- Der Wanderer.
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Äetristifches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung
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1850. — JVi 201.
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Frau von Brabantane
'««eile von Alfred d e Menciaux.
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(Fortsetzung.)
Der Graf Montbryon nahm endlich folgendermaßen Wort: „Wir Alle, die wir hier versammelt sind mit
hl unb Renard, sind alte durch daS Glück erprobte ™t( wâS sicher ein besserer Prüfstein alö das Un* Mittel auch die Moralisten sagen; wir sind Freunde
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klich, die nur einen Feind kennen und der heißt: «Weise. Gegen dieses gräuliche Ungeheuer nun haben kleines TageS verschworen, wir haben gegen das- r unsere sämmtlichen Kräfte zusammengenommen, F Vertheidigungsmittel, unsern erfinderischen Geist
"chere hinreißende Heiterkeit, mit einem Wort wir
’J^ Vergnügen organisirt, was gewiß noch schwerer die Organisation der Arbeit. Ich, Euer Aeltester ^her auch der Vernüftigste, bin Euer Chef, Euer
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"""lager geworden. Soldat und Hauptmann, Je-
’at bis jetzt seine Schuldigkeit gethan. Wir wollen I 9#®eib daß das lustigste Leben eigentlich daS wei-
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^^ Köpfe neigten sich zum Zeichen der Ueberein-
,xn«A Nur Lairville blieb unbeweglich. „Hier nun," ^ntbryon fort, „in diesem Zimmer mache ich den ^lldh in diesem Augenblick feierlichst anzureden, hier, Anfang an unser Hauptquartier besteht. Wenn -lauern reden könnten, sie würden, meiner Treu, ^lschichten erzählen ! Machen wir uns übrigens glimmer (wie die Thoren sagen), als wir sind, le Verbrechen (immer nur wie die Thoren sagen) Hl^ ^^ allerliebste Späßchen, die noch Niemand ^ M Olafen verhindert haben als eine beträchliche An- —»-" . °n Ehemännern. Und bei alledem sind wir ver- als das Grab, wie die Poeten sagen. Indem
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Jeder für daS Gesammtwohl arbeitete, hat bis fetzt Jeder , in den Andern würdige Gefährten gefunden, immer bereit zu wirken, zu sekundren, sich zu schlagen, zu leben und zu sterben für einander. So haben wir unsere schönsten Jahre zugebracht, als eines Tages.. ."
Hier trank der Vortragende eine Taffe Thee, Jeder folgte seinem Beispiel, worauf man sich wieder auf seinen Platz begab. „AlS eines Tages", begann Montbryon wieder, „Einer von uns, der hier anwesende Herzog von Lairville, einer unserer ausgezeichnetsten Mitarbeiter, unserer lustigen brüderlichen Fahne untreu wurde."
„Montbryon," unterbrach ihn Heinrich, „ich bin nicht in der Stimmung, länger Euren albernen Spässen zuzuhören. Ich weiß nicht, wo Ihr hinaus wollt. Diese beiden Herren haben mich beleidigt, ich fordere Genugthuung. Die Sache ist einfach, denkeich und bedarf nicht Eurer rednerischen Erläuterungen."
„Lairville, lassen Sie sich nicht durch meinen Styl beirren, wir sind in einem Ausgezeichnet parlamentarischen Zeitalter. Einen Augenblick später werden Sie mir mit mehr Interesse zuhören."
Statt aller Antwort zuckte der junge Mann mit den Schultern.
„Der Herzog von Lairville also," fuhr der Graf fort, „wurde lächerlich, d. h. ernsthaft verliebt. Das war nur die Hälfte des Uebels ; sein unverzeihlicher Fehler war, diese Krankheit, von der er bis in's innerste Mark getroffen war, uns zu verhehlen. Indem er schwieg, verkannte er unsere Freundschaft; denn er hat uns verhindert, für sein Glück zu arbeiten. Endlich wird daS Porträit, was ich Euch mit einigen Worten von der Frau entwerfen werde, die er so rasend liebte, genügen. Euch von der ganzen Größe seines Fehlers zu überzeugen Wisset denn, daß Euer undankbarer Freund für Frau v. Brabantane entbrannte, eine Frau, die den Syrenen
