zu schwingen mit grchr Mühe die Erlaubniß erhalten hatte, als eine junge Fm aus einem stattlichen, mehrere Schritte von da gelegene»
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HerrschaftSgebäude stürzte und in die Mütze des Gesa«' wie genen eine mit Gold gefüllte Börse warf. »uns
„Die Marquise von Allainvall" !! rief der Schm-»ihm ( der; „Fanchette", murmelte leise Philipp Asselin. | feien, (Fortsetzung folgt.) »ohne ---------— I Kano »von ! Napoleon im Nkunde des französifcheiiMende Volkes. »rufen (Fortsetzung.) Ihas f
Der alte Infanterist sprach: Daö war noch MI , gute Zeit: Die Obersten wurden Generale, ehe sie Wi sich g versahen, die Generale Marschälle, die Marschälle Königin eine Und es lebt noch Einer, der es Europa sagen kann, odihatte schon er zum Verrälher geworden ist an Frankreich, uni er sie sich feine Krone zu wahren, die nicht erröthete ob dsiver < Schande. Kurz Alle, welche lesen konnten, waren ohnehVgesag Prinzen. Ich, der ich hier zu Euch spreche, ich habe Paris eilf Könige und ein ganzes Volk von Prinzen g«Ithum sehen, die den Kaiser umgaben, wie Sonnenstrahlen. A laicht könnt Euch leicht einbilden, daß damals, wo eS so viel! »ihm Throne zuerrichten gab, jeder Soldat, wenn er nur D»daS i dabei gut gehalten hatte, und vollends ein Gardekorpowllmii < eine wahre Merkwürdigkeit war; man sah ihm voll Beglich bi wunderung nach, wenn er sich auf der Straße sehen liest, Vier 1 denn Jeder hatte seinen Antheil an dem Siege, was in »eine i den BülletinS vollständig bekannt gemacht wurde. Unijbiefei was waren das für Schlachten? Austerlitz, wo die Anlichlas mee manövrirte, wie auf der Parade; Eylau, wo ma»»!ür b die Russen in einem See ertränkte, als hätte sie Napo» Muf z leon hineingeblasen; Wagram, wo man sich drei Tag< I'“n, lang schlug, ohne einen Biffen zu essen. Kurz, es gal»me r deren so viele, als Heilige im Kalender. Damals tennit l^inb man sich auch überzeugen, daß Napoleon in seiner Schein Wvnr! das wahrhaftige Schwert Gottes stecken hatte. Der Sol'l-pari dat befaß seine Achtung, er hielt ihn, wie sein eigenes Bester Kind, er bekümmerte sich um Alles, ob er Schuhe, Wasche,| me
