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Der Wanderer.
Belletristisches Beiblatt zur
Allstem. Zeitung.
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1850
Edelmann und Bauer.
Novelle nach A. Achard.
(Fortsetzung.)
Bertha sprach mit solcher Sanftmuth und Sicher
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en L«!?) auch übte sie eine so vollständige Herrschaft auf
jent bjren jungen Gefährten aus, daß seine Heftigkeit von ifel äst aufhörte.
^fl „Sie vermählen sich mit Herrn von Puiseur, und Sttè" ihn doch nicht", erwiederte er, den Blick auf zu dMtha gerichtet.
Seid« „Ich sehe wohl, daß Sie auf Ihre Art aus der einen Sturm machen wollen", antwortete lächelnd i^ J° soll man dieses Gefühl in Romanen malen, ren E. ^ n*e gelesen habe. Wenn ich so für meinen Gatten 1 Kmehlen soll, so ist freilich Nichts davon vorhanden. Aber
befanden«! eine dauernde Freundschaft, eine innige Achtung, tlich âe gleichmäßige Zärtlichkeit zum Glücke gehören, so 'L,Wube ich nicht, daß Herr von Puiseur mehr verlangen htS M »2, halten Sie ein", rief Johann, dessen Gesicht neiiiMl geworden war. „Sicher geschieht ein Unglück"!
ber, W „Wenn das Unglück mich treffen soll, so vergebe ich ^Mhnen".
chenkiM „Was wollen Sie denn, daß aus aus mir werden ize OM ? erwiederte Johann, dessen Herz in heftigen Regungen wiegenW Zornes und Schmerzes zitterte.
___4 âe sollen Entsagung lernen; ich habe sie gelernt ^ uur ein Weib".
9 £ „Sie"?
I '^Hvren Sie, Johann"! erwiederte das Fräulein, K ^e tiefe Bewegung erbleichen machte. „Ich will ein Beweis von Vertrauen geben, den ich noch »jemand gab; Sie werden dann sehen, ob ich das Kleid
* Betracht ziehe, um mein Herz zu zeigen".
M 164.
Ein ungewöhnliches Feuer leuchtete in Bertha'S Augen; sie hatte ihre Hand auf Johann's Arm gestützt.
„Mein Herz öffnete sich einmal der Liebe" , fuhr sie fort, „jetzt ist eS verschlossen. Der, den ich liebte, ist todt. Sie haben ihn gekannt, Johann, eS war der Waffengenosse und Freund meines BruderS".
„Herr von Villequier".
„Diese Liebe entstand in uns während deS Herbstes, den er auf Roche-blanche zubrachte. Als er sie eingestand, fand ich weder Unruhe noch heimliche Verwirrung, ’ unsere Herzen waren beide frei. Denselben Abend sprach ich mit meinem Vater. — Es ist gut, sagte er mir, aber Ihr seid Beide noch zu jung; er mag seine Laufbahn verfolgen; hat er sich die Hauptmannsepauletten geholt, so wollen wir Euch vermählen. — Ich werde sie mir mit meinem Blute erkämpfen! rief Villequier. — Ach
damals mußte ich nicht , daß er prophetisch sprach. Er erwarb die Epauletten , aber sie kosteten ihm sein Leben. Mein armer Bruder und er kämpften in derselben Schlacht; sie wurden Beide von Kugeln getroffen, als sie gegen die Araber fochten; sie fielen nebeneinander zu Boden, um nie wieder auszustehen. Die Verzweiflung, in der ich meinen Vater sah, gab mir die Kraft, die meinige zu unterdrücken; er hatte Niemand mehr als mich; ich widmete mich ihm ganz. Wenn ich nur meiner innern Stimme folgte und der Macht meiner Erinnerungen, würde ich als Jungfrau, als Waise sterben; aber mein Vater, ohne meine Gefühle zwillen zu wollen, gab mir zu verstehen, wie glücklich ihn meine Vermählung mit Herrn v. Puiseur machen würde. Es ist! die einzige Hoffnung seines Alters. Ich habe entsagt, nicht ohne Anstrengung, aber mit dem Gedanken, daß ich eine heilige Pflicht erfülle. Seit dem Tage hat mich das Glück meines Vaters für mein Opfer entschädigt, ich bereue es nicht, ich werde Puiseur's Gattin".
