ft Der Wanderer.
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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.
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1850
M 167
Edelmann und Bauer.
ovelle nach A. Achard.
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(Fortsetzung.)
diesem Tage bis zu dem, der Johann und das.
auf der Zwergwiese zusammenführte, waren obr^hs Monate vergangen, ohne daß sie sich begegneten. wmkHhxs von ihnen vermied die Plätze, wo sie sich gewöhn« * ^'«k sahen. Johann lebte säst wie ein Wilddieb in den
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gle!ch»"^rn, schlief nicht immer im Pachthof und aß fast
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So standen die Sachen, als Fräulein von Fontaine M Unterredung einleitete, deren Ergebniß wir so eben nenä^'
!r HC. ^ltha hatte durch dieses Zerwürfniß viel gelitten. PfeilEie hatte ein gerades, einfaches Herz, welches vom An- ks jebfg Elends und jedes Schmerzes tief ergriffen ^Mrbr, um so mehr von solchen, die sie selbst, wenn auch >en $ren Willen, verursacht hatte. Sie ließ daher untW^ unversucht, um Johann zurückzuführen, aber indem >erühD si)n aufsuchte, zeigte sie ihm die Grenzen, die sie nie und -Mrschreiten wollte.
wen M ^^ Johann sich dem Willen, oder vielmehr den vonW
den ersten Gedanken dazu gegeben. Wenn man allein ist und unglücklich, so ist vom Zweifel bis zum Glauben an das Neble nur ein Schritt. Nach Verlaus eines Monats war Johann der Ueberzeugung, er sey daS Opfer der Ränke eines verschmitzten Frauenverstandes.
Bertha'S HeirathSgeschichte würde ihn nicht so verwundert haben, wenn er bei einem ganz einfachen Gedanken stehen geblieben wäre, den aber sein von bösem Vorurtheil ergriffener Geist außer Betracht ließ.
Herr v. Fontaine war nicht Aristokrat in der strengsten Bedeutung deS Worts, aber er hatte in hohem Grad Ehrfurcht vor seinem Namen, den er mit Stolz trug; daraus entsprang der legitime Wunsch, sein HauS fortzupflanzen, zu dessen Erbschaft eine von jedem Flecken freie Ehre gehörte. Den tiefen Schmerz, den er beim Verlust seines letzten Sohnes empfand, vermehrte noch der. Kummer, den Namen Fontaine verlöschen zu sehen. Seit der Zeit dachte er ernstlich daran, seine Tochter zu verheirathen, in der Hoffnung, seinen Stamm wieder auf, blühen zu sehen. Herr von Puiseur, der entfernt mit ihnen verwandt war, besaß alle Eigenschaften, die man bei einem Schwiegersohn wünschen konnte; man kam über«
willen, oder vielmehr den ! ein , daß der erste Sprößling dieser Heirath durch Erb- orauleins fugte , war er voll Zuversicht, aber j folge den Namen und die Wappen von Fontaine tragen
,nlichM^"^ hier wie bei so vielen Dingen: die Absicht war
lickt, "A* als die Ausführung. Den ersten Tag, als er nzen 'Denha am Arme des Herrn von Puiseur erblickte, enb Aue c'ank ihm aller Muth.
'L Er verzichtete darauf sie zu sehen, er floh zuruck in 'ie Wälder. Aber die Einsamkeit erbitterte ihn noch mehr; iMt mußte sich Bertha'S Worte immer wiederholen und bald dahin, ihnen nicht mehr zu glauben; eS oczekchien ihm unmöglich, daß Herr von Fontaine die Hei- -^^h seiner Tochter ohne ihr Zuthun betrieben. ES
$*$ sich ihm der Argwohn ein, sie selbst habe vielleicht
sollte. Bertha, die keinen andern Wunsch hatte, als die schmerzlichen Wunden zu heilen, die ein dreifacher Tod dem Herzen ihres Vaters geschlagen hatte, ging Alles ein, was er wünschte, aber man begreift, daß sie diesen vorherrschenden Grund ihrer Verbindung mit Karl von Puiseur dem unglücklichen Johann nicht mittheilen konnte. —
Sechs Monate nach dieser Heirath lebte Johann in tiefster Einsamkeit. Schon begannen die Wildmeister und Gendarmen auf den unerschrockenen Jäger aufmerksam zu werden, der seit langer Zeit vergessen hatte, seinen
