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alten Garde diente in einem Alter, wo man nochInicht darnach streben durfte; demüthig deshalb, weil sein Ehr­geiz sich unaufhörlich wegen seines gänzlichen Mangels an Bildung verletzt fand.

In den Feldzügen, die Romeuf mitgemacht, hatte er niemals Gelegenheit gehabt, Lesen oder Schreiben zu lernen. Diese Unwissenheit reizte seine Eifersucht gegen die, welche in Folge ihrer Bildung mehr Aussicht hatten, voran zu kommen. Doch ungeachtet dieses hochfahrenden Charakters war der Tambour ein ausgezeichneter Soldat und sehr guter Kamerad. Er war lustig und originell in seinen Reden, die eine Menge fast philosophischer Re­flexionen und Worte enthielten, die nur Hm gehörten. Von nicht großer aber wohlgebildeter Gestalt trug er in seiner ganzen Person die Zeichen der Kraft an sich, welche sich mit der Intelligenz des Affen und dem Muthe des Löwen, eins.

Nach dem Sergeanten Bonneville und dem Tambour ’ Romeuf war an jenem Tage auf dem Wachtposten der Jäger Trubert noch besonders erwähnenswertes den daS Bataillon den B al a fr e' nannte, wegen der tiefen Narbe, welche über das ganze Gesicht lief und statt des bläuli­chen Aussehens, daS sie im Zustande der Ruhe hatte, schwarz wurde, wenn Trubert einen lebhaften Eindruck empfand. Der Ba la fr 6 war sehr geachtet von seinen Kameraden, ohne jeglichen Ehrgeiz wollte er nur seyn, waS er war, Soldat. Groß und mager hatte dieser würdige Repräsentant der alten Garde eine militärische Physiognomie und flößte seinen Kameraden eine wahrhafte Achtung ein. Napoleon selbst ging niemals an ihm vor­bei, ohne mit Interesse den langen Einschnitt zu betrachten, welcher sich von der rechten Schläfe bis zu dem unteren Theile des linken Kinnes herabzog.

Unter der Mannschaft des Postens hatte sich ein all­gemeines Gespräch entsponnen über ein Renkontre, wel- ches ganz kürzlich zwischen zwei Kapitänen stattgefun­den, weil der Oberst den einen vorgezogen. Obgleich der Sergeant den Anschein hatte, aus diese Reden keine Acht zu geben, so verlor er doch kein Wort von dem was ge, sprechen wurde.

„Diese Affaire," erwiederte ein Soldat, sich an den Korporal wendend , „hatte aber nichts gemein mit der von Houarne und Lamourette."

„Nein," erwiederte der Korporal Marteau, „ich war der Zeuge von Houarne. Doch hindert dieß nicht, daß, Lamourette nichts weiter war, als ein schlechter Spaß­macher, während der Kapitän Vandemburg... oh! der...

„Korporal, erzählen Sie uns doch die Sache, denn damals lag ich in Gros-Cailou*) am Fieber." (Forts, f.)

*) Hosvital bet- kaiserlichen Garde.

Die Kabinets-Justiz, oder:

Der alte Fritz und die Predigertochter. Eine noch unbekannte Anekdote aus dem Leben des großen Königs mitgetheilt von Wilhelm Meinhold.

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Es war im Sommer des Jahres 1821, als Schrei, ber dieses, damals ein blutjunger Rektor, in dem Stâdd war chen U. mit seinem Freunde, dem Superintendenten N.,Frie auf dessen eine halbe Meile entferntes Filial fuhr, undürbt nach gastlicher Aufnahme bei dem damaligen Gutsbesitzer,jM Nachmittags mit dem genannten Herrn sich aufma<hte,refsa um einen benachbarten Hügel zu besteigen, von welchiUsKön sich eine herrliche Aussicht auf den größten BinnensitiAnst

Pommerns, das frische Haff darbieten sollte.

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Indeß waren wir kaum von dem Gutshofe getreten,el

als mein Freund N, meine Aufmersamkeit auf einen alten Mann hinlenkte, welcher auf einem Stück Bauholz ßj und mit dem größten Wohlbehagen, wie eS schien, sei

stehe dort aber

Pfeifchen rauchte, während seine Gänse auf dem grünen âtt Rasen der breiten Dorsstraße weideten. „Sehen Sie', Maj rief er, „dieser alte Mann ist der noch lebende Zeuge voi roii einem Zuge eiserner Gerechtigkeit aus dem Leben Fried

richs des Großen, wie er schwerlich irgendwo vorgekommn seyn dürfte. Heda, Vater Frank, wißt Ihr noch wohl

rnech land

als Ihr den Landrath von Stettin nach Hause fuhrt?' twa — „Ei," versetzte der Alte, indem er demüthig seine hm

Mütze abzog, „wie sollte ich das nicht mehr wissen; i$ Her war ja ein junger Bursche von 25 Jahren." „Schrie ei daS '

auch?" fragte mein Freund weiter. „Das sollte ich in ei und :

nen," lachte der Alte hervor, „er schrie den ganzen Weg ßnle. über auf das Erbärmlichste, und als wir gar in der Haid! hand'

in d< den § Im ( deS s Gnai Soni ten (= noch

auf die Tannenwurzeln kamen, brüllte er wie unser» gnädigen Herrn sein schwarzer Hühl-Ochse, wenn die Kühe treiben." „Ja," versetzte mein Freund, „Ihr M> jetzt, Vater Frank, aber eigentlich hättet Ihr das Butt«' brod mit Eurem Herrn theilen sollen; denn ich kann's Euch nie vergeben, daß Ihr meinen alten Amtsvorgângor mit den blöden Augen und im Augenblicke seines Todes auS dem Hause getragen und in die pralle Sonne gesetzt

habt!" — „Ich mußte wohl," rief hierauf der Alte, und indem er mit seinem Stabe nach dem nahen Baumgarten wies, fuhr er fort: „Sehen Sie, dort hinter jenem Wall­nußbaum stand der Landrath mit dem Perspektiv, und hätten wir den alten Herrn nicht gerade dahin gesetzt,

wo er's befohlen, so hätte er uns selbst dafür todtgcschla-

..... Denst wir waren unsrer Viere und Alle dem Land- Ege rath unterthänig. Sonst jammern wirb's mich, so lange Wöhnl - « die

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ich lebe, und kann ich nie die Stelle ansehen, ohne zu scuszen. Dort, gerade wo jetzt mein grauer Gänserich geht, stand sein Stuhl und dort starb er auch nach einer halben Viertelstunde.

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aus's ganze iiinnti größei

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