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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. ^ 234.

O Der Tambour von Wagram.

(Fortsetzung.)

Der Kapitän Bureau war nicht für Romeuf.

Weiter", sagte der Präsident,man hole den Kor­poral Martcau".

Erzählen Sie uns, was Sie gesehen haben", sagte der Präsident zu ihm.

Mein Präsident, ich habe nichts gesehen, da ich den Schlüssel zum Violon suchte, der seit acht Jahren vermißt wird ..."

Genug", sagte Michelin achselzuckend;setzen Sie sich; ein Anderer".

Diesmal war die Reihe an dem Balafre.

Balafre", sagte der Präsident im Tone deS Wohl­wollens zu ihm,Sie waren am 15. dieses Monats zu­gleich mit dem Sergeanten Bonneville und dem Tambour Romeuf auf der Wache"?

Ja, mein Oberst".

So sagen Sie uns ohne Hinterhalt, waS sich dort ereignet hat".

Ja, mein Oberst. Es war an diesem Tage sehr drü­ckend heiß ... Es wehte wohl ein kleiner Wind, der ..."

Uebergehen Sie diese Details und kommen Sie zur Hauptsache".

Ja, mein Oberst. Am Abende hatte der Sergant« Major Rabordin vom zweiten Regiment uns benachrichtigt, daß am nächsten Morgen . . ."

Balafre, lassen Sie diese Details, sage ich Ihnen, und erzählen Sie uns die Szene, welche zwischen vier oder fünf Uhr auf dem Wachtzimmer Statt gehabt".

Ja, mein Oberst. ES schlug zwei Uhr an der Fabrikuhr, gerade im Augenblicke als der Kaiser, der mich am Barte gefaßt hielt, zu mir sagte:Warum lachst Du, wenn Du unter dem Gewehre stehst"?Mein Kaiser", antwortete ich ihm . . ."

Ei"! sagte der Präsident ungeduldig zu den Rich­tern,wir werden vom Balafre nichts herausbringen, er weiß besser dem Feinde gegenüber zu handeln, als vor einem Kriegsgericht zu sprechen". Und sich zu dem Sol­daten wendend:Es ist gut, Balafre, Sie können sich entfernen".

Ja, mein Oberst".

Der Veteran machte eine Wendung halbrechts mit aller Genauigkeit des Ererzier-ReglementS und begab sich im Paradeschritt auf seinen Platz zurück.

Der Sergeant Bonneville ward gerufen.

Lassen Sie hören, sagte Michelin in Güte zu ihm, wie kommt es, daß an einem Tage, wo der Kaiser in Person den Posten mit seinem Besuche beehrt, ein solcher Auftritt in dem Wachtzimmer sich zugetragen ? Darunter steckt etwas, das ich nicht begreifen kann; der Kaiser hat mit Ihnen doch gesprochen, mit Ihnen, dem Chef deS Postens. Welche Ehre für Sie" !

Es ist wahr, mein Oberst, erwiederte Bonneville, traurig den Kopf senkend ; der Kaiser hat mich auch sehr unglücklich gemacht", setzte er leise hinzu.

Was sagen Sie da,-Sergeant" ? fragte Michelin, der ihn verstanden hatte.

Ich sage, mein Oberst, ich hätte besser eine Kugel in die Brust bekommen".

Bei diesen Worten entfielen zwei große Thränen den Augen Bonneville's, der zu ersticken schien. Nie­mand außer denen, welche mit ihm auf der Wache sich befanden, begriff den Sinn dieser Worte; sie machten indeß eine furchtbare Wirkung auf Romeuf, der schon sehr bewegt, mit dumpfer Stimme sagte:

Die Kugel ist für mich aufgespart".

Die Thatsache liegt offen vor Augen, sagte der Präsident; der Rapport deS Lieutenants Labriche ist da. Hierauf muß das Tribunal fußen".