Einzelbild herunterladen
 
  

einschif- ei wird rangeln süchtig, Kunst, id das I Gott, e Herr reisen,

Kunst

ich, so spricht die ganze Welt, die unzufrieden mit Euch ist". Nun schwatzten sie hin und her und wollen ihn am Ende umbringen: aber nur ein wenig Geduld, meine Herren! Er sperrt sie in ihre Schwâtzbasenkaserne ein, läßt sie hübsche Sprünge durch die Fenster machen und steckt sie Euch mir nichts, dir nichts unter seine Suite, und da werden sie so stumm wie die Fische, und geschmeidig, wie eine Tabaksrolle.

Dieser Schlag verhalf Napoleon zum Konsulate, und

wie er überhaupt nicht der Mann war, der an dem Da, sein des höchsten Wesens zweifeln konnte, so erfüllte er

'che«

nun sein Versprechen gegen den guten Gott, der ihm so gewissenhaft Wort gehalten hatte; er gibt ihm seine Kir­chen zurück, er richtet die Religion wieder auf, und alle Glocken tönen zu Gottes Ehre und der seinigen. Damit

l, ü wohl

, sonst M

, auch war; Könn

von einem

das aber ihm hatte seine nlan' eiten, eines zum llem,

war aber Alles gar wohl zufrieden: pro primo die Prie­ster, die er nicht mehr gequält und beunruhigt werden -ließ; secondo die Bürger, die nun wieder ihren Handel und ihr Gewerbe treiben konnten, ohne das RapiamuS

-des Gesetzes fürchten zu müssen, tertio, der Adel, den er vom Tode und Untergange rettete, den man ungerechter Weise seither über ihn verhängt hatte. Aber außerdem hatte er auch noch Feinde zu verjagen; und er schlief nicht ein, weil, seht Ihr, sein Äuge die ganze Welt über­sah, als wäre dieselbe nichts, als ein gewöhnlicher Men­schenkopf. Für jetzt erscheint er in Italien, und 'das war gerade so, als hätte er den Kopf zum Fenster hinauSgc- strckt, und dieser einzige Blick zum Fenster hinaus war hinreichend. Die Oesterreicher werden bei Marengo »er« Ichlungen , wie Gründlinge von einem Wallfische. Ha! ha! Da hat Frankreich sein SiegeSIied so laut gesungen, daß es die ganze Welt vernahm, und daS war hinreichend. „Wir spielen nicht mehr", sagen die Deutschen. „Wir haben an dem genug", sagen die Anderen. Kurz: Ganz Europa duckt sich, England zieht die Krallen ein. Ein allgemeiner Friede kommt zu Stande, wo die Könige und die Völker Miene machten, sich zu umarmen. Nun »fand der Kaiser die Ehrenlegion', meiner Seel' eine

■f er von leere

hübsche Sache! „In Frankreich", sagte er zu Boulogne vor der ganzen Armee, „hat Alles Courage. Daher soll der Zivilist, der eine glänzende That verrichtet, der Bru­der des Soldaten, und der Soldat der Bruder des Zivi­listen sein, und beide sollen vereint sein unter dem Ban­

ane dem aber nein 5ob sei» sten wie

»er der Ehre". Indessen kommen, wir Anderen, die wir seither noch drüben waren, von Egypten zurück. Alles war verändert! Er hatte uns als General verlassen, »nd einen Augenblick darauf finden wir ihn als Kaiser ^eder. (Forts. folgt.)

Acht Jahre verlobt.*)

Erzählung von Th. Drobisch.

In einem Dorfe bei Dresden, welches auf der lin, ken Seite des Elbufers liegt und mit seltenen Natur­schönheiten geschmückt ist, lebte zu Anfang dieses Jahr­hunderts still und bescheiden der Schullehrer Wilhelmi, der nicht nur ein guter Erzieher der Jugend, sondern auch ein tüchtiger Orgelspieler war.

Die Orgel war für ihn ein wahres Heiligthum und die Stunden, swo er auf der Orgelbank saß und seiner Phantasie freien Lauf ließ, gehörten zu den schönsten sei­nes Lebens. Ach! er bedurfte eines Genusses, denn er hatte viel Harm in seinem Leben erfahren und vor Allem nagte ein Wurm an seinem Herzen, der ihm so manche Stunde deS Daseyns vergällte.

Wilhelmi war bereits 35 Jahre alt, er hatte ein treues Liebchen, drüben über der Elbe, ein Viertelstünd­chen von der Stätte seines Wirkens, und dieses treue, liebe, gute Geschöpf sollte er nicht das Seine nennen, indem sein Herr und Patron gar Vieles einzuwenden hatte, wenn der brave Schulmeister seine Heirath auf'S Tapet brachte.

Wunderbar, der Kirchenpatron, der Freiherr von Selm, war ein großer Freund und Verehrer der Musik, aber von der Harmonie zweier Herzen wollte er nichts wissen.

„Ein Schullehrer", sprach er oft, „muß allein daste­hen, um seine ganze Aufmerksamkeit der ihm anvertrauten Jugend zu widmen. Kommt ein junges Weibchen ins Haus, so vertândels er mit ihr so manche Stunde. Schickt der Himmel ihnen Kinder, so bleiben Sorgen nicht aus, und ein Mann, der da sinnen muß, wie er der Noth und dem Mangel wehre, der setzt dann seine Pflichten als Lehrer und Erzieher hintan, und da ist es besser, der Kantor bleibt für sich allein".

Eine ähnliche Litanei hatte der arme Wilhelmi noch kurz vorher vernehmen müssen. Was der Herr Baron zu ihm gesprochen, dies erzählte er mit einer Thräne im Auge seiner geliebten Maria, deren Vater ebenfalls, .dem Stand der Schulmeister angehörte und den Herr Wil­helmi wegen seines braven Orgelspiels gar hoch in Ehren hielt. —

Schon acht Jahre verlobt und die Aussicht auf die Erfüllung der Wünsche so fern; deßhalb lag auch oft ein so tiefer Kummer auf des Kantors Angesicht, und wenn in der Kirche eine Trauung stattfand, wenn daS Brautpaar vor'm Altar stand, da wurde es ihm oft recht schwer um's Herz. Dann aber, nach dem Wechseln der Ringe, nach dem Segensprechen, da griff er begeistert in

*) AuS Trewendt'S VvlkSkalender für 185t,