Der Wanderer.
cktristifches Beiblatt zur Nassauischen
1850. — ^ 180.
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Edelmann nnd Bauer.
Novelle nach A. Achard.
(Fortsetzung.)
KlârchenS Botschaft war nicht gnädig ausgenommen Mn. „Noch einmal"! hatte ihr Herr von Puiseur aflt, „Herr Johann, wie er doch nun heißen will, te eS endlich wissen, daß ich die Anzeiger nicht liebe, d waS wird'S am Ende seyn? Eine arbeitslose nde durchzieht daS Land und verlangt Brod. Sie >nt vielleicht ein halbes Dutzend Trunkenbolde zu Ankern"! — Er verstummte jedoch plötzlich, als er ans wer trat und in der Ferne die wild hcranstürzcnde, 1 Wein erhitzte, aber noch mehr vom Fanatismus tOoftt Rachlust getriebene Menge erblickte. Er sah, die Gefahr plötzlich herangewachsen war, weil er deS Wildschützen Warnung auS halsstarriger Recht- "ci und Stolz Nichts gegeben. Er hatte Muth gc- !' Bertha Nichts merken zu lassen; er bat sie, zu ihr Baker zu gehen; er wollte die Leute empfangen und
in' was sie wollten. Er schloß ruhig daS Fenster, leitete
Haine
Hogte.
Herr I sich.
seine Frau dis zum Zimmer deS Herrn von und ging dann inS unterste Stockwerk des
von Puiseur hatte nur drei oder vier Diener Mit einer so schwachen Garnison konnte er
6’1 tatan denken, Gewalt mit Gewalt zu unterdrücken. Ne eine Katastrophe beschleunigen. Vor Allem ^kit er die Ausmerksamkeit seines Schwiegervaters ""gen, dessen Heftigkeit er kannte. Er mußte also ändern, daß der Lärm bis zu dessen Zimmer drang, r von Puiseur wollte eS versuchen, vergleichende "El gegen die Kommunisten anzuwenden. Indessen er Waffen für sich und seine Leute zurichten, stellte Flinte in die Ecke einer ihm nahen Thür und ließ
. ein Paar geladene Pistolen in feine Rocktasche gleiten. ! Dann öffnete er die Thüre , die die Aussicht auf die ; Ebene hatte und trat hinaus auf die offene Treppe, deren Stufen zu einem Grasplatz führten, den eine lebendige Hecke bekränzte. Von der Höhe der Treppe aus übersah man die ganze Fläche der Ebene bis zum Pachthof hin. Der Haufe der Plünderer war nur noch einige hundert Schritt von ihm entfernt.
Als die Ersten der Bande an der Hecke ankamen, entstand unter ihnen ein Augenblick des Zögerns. Einige zogen längs der Hecke hin; aber neu Hinzukom- mende stießen die Vorderen, die im Gedränge die ein# fach verschlossene Thür zu öffnen suchten. Der Stellmacher zerschmetterte sie mit einem Fußtritt und trat ein. Fünfzig Menschen folgten ihm; die Menge zögerte einen Augenblick, ging dann längs der Hecke und zerstreute sich im Garten.
Herr von Puiseur ging vor der Treppe auf und ab. Der Anblick dieses einzelnen Mannes, der mit sicherem und gemessenem Schritt vor der Schwelle dieses HauseS ' Wache hielt, überraschte die Plünderer. So groß ist die Macht deS Muthes und der Kaltblütigkeit, daß sie beim Anblick des Schloßherrn ihre Schritte hemmten, unschlüssig hin - und Herfchwankten. Geschrei und Singen war verstummt. Man hörte auf dem Rasenplatz fast Nichts ' mehr als dumpfes Gemurmel, daS sich in seine Höhle I verkriecht. Herr von Puiseur wendete sich der Menge i zu und betrachtete sie, wie wenn er sie jetzt erst sähe, j Die Menge stand still. Er ging einige Schritte auf sie i zu, ruhig, mit erhobener Stirn. „WaS wollen Sie"? ! fragte er endlich mit fester Stimme, als Keiner der Stürmenden sprach.
Diejenigen, welche Herrn von Puiseur zunächst standen, sahen sich unter einander an und antworteten nicht.
