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Der Wanderer.

MetrWeS Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. Jf 159.

w Cdelmann und Bauer.

Novelle nach A. Achard.

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M (Fortsetzung.)

Als Frau von Fontaine starb, mit dem Lächeln ei» ^ nes Engels, der in seine Heimath zurückkehrt, zählte

it| Bertha sieben oder acht Jahre. Von ihrer Kindheit an

geV »kannte man in ihr einen überlegenen Geist der sich, je Walter sie wurde, noch verstärkte; gezeitigt durch die Ruhe ^ dieser von der Welt entfernten Zurückgezogenheit', hatten

Dihre Gedanken von der Natur, in der sie frei aufwuchs, ernste Heiterkeit angenommen. Die Gewohnheit,

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durch die Felder zu streifen, der sie sich schon zeitig hingab, hatte, ohne daß sie es merkte, ihren Geist mit Nachdenken erfüllt. Zwischen großen Naturschauspielen und großen Gedanken ist ein geheimer Zusammenhang, der mächtig auf starke Organisationen wirkt. Die heiligen Nächte, der weite Himmel, die Stimmen, die aus den Wäldern tönen, das Rauschen des Flusses, das die Stille der Sommerabende wurchbricht, all das erweitert den Geist und erfüllt ihn mit der Majestät des Natnrlebenö.

Bertha war die Freude und der Stolz ihres Vaters. Indem er sie Herrn von Puiseur zusagte, glaubte er Diesem seinen köstlichsten Besitz zu geben, einen Besitz,

den ihm kein König der Erde aufwiegen konnte. Die Griebe des jungen Mannes schien die Größe dieser Wohl- I Hai zu verstehen und zu würdigen; alle Zärtlichkeit eines Luders und eines Liebhabers vereinigte sich in seinem ] Herzen für Fräulein von Fontaine. Er war ein Land- Wtdclmnnn, dessen Vermögen durchaus nicht mit dem I Bertha's wetteifern konnte, welche die einzige Erbin rett, ß einer Tante war, die im Umkreis der Loire Ländereien

L m^r als hunderttausend Thalern an Werth besaß. L'^11 Ma" das dem Schlosse Roche-blanche, der Meierei, le damit zusammenhing, und einem Hause in Blois,

das vom Vorgesetzten ihrer Mutter stammte, zufügte, so betrug das eine Mitgift von mehr als einer Million. Herr von Fontaine hatte in der That und absichtlich, als er Herrn von Puiseur zum Eidam wählte, lediglich die Ehrenhaftigkeit des Charakters, nicht den Mammon entscheiden lassen.

Karl, dessen Wahl von Bertha angenommen wurde, war zehn Jahre älter als sie. Er war ein großer junger blonder Mann, lauter wie Gold, sicher, entschlos­sen, von ausgezeichneter Eleganz, voll edlen Anstandes, muthig bis zur Tollkühnheit, kurz er war, waS man sonst das vollkommenste Muster eines Edelmanns nannte, und wofür man heutzutage, wo die Sitten dieses Wort verdorben haben, keinen Namen mehr hat. Vielleicht war Herrn von Puiseur's Bildung nicht so groß, als die Stärke seines Gefühles, welches ihn zu Berth'S Ritter machte. Vielleicht konnte man ihm auch etwas Hochmuth vorwerfen, einige wegwerfende Manieren, die gegen die einfachen Sitten der Landleute verstießen, und für die Bertha nie unterließ ihn auszuschelten.

Als die kleine Gesellschaft zu Pferde stieg, um nach Rocheblan-che zurückzukehren, hatte sich der Nebel gänz­lich zerstreut. Die Sterne brannten in hellerem Lichte, der Mond zeigte seine schmale Sichel, die wie die Klinge eines türkischen Säbels strahlte; die silberne Loire war der glänzende Spiegel deS freundlich hellen Himmels. Einige rothe Lichter durchbrachen mit ihren schlanken Funken den dunklen Horizont und bezeichneten die Stelle des Schlosses, dessen Mauern im Dickicht lagen.

He^rr von Fontaine, Herr von Puiseur und Bertha ritten durch die Felder, von der Dienerschaft getrennt, die in einiger Entfernung zurückgeblieben war. Die Hunde, die ungeduldig wurden, heulten der Spur ihrer Herren nach, beschnoperten die Erde und zerrten am Koppelriemen, an welchem der Diener sie hielt. Vater