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Der Wanderer
-"belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung
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1850
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Frau von Brabantane.
Novelle von Alfred de Menciaux.
(Fortsetzung.)
Mit diesen Worten griff der Herzog, vollkommen mnken, in seine Tasche und warf Montbryon eine Wasche in'S Gesicht, rufend: „Such auf"!
Der Graf warf sich drüber her wie der Tiger über »Beute. Die Brieftasche enthielt einen einzigen Brief,
i»on Marie.
N Augenblickes.
Ihn öffnen und lesen war das Werk
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Eine halbe Stunde später ließ Montbryon den schlafenden Lairville nach Hause bringen.
V. Der Graf von Montbryon.
Zwei Tage waren seitdem verflossen, daß Frau von Brabantane durch eine Schwäche, die sie nun segnete, dem jungen Herzog gestanden, seine Liebe finde Erwiederung.
ES war ein herrlicher Dezembertag, daS Straßenpflaster war trocken, denn eS hatte gefroren. Die heitere
m . ., , ' l Sonne warf auf unsere Halbkugel ihre schrägen und kaum
Ach, lch hatte es wohl errathen"! £in -i»
?! er.
Während dieser Zeit war der junge Herzog beinahe Mchtig auf einen Stuhl gesunken, sein Kopf hing knie Brust herab. Die Genossen konnten mit Muße
lauwarmen Strahlen. Ein solches Wetter ist immer ein
im »ich ' unglückliche Schreiben lesen und lästern; die un-
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Artete Entdeckung hatte sie Alle etwas nüchtern gemcht. »Mein Brief" ! murmelte endlich Lairville, „ich will ^n Brief, meine Trophäe. Auf die Knie, Ihr von Verlassenen! Nieder mit Euch und betet an" !
Niemand antwortete. Montbryon wollte Heinrich Nigen , indem er seine Gedanken auf etwas Anderes
»Tausend Donner, meinen Brief her! Ich will eine
- â.^ nicht Preis geben, die ich liebe"! Und Thränen “% ihm bei diesen Worten aus den Augen. „Meinen ^ Graf, meinen Brief, sage ich Euch, oder ich schlage N Alle todt" !
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Montbryon sah, daß er es ihm nicht verweigern Seine Augen entdeckten die Rechnung, die ein ^ auf den Tisch gelegt hatte. Er ergriff sie, faltete einen Brief und gab sie dem Herzog, der sie ma# Unmäßig an seine Lippen führte und sie in die Tasche
Festtag für die müßige Welt. Zahlreiche Wagen wurden in dem Champs-Elysees und im Gehölz von Boulogne sichtbar. Einige unternehmende Kavaliere schossen im Galopp die Alleen des Wäldchens hinunter, was im Sommer so lachend und jetzt so traurig auSsah. Heller Sonnenschein ist nämlich zur Winterzeit in Paris eine Seltenheit, alle Welt wird dann von einer Raserei der Bewegung erfaßt, die die Bewohner der Provinz nicht begreifen würden, sie, welche mit Sonnenschein überschwemmt werden, sie, die die Annehmlichkeit haben, keine ungeheure Steinmasse zu bewohnen, sie, die endlich nicht nöthig haben, ihre Wohnung zu verlassen, um daS kleinste Stückchen blauen Himmel zu sehen.
Ihrer Gewohnheit zuwider saß Frau von Brabantane schon von Mittag angekleidet, einen Hut auf und in einen warmen Pelz gehüllt, ihre kleinen Füßchen auf einen Schemel streckend, und erwartete ihre Schwägerin zur Promenade. Sie verfolgte mit den Augen den Zeiger der Uhr, die zum Verzweifeln langsam, den Tag eher zurück als vorwärts zu bringen schien.
Diese Ungeduld war sehr natürlich bei einer Frau, die liebt und die sich geliebt weiß, und die ohne Zweifel im Wäldchen den Gegenstand ihrer Zärtlichkeit treffen
