Der Wanderer.
'^IBmegungen der kleinen Bäuerin abgerundet gesänsligt. jener, den Frauen eigenthümlichen Geistesgescheidig- Mt hatte Klärchen Sprache und Manieren der Frau von Pchur, soweit es ihre erste Erziehung erlaubte, ange- NAmen. Diese Umwandlung war ohne ihr Wissen mit !^ ^l vorgegangen, und ohne daß es ihrer unbeschränkten zâürlichkeit Abbruch that, gab eS der jungen Mutter neuen Reiz, man möchte sagen, eine^harmonische -rb'Miiluth. Ihre Berheirathung war wie ein Wind über Blume über sie gestreift, ohne sie ihres Duftes zu ^Manben. ES war dieselbe Unschuld und dieselbe Offen- ! AMjigleit, wenn sie früh, frisier als der Morgen, ihren Rv»ben auf dem Arm nach dem Pavillon lief; eS war W>n in ihr jo viel ungezwungene Zutraulichkeit, daß . ^mand, der sie sah, sich eines Lächelns erwehren konnte.
neue Reiz, den die junge Wittwe seit ihrem Aufent- eiiiiMl auf Roche-blanche gewann ,trug nicht wenig dazu ^ie Wehmuth, die sich zuweilen Johann'S Herzen M^ wie graue Wolken, die man nach einem ^e Hügel umziehen sieht, zu verscheuchen.
Ä seitdem er in dem Pavillon wohnte, war seine Liebe Frau von Puiseur in ein Gefühl von ehrfurchtsvoller ^Bewunderung verwandelt. Der edle Freimuth, den sie $ Verhör gezeigt, die ernste Würde, die sie nach dem Spelten Unglück, das sie betroffen, behauptete, die 6 weit, mit der sie, jung, schön und unter fremden
Ielletristifches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.
1850. — ^F 185.
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Edelmann und Bauer. ; Einflüssen nicht aufgehört hatte, ihn zu vertheidigen und
Novelle nach A. A ch a r d. . j zu lieben, ihn den armen, oft heftigen und ungerechten
, ---------- ; Nimrod, diese Güte, diese Entsagung, dieser Muth und
(Fortsetzung und Schluß). : dieses tiefe Gefühl, das zuweilen plötzlich aus ihrer Seele
è Stau von Puiseur hatte ihm zur Wohnung einen? drang, dies Alles erfüllte ihn mit einer grenzenlosen
OmPâvillon angewiesen, der nur einige hundert Schritte und Hingebung, machte ihn zu allen Aufopferungen bereit, g. nur durch einen Baumgarten vom Schloß entfernt war. - Es kam oft, daß Johann nach einem arbeitsvollen B èchen blieb in ihrer nächsten Nähe. Der tägliche Um« ; Tagewerk zwei oder drei Stunden mit den beiden Witt- (il,: j^ mit Bertha hatte die etwas lebhaften und rauhen 'wen und ihren Kindern verlebte, frischen und gesunden Geschöpfen, die frei im Sonnenschein, wie junge Bäumchen aufwuchsen. Diese Abendvergnügen wurden von gemüthlichem Geplauder, von kindlichem Gekose unterbro, chen. Johann schnitzte Flinten, Säbel und hölzerne Pferde für die Kleinen, die um seine Kniee spielten; Klärchen, beweglicher als ein Bogel, flog durch'S Zimmer oder durch den Garten. Bertha spielte Klavier, sang einige ländliche Royranzeu, oder erzählte den Kindern wunderbare Geschichten.
Eines Abends, eS war im Mai, hatte sich diese Freundschastsfamilie vor dem Schloß auf dem Rasen, der sich gegen den Park hinneigte, versammelt. Der Tag war heiß wie im Juli gewesen, die untergehende Sonne entstammte den Horizont und tauchte ihre goldene Scheibe in einen Purpurschimmer; einige rosenrothe Wölkchen verschwommen am Himmel in einer Färbung von Smaragden. Das junge frische Grün der Bäume zitterte in jenem unsicher» Wehen, das beim Sinken des Tages die Erde durchstreift, die großen Pappeln schwammen im feurigen Licht. Allmälig verblaßten die leuchtenden Tinten; Felder und Wiesen, mit grauen Waiden eingefaßt, verloren ihre Linien und Schattirungen am Horizonte, der, wo die Sonne untergegangen war, einen feurigen Kreis bildete, der nach und nach in gelbe Streifen überging. Der Abendwind säuselte über die Erde. Es war die geheimnißvolle Stunde, in der man die Gegenstände
