der Hütte im Schachen, wo die vielen Weiden standen. Die gehörte seinem letzten Meister, der wollte ihm wohl und hatte ihm versprochen, ihm die Hütte und ein Stück Schachenland in Pacht zu geben um billigen Zins. Dahin wollte er ziehen mit Vroni. Und wegen des Brods, das er dann schaffen sollte für Weib und Kind, war ihm keineswegs bang. Denn bei all seinen Meistern hatte er sich gut beflissen und war deßhalb wohl erfahren in allem Bauernwerk, und jeder hatte ihn gern als Mähder oder zum Garbenbinden oder als Drescher. So konnte er zur Sommerszeit seinen schönen Lohn verdienen. Zur Winterszeit aber wollte er Körbe flechten; diese Kunst verstand er auS dem Fundament, der alte Lienhard hatte sie ihn gelehrt, und dicht standen ja die Weiden um seine Hütte.
In der Stube hinter der Lampe saß der Pfarrer und lad eine Zeitung von der vorigen Woche und schüttelte dazu bevenktlich das Haupt'; denn in der Zeitung war zu lesen, wie der Unglaube um sich greife im lieben Schweizerland, und wie die Kirche gedrückt werde und ihre Diener zu leiden hätten, fast wie vor alten Zeiten in Rom, da man sie von wilden Thieren zerreißen ließ. Gutes Muths trat Fideli vor ihn, scheu und verlegen ihm folgend das schlanke Vroni. „Er sei gesinnt Hochzeit zu haben nächste Woche, wenn es dem Herrn Pfarrer nicht ungelegen sei". Bedächtig legte sich der Pfarrer in seinen Stuhl zurück und wischte seine Brille. „Ob er mit den Schriften versehen sei"? — „Das Vroni hätte nichts dawider, der Herr Pfarrer könne eS selber fragen, und Schriftliches sei weiter nichts von Nöthen". Zu dieser Antwort schüttelte der Pfarrer, wie billig, den Kopf. „Ob er bedacht habe, daß er kein Bürger sei, sondern ein Eingetheilter von des Naglerhansen Bande"? — „DaS wisse Vroni wohl, sie sei auch nur von Keßlerleuten her und auf dem Hühnerhubel geblieben, weil ihre Mutter als Ueber- nächterin im Tenn auf einer Strohwelle kindbettet und dann gestorben sei."
DaS müsse er ihm, mit Schein, des Deutlicheren auseinandersetzen, meinte der Pfarrer. Es sei ein Gesetz, daS verbiete, einem Eingetheilten das Sakrament zu ertheilen, wenn er sich nicht zuerst in seiner Gemeinde als Bürger eingekauft, oder eine ausdrückliche Erlaubniß der Gemeinde erhalten habe. Für letzteres sei es jedoch unnütz sich zu bemühen, denn die Bauern sagen, daS Heirathen sei eine Kummlichkeit, die sich nicht jeder hergelaufene Lump zu erlauben brauche. (Forts, folgt.)
Die Saison in Wien.
Die „Kölner Zeitung" bringt in ihrem Feui Wiener Briefe, denen wir Folgendes über die E
i Konzes ^r kam IL Fer nchgülti
des verflossenen Frühlings entnehmen. Die Erzhiv S Zirkut
Sophie, die sonst wegen ihrer Liberalität nicht eben kannt ist, ließ es sich eine Ertrasumme kosten um schien bereits in den ersten Tagen des April mit ii
U Leja iti Tag Men,
prächtigen, ganz besonders aus London verschrick Hub i$
Phaeton, nach englischer Weise bespannt und die
Oersta
vpn Jockeys geritten. Acht Tage lang war von »Burg Anderem, als diesem überraschenden Lurus der„S«!M Hofn die Rede. Obgleich sie der Ehrenpreis der KontnMcher sic lution ist, so gab eS doch unter den alten ZöpfenWMchei ges Schütteln über das Attentat gegen die altspMâ M Hof,Livree und das Eindringen des „perfiden" WMr ve' Wenn man weiß, wie dermalen in Wien die Enâ" Feri gefressen werden, so kann man sich die EntrüstungM ihn s ren. Wir wollen die politische Antipathie bei E«Mg, alt sen und der Fürstin im Namen des guten GesiWsollte^ danken, daß sie ihre Dienerschaft von dem schautM Wk Anzuge des vorigen Jahrhunderts befreit hat. DnM zu er Kaiser konnte seine Muter doch nicht allein fahrenM Blick und da er ein gewandter Reiter ist, so geschah ui| gleitung zu Pferde, umgeben von einem zahlreich'W" M neralstabe, der bei dem Feldlager, welchem WienM^fal unschwer zusammen zu bringen war. Der P"Msi^lb^ seinen breiten Wiesengründen bietet einen I)errMti2W melplatz für Reiterkünste, und die Ungarn, wtWöMi Centauren sind, ergötzten sich seiner Zeit weidli^M^i ül Der an Batthiany und so vielen Edlen dieses Hclm'M v begangene Mord hat sie jetzt Alle, sogar die "psi tiven, von hier verscheucht. Viele schmachten auch inMrWig kern und verrichten Schanzarbeit in schwerem sind alS gemeine Honvends assentirt. Nur Graf Ra der Schwiegersohn des Hrn. v. Metternich, istäi^^etf trünniger — das ganze Unglück seines Vaterlos Raj.
Meiner
ihn weniger gerührt, als der Verlust eines feiner
an denen er mit größerer Liebe hängt, als an 1 Kindern. Es gibt keinen vollendeteren RoßkaaüD/ne 3 den Grafen, und er mag wohl den größten LheilU^ii 0 Lebens im Stalle und auf der Rennbahn zugebr^ sie den. Im Uebrigen ist der Graf eine in Wien puläre Figur, und man erzählt von seiner Pferds eine Menge von Anekdoten. Alle Stallmeister, $ Kutscher, und was sonst mit Pferden zu thun I)'1' mit ihm in vertraulichem Verkehr. Als die 1 Gesellschaft deS Hrn. Lejars hier Vorstellungen liebte sich hier der Magnat aus rein „hippâ Interesse" so heftig in Madame Pauline Lejol
die 3
" sich '» fein lc iu er
Metternich die Polizei angehen mußte, der
«schaffe ©^ Lureub
