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Der Wanderer

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung

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S I Edelmann und Bauer.

mM I Novelle nach A. Achard.

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irMR (Fortsetzung.)

^ ß Klaudius kam gegen Abend zu sich, aber er verlor sogleich wieder das Bewußtseyn. Sein Leib war mit

^M Wunden bedeckt, Fuß und Schulter waren gebrochen, die

1850

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Bruder führte. Dem Lehnstuhl gegenüber, in welchem KlaudiuS gern auSruhte, wenn er von der Last des Ta, geS ermüdet Abends heimkehrte, saß Klärchen still am Boden, die Hände über die Kniee zusammengeschlungen, und sah mit thränenfeuchtem Blick einige Feuerbrän­de verlöschen, deren rothe Flammen auf dem Heerde knisterten.

Johann näherte sich sanft der armen Wittwe und

^ Hüften zerschlagen. Vielleicht hätte man die Brüche hei- f ergriff sie bei der Hand. Klärchen erkannte ihn, schrie °'"Mn, den Verwundeten retten können, aber ein Blutsturz, | laut auf und warf sich ihm in Thränen schwimmend um durch die Verletzung der Hirnschale verursacht, führte noch j den Hals.

dieselbe Nacht den Tod herbei. über war, setzte sich I

M Die ganze Familie war um das Sterbebett versam- sie sanft an seine Seite.

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unseMelt. Die Hände in einander geschlungen und herab-

Als der erste Sturm ihrer Bewegung vor­

setzte sich Johann in den Lehnstuhl und zog

nem Tode"! sagte er,

iW« ^"^' ^"^ Master Peter an des Sohnes Lager; seine ' Gewissen eine Last.

„Ich bin nicht Schuld an sei- „unb doch fühle ich auf meinem

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Bugen wendeten sich mitunter vom Angesichte des Ster-

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Du bist Wittwe, Klärchen, in einem

Alter, wo Andere noch Mädchen sind. Du bedarfst deS

»«den zu Johann, der finster und still an der Wand ! Schutzes; wenn eS Dir recht ist, Klärchen: ich will Dein

Rnte. Klärchen saß weinend im Winkel. Die Uebrigen

w^ Wachen leise und schüchtern untereihanber.

^1^, Man hielt in Gemeinschaft die Todtenwache, uud eebn! ^kend dieser stillen Stunden ward bei dem tiefen Weh Wort der Anklage, kein Wort des Argwohns laut, der Leichnam auf dem Kirchhofe des Dörfchens bei# n i^Msktzt war, trat Johann bei der Dämmerung des Abends ^ârchcnS Wohnung.

Abi« ^s war ein mit Stroh bedecktes Häuschen. Eine

! Schirm und Beschützer sein" !

Klärchen wußte Nichts darauf zu antworten; ihre • Augen waren roth vom Weinen.

In einer Ecke deö Zimmers stand eine Wiege, in der ein kräftiger Knabe schlummerte, dem der Kummer noch fremd zu sein schien.

Johann erhob sich, ging zur Wiege und küßte daS Kind. „Ich werde den Kleinen beschirmen", sagte er,

^"^M» -'* v*ii um viivv »viu>i» v^uuv^m. tsiiit [ „und was auch kommen mag, eS soll ihm an Nichts

ch Dii 6s°èe Hecke von Hagedorn und Flieder schützte das Ge- f fehlen".

• Nußbäume beschatteten es; graue Amseln nisteten

®^e9e des Friedens. Das bescheidene Haus war t und sich das Gesicht mit beiden Händen bedeckend, brach "nen Büchsenschuß vom Pachthof entfernt. Jo- f sie von Neuem in lautes Schluchzen auS.

b. ^Im öffnete die Thüre; auf einer Truhe stand eine La- s Dieser Schrei erschütterte Johann auf's Tiefste. Er plj C' ^b sparsam den kleinen Raum erhellte. Am s konnte sich nicht in KlärchenS AuSruf irren, er klang icjet oteii lagen noch die stolzen Waffen des Gardisten, der ' wie ein Borwurf, aber wie der Vorwurf eines zärt- mUl^9 ""^ in Hoffnung auf SiegStrophâen die Häßlichen Herzens Er fühlte sich bis in's innerste Mark bet Gerechtigkeit vielleicht gar gegen den eignen : seiner Seele getroffen. Er trat zu ihr hin, sie zu trösten.

„Ach Johann, mein armer Johann"! schrie Klärchen