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Der Wanderer.
Belletristisches Beiblatt zur Naffauischen Allgem. Zeitung.
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1850. — ^ 258.
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Das Paradies und die Peri
von Thomas Moore.
Deutsch von G. C. Dieffenbach.
(Fortsetzung.)
„Schlaf'". sagte die Peri, als sanft sie stahl
Den Abschiedsseufzer, der leis' entschwebt Einer Seele, so treu, als mit warmem Strahl Nur je eines WeibeS Brust noch belebt: Schlaf sanft von schönen Gebilden umschlungen, In süßeren Düften, als je sich geschwungen Von des Scheiterhaufens zaub'rischer Gluth, Drauf jener einsame Vogel ruht, Der, während sein Todtenlied erschallt, Hinstirbt von Klängen und Duft umwallt"!*)
Sie sprach's und von den Lippen floß Durch diesen Raum ein himmlisch Licht;
Sie schüttelte wallend die Locken und goß Solch strahlenden Glanz über beider Gesicht, Daß sie gleich lieblichen Heiligen ruhten, Aus ihren düsteren Gräbern genommen
Am Abend, eh' das Gericht gekommen, Indeß die Peri in himmlischen Gluthen
Sie wie ein guter Engel umschwebt, Bis neu ihre Seelen würden belebt.
Doch der Morgen glüh't am Himmelszelt
Und empor von dieser Erdenwelt
Muß eilend sich die Peri schwingen,
Die kostbare Gab« zum Himmel zu bringen, —
Der herrlichsten Liebe letzten Hauch!
Hoch schlägt ihr Herz von Hoffnung gehoben; — Bald schaut die Elysischen Palmen ihr Aug', — Denn der schöne Geist an der Pforte dort oben,
*) „3m Orient glaubt man, der Vogel Phönir habe 50 Oeffnungen in seinem Schnabel, wenn er Tausend ^ahre gelebt hat, erzählt man, baut er sich selbst einen Scheiterhaufen, singt ein melodisches Lied in mannigfacher Harmonie durch die 50 Oeffnungen seines Schnabels, schlägt dann seine Flügel mit solcher Schnelligkeit, daß Feuer das Holz ergreift und so verbrennt er sich selbst"! (Richardson.)
Er lächelte als er die Gabe sieht bringen.
Schon hört fie-auS Edens seeligen Räumen Kristallene Glocken an ewigen Bäumen, Die in den ambrosischen Lüften erklingen, Welche schwellen um Allahs leuchtendem Thron; — Die Sternenschalen erblickt sie schon, *) Die dort an den strahlenden Fluthen blinken, Daraus zuerst die Seligen trinken Den Trank, von himmlischem Glanze umflossen, Wenn Edens Pforte sich ihnen erschlossen.
Doch ach! es trügt selbst PeriS-Hoffen! —
Noch ist die unsterbliche Pforte nicht offen, Noch immer gebietet der Schicksalsschluß, Daß die Peri den Himmel meiden muß.
„Noch nicht, sprach der Engel in schmerzlichem L«d,
Als er schloß den Schimmer der Herrlichkeit, — Treu, wie nur Wenige noch gewesen, Treu war das Mädchen und ihre Geschichte, Ueber Allahs Haupt geschrieben im Lichte, Wird lange des Seraphs Auge noch lesen!
Doch sieh! noch nicht bewegt sich dir Die Pforte von kristallnem Schein, Noch heil'ger muß die Gabe sein Selbst als der Liebesseufzer hier, Die Dir, bringst Du sie einst empor, Erschließt des Himmels Gnaden- Thor !" (Fortsetzung folgt.)
Kaiser und Kind
(Fortsetzung.)
Der Kaiser lachte über alle diese Vorkehrungen und taufte sein Hauö „Citadelle Hudson", und die nebenan stehenden seiner Generaler „Fort Lowe". Napoleon'-
*) „An dem Rande eines viereckigen See's stehen 1000 Schalen von Sternen gemacht, aus denen die zur Seligkeit bestimmten Seelen die Kiistallfluth trinken". (Chateaubriand's Beschreibung des muhamedanischdn Paradieses.)
