seines Schwagers, des k. k. Hofbuchhalters Schurz ver, schied. Sein Wunsch, den er in dem nachfolgenden rührendergreifenden Sonett an seine geliebte Mutter, auSge, sprachen, ist nun erfüllt:
„Ich trag' im Herzen eine tiefe Wunde,
Und will sie stumm bis an mein Ende tragen;
Ich fühl' ihr rastlos immer tiefreS Nagen,
Und wie das Leben bricht von Stund zu Stunde.
Nur Eine weiß ich, der ich meine Kunde
Vertrauen möchte und ihr Alles sagen;
Könnt' ich an ihrem Halse schluchzen, klagen!
Die Eine aber liegt verscharrt im Grund«.
O Mutter, komm, laß dich mein Flehn bewegen!
Wenn deine Liebe noch im Tode wacht,
Und wenn du darfst, wie. einst, dein Kind noch pflegen,
So laß mich bald aus diesem Leben scheiden,
Ich sehne mich nach einer stillen Nacht, ,
O hilf dem Schmerz dein müdes Kind entkleiden."
Bei der Leichenöffnung Lenau's zeigte sich Gehirn- AuSzehrung (Atrophie); doch wurde als nächste Todes, Ursache ein Lungenbrand erkannt. Lenau's Schwester (Frau Schurz) besitzt in Weidling, 2 St. von Wien, ein kleines Haus. Dort äußerte der Dichter einmal: „Hier, in dem schönen hügelumfriedeten Kirchhofe, wer« den wir wohl zusammen ruhen". Aus Pietät für die Worte des Dichters ward die Leiche, nachdem sie in Döbling eingesegnet, nach Weidling zur ewigen Ruhe gebracht. Der Sarg war mit dem Evangelium und mit Blumenkränzen geschmückt. Auf dem Friedhofe empfing ihn der Gesang der Liedertafel, welcher Lenau'S So- nett: „Der Salzburger Kirchhof", als Quartett vortrug.
DaS Sonett lautet:
O schöner Ort, den Todten auserkoren,
Znr Ruhestätte für die müden Glieder!
Hier fingt der Frühling Auferstehungslieder,
Vom treuen Sonnenblick zurückbeschworen.
Wenn alle Schmerzen auch ein Herz durchbohren,
Dem man sein Liebstes senkt zur Grube nieder,
Doch glaubt es leichter hier: wir sehn uns wieder,
Es find die Todten uns nicht ganz verloren.
Der fremde Wandrer, kommend aus der Ferne,
Dem hier kein Glück vermodert, weilt doch gerne Hier, wo die Schönheit Hüterin der Todten.
Sie schlafen tief und sanft in ihren Armen,
Worin zu neuem Leben fie erwärmen;
Die Blumen winkcn's, ihre stillen Boten. /
Die tiefempfundene Rede, welche Schurz, der Schwager des Hingeschiedenen, gehalten, ergriff alle Anwesenden. Sie endete mit den Worten: „Wir senken das Wappen dem Todten in die Grube nach mit den Herold«
Worten: Nikolaus Niembsch Edler von Strehlenau, bet Letzte seines Namens, ist nicht mehr! Nikolaus Lena« starb, und lebt — für immerdar".
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Wir sind in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts uni einer der größten Männer, der durch die Entdeckung einer neun Welt die Gestalt der Erde veränderte, Christoph Co lumbut besitzt noch kein Denkmal. Dieser merkwürdigen Unbanfbarfeil soll endlich ein Ziel gesetzt werden. In Madrid ist zu diesem Zwecke durch die Herren Salvador Bermudes, Dichter und Mil- glied der Cortes, und Matinez della Rosa, ehemaligen Gesandten Spaniens in Paris, eine allgemeine Subscription eröffnet und • mit Unterschriften der hervorragendsten Persönlichkeiten Spaniens sogleich bedeckt worden. Das kolossale Monument soll in bei Nähe des Hafens von Palos de Maguer, dem Kloster von Sä Anna gegenüber, wo sich Columbus bei seiner ersten Entdeckung- reise eingeschifft hatte, errichtet werden. Herr Bermudes ist 6t auftragt, die Liste selbst nach England zu bringen. Für di Zeichnung des Entwurfes zum Monumente wird ein Comnn ausgeschrieben und die Künstler von ganz Europa werden aufget fordert werden, sich daran zu betheiligen. Die vorläufigen Aor 8 schläge und Veranschlagungen sprechen von nichts Geringer« ?& als einer Statue von sechs Metres Höhe und von Gruppen in ^ Umfange von zwölf Metres, welche sie umgeben und halten soll« Die Statue soll in Florentiner Bronze gegossen und das Piedesta in rosenfarbigem Granit ausgeführt werden. Das Minimum bet « Kosten ist auf 500,000 Franken veranschlagt.
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Der Herzog von Parma, der vor mehreren Wochen 14 Ta« incoguito in Berlin weilte, hat ein solches Gefallen an der M form des preußischen Militärs gefunden, daß er bei dem W Ä kleidermacher Hrn. Westphal unter den Linden nicht allein stehe« ^ verschiedene Militär - Uniformen nach preußischen Mustern ^ seine eigene Person im Werthe von 5000 Thalern a«fertiger ließ, sondern daß er auch nunmehr sechs Soldaten-Schneider un $ einen Feldwebel nach Berlin geschickt hat, damit sie bei ^rn' Westphal das Anfertigen preußischer Uniformen erlernen, um dann später sein Militär auf diese Weise mit weniger Lösten
nach preußischem Schnitt uniformiren zu können.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.
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Theater zu Wiesbaden.
Donnerstag, den 12. Sept. Lucrezia Borgia, s^ ^ Oper in 3 Akten von Felix Romani. Musik von Doüizekt^
Druck und Verlag der 2. Schellenberg'schen Hof- Buchhandlung in Wiesbaden.
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