einem Adjutanten Bems, zu nennen, das den Krieg des verwegenen Generals in Siebenbürgen umständlich beschreibt und einen dauernden Werth hat. (I. Czetz, BemS Feldzug in Siebenbürgen in d. I. 1848 und 1849. Hamburg, Hoffmann und Campe.) Interessante Beiträge haben wir in dem angekündigten „Taschenbuch der neuesten Geschichte" von Prutz zu erwarten, von dessen Geschichte der „Zehn Jahre" (1840—1850) demnächst auch der zweite Band erscheinen soll. Von Friedrich Bülaus schon erwähnten: „Geheimen Geschichten und rätselhaften Menschen", einem anziehenden Buch, das indeß zu viel Romanhaftes hat, wird ein zweiter Theil angekündigt.
Eduard Burckhardt hat feine Geschichte der neuesten Zeit fortgesetzt durch einen Band, der die Jahre 1810 bis 1846 behandelt, ein Buch, das vom oberflächlichsten demokratischen Standpunkte geschrieben ist und weit hinter seiner Aufgabe zurückbleibt. Auf einen ausgedehnten Leserkreis werden die „Erinnerungen aus den Jahren 1813 und 14 von Karl v. Raumer" zu rechnen haben. Friedrich v. Raumer ist mit seiner großen Geschichte Europas seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bis zum achten Bande gekommen, de: Frankreichs Geschichte von 1740—95 behandelt. Eduard Ar nd gibt den ersten Band einer Geschichte der ersten französischen Revolution. Karl Andre e'S großes Werk über Amerika, eine Frucht jahrelanger angestrengter Studien, ist im Er^ scheinen begriffen und wird zu den besten literarischen Erzeugnissen dieses Winters gehören. Es führt den Titel: „Amerika in geographischen und geschichtlichen Umrissen. Mit besonderer Berücksichtigung der Eingebornen und der indianischen Alterthümer, der Einwanderung und der Ansiedelungen , des Ackerbaues, der Gewerbe, Dampfschifffahrt und des HandelS". Der erste Band erscheint in 8 Lieferungen zu je 5 bis 6 Bogen. Er behandelt Nordamerika, der zweite Mexiko, Mittelamerika und Westindien, der dritte endlich Südamerika. Wir haben unS bei den soeben angeführten Werken auf die Titel beschränkt, da die meisten zu bedeutend sind, um mit kurzen Bemerkungen abgethan zu werden, vielmehr besondere Besprechungen erfordern. Dasselbe ist der Fall mit einigen anderen Werken, auf die wir hier noch in bunter Nebeneinanderstellung aufmerksam machen. Karl Vogt, der Erreichsregent, gibt uns eine „Natürliche Geschichte der Schöpfung des Weltalls, der Erde und der auf ihr lebenden Organismen". H. Ahrens, ehemals groß- deutscheS Reichstagsmitglied , jetzt Professor in Gratz, schteibt eine „Organische Staatslehre auf philosophischanthropologischen Grundlagen", deren erster Band die allgemeine, der zweite die organische Staatslehre behan-
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Druck und Verlag der 2, Schellenberg'scj
delt. Zwei ausgezeichnete literarhistorische Werke habe« eine zweite Auflage erlebt, Julian Schmidts Geschichte der Romantik und Hillebrands Deutsche National- literatur seit Lessing. Professor ChalybäuS in Kiel gibt ein „System der spekulativen Ethik oder Philosophie der Familie, des Staats und der religiösen Sitte" iii zwei umfangreichen Bänden (Leipzig, BrockhauS).
M i o j e 11 e n.
(Sonst und jetzt.) Anderfon erzählt in seiner Handelsgeschichte von England merkwürdige Kontraste mitten Luxus der jetzigen Zeit. Im Jahre 1234 schlief der König von England zum ersten Male auf einem Strohsacke, früher auf Mm ßen Brettern. 1246 waren die Häuser größtenteils noch mit Stroh gedeckt, und im Jahre 1300 kannte man in London n#4 kein Kamin, geschweige denn einen Ofen. Man wärmte sich darum nur an Gluthpfannen. Wein wurde als Arznei in den Apotheken gekauft. Man kannte noch keine Wagen. Die Vornehme« ritten auf Pferden, mit den Damen hinter sich. Im Jahre 1340 betrugen die Steuern 30,000 — Wollsäcke. Die Richters und Advokaten (oder Rechtsanwalte; wie sie jetzt heißen) wurden niü Zimmet und Pfeffer bezahlt. Im Jahre 1344 kamen die erste« Stecknadeln auf. Früher bedienten sich die Danien hölzerner Stifte. 1344 wurde das erste Gold in England geprägt. Die ersten seidenen Strümpfe trug die Königin Elisabeth im Jahre 1561, nachdem der König von Frankreich diese Mode zuerst in Gang gebracht hatte im Jahre 1547.
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Einige der kostbarsten Gegenstände zur Großen Ausstellung in London sind aus Ostindien angemeldet, z. B.: Ein großes orientalisches Zelt mit vergoldeten Stangen und einem Dach vom schönsten Cashmir-Shawltuch, welches über und über mit Gold und Silber gestickt ist; ein Elui aus schönem Opal, in Gold gebunden, und auf dem Deckel mit Diamanten und Rubinen ver- ziert; ein prachtvolles Bett und 6 Stühle, aus Elfenbeinschnitzerei bestehend, ein Geschenk des Rawab Nazim für die Königin von England; ein Bettkiffen aus Gold- und Silberfäden mit den Namen Viktoria und Albert darauf, die Anfangsbuchstaben Dia* manten, Die andern große Perlen; hundert und zwanzig lebensgroße Figuren, welche die verschiedenen Beschäftigungen der Hindus vorstellen, nebst dazu gehörigem Handwerksgeräthc.
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Bei der letzten Revue in Paris, als der Ruf erschollt war; „Es lebe der Kaiser"! bemerkte ein socialistischer Abgeordneter ziemlich laut; „Der ist ja todt" ! — Das ist Euer Glück antwortete es augenblicklich aus den Reihen der Soldaten.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boezèk-
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Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
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