Einzelbild herunterladen
 

iliair

Kenn«

Der Wanderer

zs @»

Metrisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung

undL Erfüll zab n! Imait zu!« >erhni gian# lâhluij n ging l ein; :g uni tut. sanjtÄ

1850

M 194

Der Heimathlose.

(Fortsetzung.)

»Er wolle das Vroni zu seinem ehrlichen Weibe

den Blüthen die eisigen Schneeflocken, mit den süßen Kirschen, nimmer wird schwanke Aehre mit schweren Körnern

Aus ist's dann sich die schlanke, füllen, und der

t in zu M

Mn," drängte Fideli, „und verlange von Niemanden dazu/ — „Wenn eS blos von der Kirche abhinge, Oh es vielleicht anders, aber die sei jetzt gar er#

in M , â unter dem Daumen, und wenn sich ein Pfarrer ließe, so ein Paar ohne Schriften und Erlaub- Wnimenzugeben, man wäre im Stande, ihn von er Gründe zu jagen, ober ihm noch Schlimmeres anzu- $* half dann weder Bitten, noch Flennen, noch " '" k^egehren. „Sie sollten ihm nun ab der Haube, denn W der Hochzeit würde doch nichts, nun und nimmer# Rr!" So lautete der letzte Bescheid. Unverrichteter w^ mußte daS Paar wieder hinaus in die finstere

Ps-

aten i ii LP«

Op"

CT», ’

^ Aber der Fideli hatte einmal gehört, daß beim Papst Rom über ein jedes Paar des Priesters Segen ge­lten werde, ohne daß man ein Weiteres nach Schrif« faße. Als die Tage wieder länger wurden und der Minden Bergen schmolz, zog Fideli mit Vroni den Gotthard. In der Kirche St. Peter zu Rom 'dk über sie der Segen gesprochen. Darauf kehrten wieder mit durchlaufenen Sohlen in die Heimath iui.

2m schönen Monat Mai, wenn die lauen Lüfte durch ^Eirschbäume ziehen, schneit es weiße Blüthen. Hoch | W« treibt der Roggen seine schlanken, schwanken "n und in goldner Pracht prangt der blühende Lewat Zainen). Da kommt über Nacht der Frost und legt - über Feld unb Wiese, und setzt sich auf die blüthen- Muzten Bäume. Oder ein eisiger Wind stürzt sich ^!chens vom Berge und eS wirbeln mit den fallen-

Lewat, der erst noch in goldenem Schmucke prangte, hat jetzt ein schwarzbraunes Bußkleid angelegt und senkt trau­ernd den Kopf. Das kommt von den drei strengen Rit, tern her, dem Servaz, Pankraz und Bonifaz, die mit Gewalt des rauhen Jenners Regiment wieder einführen möchten. Deßhalb zieht im schönen Monat Mai der fromme Christ in feierlicher Prozession, mit Kreuz und Fahne hinaus auf Feld und Flur und bittet zu Gott unter lautem Sang und Klang, daß er behüten möge den Baum im Blüthenschmuck, des Roggens schlanke Aehre, des Lewals goldene Pracht und das junge zarte Gras der Matten.

In der Strohhütte im Schachen, wo die vielen Wei­den stehen, wohnte ein glücklich Paar. Wenn Abend'S nach Feuerabendläuten Fidcli von der Arbeit nach Hause kam, so konnte er schon von weitem seiner Vroni glocken­helle Stimme vernehmen, die nicht minder fröhlich klang als der Goldamsel Schmettern im Tannendickicht. Auf dieses gab dann Fideli Antwort mit einem lauten Jauch­zer, der weithin über die Matten und daS Wasser scholl und drüben wiederhallte am grünen Wald. Und wenn Fideli zur frischen Geismilch die Erdäpfelröste gegessen, die ihm Vroni gekocht, so mußte er hinaus und schauen, was sie alles geschafft und ausgerichtet. Da schauten schon dunkelgrün wie Schnittlauch die Erdäpfel zum Bo­den heraus, die Vroni gepflanzt, und bereits strebten die Bohnen sich um die Stangen zu winden, welche sie selbst mit saurer Mühe im Walde gehauen. Vor der Hütte hatte sich Vroni ein Gärtchen angelegt, wo sie allerlei Samen von Blumengewächs gesâet, den sie vom Hüh­nerhubel mitgebracht, bunt prangenden Mohn, Levkoyen und duftende Resede. Sollte ein schlimmer Frost oder ein