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Der Wanderer

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Metrisches Beiblatt zur Naffauischen Allgem. Zeitung

1850

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Edelmann und Bauer

Novelle nach A. Ach o

(Fortsetzung.)

Johann'S Lebenswandel lag im Schatten. Das Abenteuer auf der Eberjagd war nie recht klar geworden; das Gute findet immer schwer Glauben, und in manchen deuten war der Gedanke haften geblieben, daß der Wild- schütz den Reiter aufS Korn genommen, aber zufällig das »er^Merd getroffen habe. Bei verschiedenen Gelegenheiten bei m"" Herrn von Puiseur sich lebhaft auf Johann'S Kosten äußern, Herrn von Fontaine laut dessen Auffüh- viel runz tadeln hören. Diese Umstände, diese zufälligen Be- terZege, durch würdige und dem Grichte glaubhafte Zeugen Sgebracht, legten ein schweres Gewicht in die Wagschale (1 »Schuldig". Schwer lastete besonders, daß Johann cVÄ6 Verbrechen Kenntniß hatte, und gleichwohl den , uM keine Anzeige davon machte.

ilirvU Johann erhob sich zu seiner Vertheidigung. Er legte M seiner Tagesbeschäftigung einen mathemathisch ge# Bericht ab. Was er schon bei der Vorunterül- gesagt hatte, wiederholte er vor dem Tribunal; er Einen treuen Bericht der Unterredung, die zwischen ^we'W und dem Stellmacher auf der Zwergenwiese stattge- c Er erzählte, wie dieser Elende aus dem Dickicht Jelb8" ^chuß nach ihm gerichtet habe, und wies die Spur M^ die Kugel in seinem Flintenkolben eingegrab-n wie er, als er daraus gesehen, daß der Stell- inbi®w feinen Plänen nicht entsagt habe, gegangen sei, . ^rrn von Puiseur davon zu benachrichtigen, wie eine Vorsichtsmaßregel zu nehmen verweigert. Die "der habe er noch immer die Ausführung des Un- Mhmens bezweifelt. Am Morgen habe er beim Heran- "er Rotten Klärchen in's Schloß, seinen Bruder °n nach Amboise geschickt.Ich selber", sagte Johann,

folgte der Menge, weil ich mir vornahm, die Umstände zu benutzen. Einen Augenblick wollte ich den Stellmacher mit einem Schuß tödten; das wäre aber Meuchelmord gewesen, und war Dieser auch todt, so blieben noch fünfzig Andere übrig, die dasselbe wollten. Das Ucbrige wissen Sie. Ich war hinter den Stellmacher geschlüpft, immer bereit, loszuschlagen, ihn unschädlich zu machen, als der Schuß fiel. Herr von Puiseur sank getroffen und ich sprang vor. Vielleicht diente meine Gegenwart, Frau von Puiseur zu retten, und gab der GenSd'armerie Zeit, um vorzurücken. Wenn daS ist, so beklage ich nicht, daß ich den Stellmacher niederschlug, bedauere nicht, daß ich heute auf der Bank der Angeklagten sitze!"

Diese Rede, von Klârchens und AntonS Zeugenaus­sage unterstützt, brachte eine günstige Wendung in die Stimmung der Geschwornen. Indessen blieben doch noch einige Zweifel zurück, und der ruhige Bürger ist sehr ge­neigt, einem erklärten, wenn auch nicht überwiesenen Wildschützen möglichst viel Schlechtigkeiten zuzutrauen. Das Amt hob die Anklage noch nicht auf.

So stand es, als Frau von Puiseur gerufen wurde. Als sie erschien, verbreitete sich tiefes Schweigen in der Zuhörerschaft. Von ihrer Aussage hing die Freisprechung oder die Verurtheilung des Angeklagten ab.

Sie erklärte mit fester Stimme, daß sie um den Besuch Johann'S bei ihrem Manne gewußt habe, ohne aber den Zweck desselben zu kennen; sie zweifle indessen keinen Augenblick an der Wahrheit von Johann'S Aussage, da der besorgte Eifer, mit dem er Klärchen auf's Schloß geschickt, hinreichend für seine Absichten spreche. Der Präsident fragte nach den Aeßerungen des Herrn von Fontaine gegen Johann. Bertha erhob ihr von Bewegung glühendes Angesicht.

Ich werde hierauf um so freier antworten können", sagte sie,als mein Vater, ehe er fiel, Johann Guillard