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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. — 3f 245

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O Der Tambour von Wagram Sergeanten zurück, dem er in geheimnißvollem Tone seine i befremdlichen Träumereien erzählte:

(Fortsetzung.) i „Sehen Sie", sagte der arme Narr zu dem Ser-

„Wie geht es Ihnen hier?" fragte Bonneville. i geanten, „der kleine Korporal hat so gedacht: So lange Der Tambour antwortete nicht direkt auf diese Frage, ! Romeuf bei seinem Korps bleibt, kann ich nicht ruhig sondern unruhige Blicke um sich werfend, als wenn er ' auf meinem Thron sein, und früher oder später wird >ie Ankunft eines indiskreten Zeugen fürchte, näherte er - meine Garde, junge und alte, erfahren, daß er es ist ich dem Sergeanten und sagte leise: ' welcher die Schlacht bei Wagram gewonnen hat; sie ahnt

„ES hat sich vielerlei zugetragen, seitdem ich Sie 'doch schon, so etwas; ich muß mich daher um jeden Preis sicht gesehen, Herr Bonneville, und ich weiß nicht, ob s dieses Mannes erledigen. Aus diesem Grunde hat licht noch Schlimmeres kommt. Seit der Schlacht bei ' er den Persischen Gesandten kommen lassen und zu ihm Wagram, die, wie Sie wissen, ich rechtmäßig gewonnen 'gesagt:

>abe, mußte ich alle möglichen Verfolgungen erdulden. „Der Kaiser v^on Persien, Ihr Gebieter und Endlich eines schönen Tages, oder eines schönen Mor-. mein.Bruder, bittet mich in einem Briefe, ihm einen MS vielmehr, holten mich Mamelucken der Garde aus ' tüchtige.» General zu schicken, um seine Armee nach fran- Aeiner Wohnung, wo ich die Glückswünsche der kaiser- l zösischer Weise zu diSzipliniren. Ich will seinem Verlan-

lichen Marschälle empfing, die mich für den ausgezeich­netsten Taktiker in der Armee erklärten. Man setzte mich in einen Wagen und brachte mich hierher; Sie wissen doch, denke ich, wo ich bin" ?

Der Sergeant wagte nicht zu antworten; Romeuf s«hr fort:

„Bei dem Gesandten Persiens. Oh! er behandelt Aich gut, er läßt mir alle mögliche Sorgfalt widerfahren, dieser brave Gesandte. Sie werden mich vielleicht fragen,

Aarum dieser Perser mich festhält? Ich will eS Ihnen sagen: Es ist ein Streich des kleinen Korporals, ja, des Kaisers selbst; er war eifersüchtig auf mich wie ein Tiger! obgleich er es niemals auf Joubert, Hoche und Moreau zu deren Zeit war. Aber warten Sie ein wenig, Herr Bonneville, damit ich sehe, ob Niemand unS über» eschen kann".

Romeus ging rechts und links, blickte auf die Bäume Maus und sah in die Büsche, um sich zu überzeugen,' Mi dort keine Zuhörer seien; darnach kehrte er zu dem

i gen willfahren und gebe ihm mehr als er verlangt, indem ich ihm einen meiner tapfersten Krieger, Romeuf, über­lasse, der die Schlacht bei Wagram mit mir gewonnen ha:",. — Sie wundern sich gewiß, Herr Bonneville, daß der kleine Korporal dieß dem Gesandten gestanden hat, doch was machte ihm das? Einem Ausländer, der kein Französisch spricht, und der in sein Land zurückkehrt, um nie wieder nach Frankreich zu kommen, konnte er wohl die Wahrheit sagen; doch dieß ist nicht Alles. Bei dem Na-

; men Romeuf, welcher die Schlacht von Wagram gewon- ! nen hatte, war der Perser sehr erfreut, und erwiederte i dem kleinen Korporal , indem er ihn nach seiner Art ; grüßte:

„Majestät, ich kenne den Ruf dieses genannten Ro­meuf, und der Sultan, mein Herr, wird sich sehr ge­schmeichelt fühlen. Wann wollen Sie unS den Mann schicken?" — „Sobald als möglich", erwiederte der kleine Korporal; „vorher will ich ihn noch etwas anständig equipiren, denn ich will nicht, daß er wie ein Seeräuber