Der Wanderer.
Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.
1850. — Jf 118
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Arthur Pendennis
(Fortsetzung.)
Nachdem er Major Pendennis gelobt, welchen Miß Costigan für einen echten wahren Gentleman, lavendelduftend und so nett und glatt wie eine Stecknadel, erklärte — und den Mr. Bows als die rechte Sorte von Kerlen, obwohl etwas zu viel von einem alten Stutzer bezeichnete, stiel es Mr. Foker plötzlich ein, die Beiden zu bitten, ob ste nicht noch diesen Abend dem Major auf seiner Stube im George einen Besuch abstatten und mit ihm speisen wollten. „Er sagte mir zu, mit mir zu essen, und ich denke, nach dem — nach dem kleinen Streite diesen Morgen, von welchem ich sagen muß, daß der General Unrecht hatte, würde ein solcher Besuch wie eine Freundlichkeit aussehen, Sie verstehen mich. Ich weiß, daß sich der Major in Sie verliebt habt, Miß Foth, er sagte so".
„Na, so kann sie ja immer noch Mrs. Costigan werden", versetzte Bows mit einem höhnischen Blicke; — „nein, dank Ihnen, Mr. Foker, ich habe gegessen."
Wahrhaftig, das war um Drei," versetzte Miß Costigan, welche einen gesunden Appetit besaß, „und ich kann nicht ohne Sie gehen."
„Wir werden Hummersalat und Champagner haben", sagte das kleine Ungeheuer', welches keiue Zeile Latein zu konstruiren oder eine Summe auszurechnen im Stande war, die über die Regel de Tri ging. Nun wäre Miß Costigan für Hummersalat und Champagner in einer gehörigen Portion sonstwohin gegangen, — und richtig sah sich Major Pendennis um sieben Uhr am Speisetische in Gesellschaft von Mr. Dowö, seines Zeichens ein Fiedler, und Miß Costigan, deren Vater ein paar Stunden vorher ihm das Gehirn hatte auöblasen Wollen.
i Um das glückliche Zusammentreffen vollständig zu ! machen, schickte Foker, welcher Costigans Lieblingskneipen kannte, nach dem Club in der Elster, wo der General ' eben daran war, ein pathetisches Lied zu fingen, und s lies ihn zum Abendessen abholen. Seine Tochter und Bows am Tische sitzen zu sehen, war allerdings ein Anblick, der sein Staunen erregte — Major Pendennis aber lachte und hielt ihm herzlich die Hand zum Einschlagen hin, welche der General avec effusion ergriff, wie die Franzosen sagen. Freilich war er beträchtlich ange, ' trunken und hatte sich bereits den Hals heiser geschrien j mit seinem Singen, als er bei der kleinen Speisegesell- ; schaft im George ein traf.
Er brach während des Essens mehr denn ein Mal in Thränen aus und hieß den Major seinen theuersten Freund. Schafskopf und Mr. Foker gingen mit' ihm nach Hause, während der Major galant der Miß Costigan seinen Arm gab. Als er den nächsten Tag seinen Besuch machte, wurde er äußerst freundschaftlich empfangen und allerhand Höflichkeiten wurden zwischen den beiden Herren gewechselt. Als er Abschied nahm, drückte er seinen angelegentlichsten Wunsch aus, Miß Costigan in irgend einer Hinsicht, in der er ihr nützlich seyn könne, zu dienen, und dann schüttelte er Mr. Foker herzlichst und dankbarst die Hand und sagte, dieser Gentlemann hätte ihm wahrhaftig den größten Dienst geleistet.
„Schon gut, ganz in der Ordnung," sagte Mr. Foker ; und so schieden. sie unter wechselöweiser Achtung.
Bei seiner Rückkehr nach Fairoaks am nächsten Tage erzählte Major Pendennis nichts von Dem, was sich den vergangenen Abend begeben, noch ließ er etwas davon merken, in welcher Gesellschaft er denselben verlebt. Indeß lud er Smirke ein, zu Tische dazubleiben, aber Jedermann, der gewohnt gewesen, seine Art und Weise ;u ' beobachten, würde bemerkt haben, daß in seiner Heiterkeit
