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Metrisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.
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1850. — Jlf 187.
Der Heimathlose
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mW (Fortsetzung.)
Was man des Naglerhansen Bande, oder vielmehr 'W »des Naglerhansen" nannte, hatte bis da auS jM^ bis sieben Gliedern bestanden, je nachdem man Fi« rZ deli, den Pudelhund, milzählte oder nicht. Das Haupt, ir^" Naglechans selbst, war ein Bursche mit einem Rücken, breit wie eine Stallthüre, und einen Kopf, dick wie ein Mmaaß, von welch letzterem ein Wald struppiger Bor- sikn nach allen Richtungen emporstarrte. Auf der Land- sah man ihn gewöhnlich in kurzen schwarzen Leder, » Mn und blauen Strümpfen, auf dem Kopfe den schwär- ^D Wollhut und auf dem Rücken sein Scheercnschleifer- ^â^gen. Möcht' eS warm oder kalt sein, schneien sE" dw Sonne scheinen, er hatte seinen Kittel von ch Mkngrünem Sammt ausgezogen und über sein Rad Wdgl. Aus dem Munde hing ihm zu jeder Stunde, Mag und bei Nacht, eine kurze Pfeife mit halb »er» te M ^m Ulmerkopf. Die zweite Person im Range war jMMarey, welches behauptete, einmal von einem wäl- iiM Pfaffen mit ihrem Hans kopulirt worden zu sein.
M '$on von Natur ansehnliche Postur dehnte sich W »m ein Namhaftes über die natürliche Dicke wegen N>elen Juppen und Unterröcke, die sie einen über den angethan hatte, und in welchen eine überaus ^"iahl von Taschen aller Art angebracht waren. ^M^ Röcke hielt ein um den Leib geschnürter lederner "^' an dem auf der Wanderung ein Schmalz, ^ e'n ^^^^pf hingen. Am Arm trug daS Weib M großen Handkorb und meist diente noch daS aufge- " » e Fürtuch als Keller und Speisekammer für eine ^onâthe aller Art.
ct Mutter Ebenbild waren zwei halbgewachsene ^reszenS und Emerenz mit Namen, geboren
und aufgezogen im freien Walde, in frischer Luft, drall und prall, mit Backen röther als der rötheste Apfel, und schon wohlerfahren in den Künsten, womit man vom allerzähesten Bauernweib ein Halbdutzend Eier, ein Pfündchen Butler, eine Handvoll Mehl oder einen Topf voll Milch erpreßt. Dann kam der Sepp, ein lOjähriger Bube, der dem Pater nur darin unähnlich war, daß die Farbe der Borsten seines Hauptes vom rußigen Schwarz in ein zündendes Roth umgeschlagen hatte. Dieser hoffnungsvolle Sprosse machte seinen Eltern nur in einem Punkte Verdruß: seitdem er einmal im Freienamt in die Trülle gesteckt worden war, hatte er daS „Schnurren"*) ein für allemal verschworen.
Der alte Lienhard gehörte eigentlich nicht zur Fa« milie. Der NaglerhanS hatte ihn einmal gebracht, man wußte nicht woher. Seither zog er mit der Bande, war aber schweigsam und ging oft für sich. Seine lange magere Figur stack in einem Soldatenrock aus dem siebenjährigen Krieg, sein spitzer Kopf in einem dreieckigen Hute, und der Rest seines Kinns, daS ihm einst zu zwei Dritttheilen mußte abgeschossen worden sein, in einer hohen weißen Kravatte. Der NaglerhanS erwies ihm zu allen Zeiten eine gewisse Ehrfurcht, und selbst daS Ma- rey legte ihm gegenüber seiner Zunge einen ungewohnten Zügel an. Man erzählt sich, französische Soldaten, denen gestohlenes Silberzeug abhanden gekommen, haben einmal den NaglerhanS bereits auf der Leiter gehabt, um ihn an einen Baumast aufzuhängen; aber Einer habe seine Partei ergriffen und ihn laufen lassen. Viele Jahre später habe NaglerhanS denselben Soldaten halb verhungert und von schlimmem Weh befallen auf der Landstraße gefunden und zu seiner Bande mitgenommen.
Schon war die Sonne in ihr glutrotheS Bert hinab, gegangen, und der BiSwind hatte sich gelegt, und da
*) „Schnurren" (jrnisch) betteln.
