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Der Wanderer
elletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.
1850. — Jlf S13
Frau von Brabantane
Itv e 11 e von Alfred d e M e n c i a u x.
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(Fortsetzung.)
Bei diesem unerwarteten Namen zitterte Marie; Mn schüttelte ihre Glieder, sie glaubte nicht recht hu haben.
I „Der Herr Graf von Montbryon, sagen Sie"? I„Ja Madame".
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Marie blieb einen Augenblick stumm, wie von Men überwältigt. Aber bald schien sie ihren Muth Bit zu finden.
»Sagen Sie, ich könne den Herrn Grafen nicht [ingen , weil ich die Baronin von Brabantane zur Erfahrt begleite". ier Diener ging, kam aber nach einem Augenblick
I.Herr Montbryon läßt Madame sagen, daß er wegen Sache von hoher Wichtigkeit käme; wenn Madame mört, würden Sie sicher nicht spazieren fahren".
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^* dieser Unverschämtheit bedeckte zornige Röthe ^'„^Wesicht der jungen Frau. Eine räthselhaste Unruhe O ^ i^rer Seele bemächtigt. Dieser unbegreifliche M eines Mannes, dessen gehässigen Charakter sie
I i11’. konnte allerdings nichts Gutes bedeuten. Und
Mann hatte etwas Wichtiges mit ihr zu sprechen? locze m^on tvar Esther Heinrichs Freund gewesen. Kam ihm? Neugier und Schrecken trugen den Sieg in I ^on. — „Lassen Sie ihn eintreten", sagte sie,
| Heim Anblick des Grafen setzte sich Frau von Bra
M in ihrem Stuhl zurecht und nahm die Haltung
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kalten Würde an. Der Graf grüßte mit der auS- I leisten Höflichkeit, aber einem Lächeln auf den Lip-
^ junge Frau, die sich begnügte, ihm einen Sitz
„Verzeihung, gnädige Frau", sagte Montbryon mit einem formellen Ton, „Verzeihung, daß ich beinahe mit Gewalt bei Ihnen einvringe, aber Sie werden mich der Wichtigkeit meiner Grüde wegen entschuldigen".
„Herr von Montbrypn", sagte Frau von Brabantane ernst ,„ich habe mich entschossen, Sie selbst ohne die Dazwischenkunft meiner Leute zu hören, um zu erfahren, waS für angenehme und liebenswürdige Dinge Sie mir ohne Zweifel zu sagen haben".
Der Graf ■ blieb unbeweglich , als wenn er Nichts gehört hätte. „Es scheint mir, gnädige Frau", erwiederte er, „Sie haben vergessen, Ihre Frau Schwägerin zu benachrichtigen, daß Sie verhindert sind, sie zur Spazierfahrt zu begleiten".
Frau von Brabantane erhob sich zitterud vor Entrüstung, um die Klingelschnur zu ergreifen.
„Ich werde schellen, Herr Graf", sagte sie stammelnd.
Statt aller Antwort lächelte Montbryon spöttisch, drückte sich in seinen Sessel und sagte; „Das wird mir Vergnügen machen, gnädige Frau".
„Herr von Montbryon, Sie verletzen mich. Sie vergessen, daß Sie mit einer Frau in ihrer eigenen Wohnung reden"!
„Zwischen uns, Frau von Brabantane, ist nicht von Mann und Frau die Rede, wie Sie wohl wissen", antwortete der Graf, die Achseln zuckend, „es handelt sich hier nur um zwei menschliche Wesen, die sich gegenseitig verachten. Ich bin nicht hergekommen, um von der gestrigen Oper, vom heutigen Ball, oder von neuen Moden zu reden. Nein, etwas Anderes treibt mich her; klingeln Sie also und lassen Sie Ihrer Schwägerin sagen, daß sie allein fahren kann. Thuen Sie eS, ich bitte Sie, denn Sie würden es vielleicht bedauern müssen, meinem Rathe, einem FreundeSrathe, nicht gefolgt zu
