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""^Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.
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Der Wanderer
1850. — â 27V
^2 Die Galeere des Herzogs von Vèvonne.
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Novelle aus dem Französischen von Fr. Bouffier.
(Fortsetzung.)
Der Schreiber hatte den Zweck verfehlt, oder wenigstens zu rauh erreicht.
„O, Barbar, der ich bin", rief er auö, war es denn nöthig, diesem armen Kinde einen Dolchstoß zu geben,
hm zu vollkommener Gewißheit zu gelangen? Ich bin nun sicher, ich weiß nun die Wahrheit ... O, grau« " glâuè^b Reden, unnütze Worte, die zu Nichts führen, als ; Chroiipie Seele dieses Unglücklichen zu foltern, der bald mehr
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Hberu^Stütze nöthig haben wird, als seinen eigenen Muth" ! dienH» So mit sich selbst sprechend, hatte er sich über Phil, gebeugt, goß ihm Wasser aus dem Kruge deS Gesäng- NisseS über bas Gesicht, klopfte ihm die Hände, blieS ihm , Fleis auf die Augen und in die Ohren. — Der junge Mann jkam nach und nach wieder zu sich.
, die r I „Mein Philipp, mein lieber Sohn, was fehlt Dir e Kint ^nn" ? fragte der Schreiber.
fahr!-! i „Nichts, fast Nichts, mein theurer Pflegevater; — eine Schwäche, ohne Zweifel durch die dicke und unge-
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fünde Luft dieses Kerkers. Seien Sie ruhig, ich werde nicht krank werden, und die Reise, welche ich vorhabe, wird mich völlig wieder Herstellen.--Welche Reife, und zu welchem Zwecke" !
„Wann wird die Kette Dich fortführen"? fragte Guillard mit neugieriger Angst.
„Morgen frühe, um 5 Uhr", erwiederte Philipp er* röthend, als wenn er sich schon mit dem verhaßten, Zweifarbigen Mantel und der unwürdigen Mütze bekleidet sehe, welche die Toilette der Bösewichter unserer Tage ausmachen.
„Morgen" I rief Guillard aus, . . . morgen! . . . und ich habe Dir noch kein Geld gebracht"! . . .
„Hat man denn da solches nöthig, wohin ich gehe"!? bemerkte Philipp, einen Seufzer unterdrückend.
„Man hat eS überall nöthig", erwiederte der Schreiber ; „Geld ist der allmächtige Magnet, um den sich Alles dreht; cS ist gut und nützlich, selbst auf den . . . selbst da, wohin Du gehst".
Behalten Sie es, mein Pflegevater, bis zu meiner Rückkehr; es wird mir dann, angenehmer sein.
„Die Rückkehr wird durch die Abreise nicht verkürzt werden. — Kind, ich verlasse Dich nun; aber morgen, beim ersten Tageslichte, werde ich der Erste am Thore dieses schmählichen Gebäudes sein ... ich werde Dich begleiten ... so weit ich kann".
„Mein Vater, ich beschwöre Sie, ersparen Sie sich dieses fürchterliche Schauspiel; machen Sie mich nicht schwach — nicht feig".
„Philipp, ich werde Dir das Vorbild des Muthes und der Ergebung sein. Du wirst mich trockenen Auges, festen Blickes sehen . . . Aber ich will Dich in meine Arme schließen ... ich will Dir ein letztes Lebewohl sagen. Wirst Du mir diesen Beweis väterlicher Zärtlichkeit verweigern . . . Philipp" ?
„Nein, nein, geliebter Pflegevater, weil Tie mir versprechen, ebenso stoisch sein zu wollen, wie ich".
Der Schreiber nahm Abschied von dem Gefangenen; aber des andern Tages beim ersten Hahnenruf stand er Schildwache auf dem Glacis, welches das Pförtchen der Tournelle von dem St. Bernhardsthor trennte.
„Wird die Kette bald abgehen"? fragte er schaudernd einen Gendarmen, der von seinem Pferde abgestiegen war und ungeduldig die Eröffnung der bogenförmigen Pforte, durch welche die mit den Gefangenen beladenen Karren passirten, zu erwarten schien.
„Welche? es gibt zwei, diejenige nach Toulon, oder die nach Brest".
