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mit seiner interessanten jungen Freundin (wie der Major höflicherweise Miß Fotheringay nannte) nur mit Wissen, wenn nicht mit der Billigung von Mrs. Pendennis fortzusetzen.

Schreibst Du ost an sie?" fuhr er fort.

Pen erröthete und sagte, „ei ja wohl hatte er ihr geschrieben."

„Vermuthlich in Versen, he, ebenso wie in Prosa. Ich errhuure mich, wie ich nicht lange unter dem Regi- mente war, für meine Kameraden Verse gemacht und auf diese Weise manche hübsche Dinger von Gedichten zu Tage gefördert zu haben. Vermuthlich hast Du Dich in Ver­sen versucht, Pen, He, nicht?"

Pen erröthete abermals und sagte: „Ei ja wohl hatte er Verse geschrieben!"

„Und antwortet Dir Deine Schöne in Versen oder in Prosa?" fragte der Major, indem er seinem Neffen mit der wunderlichsten Miene in die Augen blickte, wie wenn er damit sagen wollte: Was der Junge aber auch für ein Schafskopf ist!

Pen erröthete nochmals. Sic hatte ihm geschrieben, aber nicht in Versen, gestand der junge Liebhaber, indem er seiner Brusttasche mit seinem linken Arme einen inni­gen Druck zukommen ließ, was der Major, nach seiner Gewohnheit, bemerkte.

„Du hast, wie ich sehe, die Briefe dorthin gesteckt", sagte der alte Krieger, indem er Pen zurückte und auf seine eigene, von Mr. Stultz tüchtigst mit Baumwolle auswattirte Brust zeigte. „Ich weiß, daß Du sie da hast, und würde was drum geben, sie zu^sehen."

„Ei", sagte Pen, indem er die Stiele der Erdbeeren um seine Finger sich drehen ließ, „ich — ich", aber die­ses Wortes war kein Ende, und Pen's Gesicht sah so komisch auS in seiner Bestürzung, als der Major eS be. obachtete, daß derselbe seine Würde nicht länger mehr zu bewahren vermochte und in ein krampfhaftes Gelächter ausbrach, in welchen Chorus auch Pen sich nach einer Minute einzustimmen gezwungen sah, wo er denn von Herzensgründe lachte. (Forts. folgt.)

Mozarts Leben von Alexander Oulibicheff.

(Fortsetzung.)

1781—1782. Joseph II., der eben so großartig in seinen Absichten, als andere Souveräne in ihren Hand­lungen , war, hatte selbst daS lyrische Theater in seine Reformprojekte eingeschloffen. Sein edler Patriotismus gab ihm den Gedanken ein, eine nationale Oper neben der italienischen zu gründen, welcher Deutschland tribut­

pflichtig war. Er hatte den Mann herausgefunden, der sein Vaterland vom Joche des Auslandes befreien sollte. Joseph berief deßhalb die besten eingebornen Sänger in seine Hauptstadt, gab ihnen Mozart zum Maestro, und diesem ein artiges Stück von Bretzner zum Terte einer Oper. Der Titel derselben hieß: die Entführung auS dem Serail oder auch: Belmonte und Konstanze.

Die Absichten des Kaisers wurden durch den glän­zendsten Erfolg gekrönt. Die erste dieses Namens wür­dige deutsche Oper wurde mit Begeisterung ausgenom­men, und bald darauf auf den ersten Theatern Deutsch­lands gegeben. Es war dieß die glücklichste Reform Jo, seph'ö II., in der Hinsicht nämlich meine ich, als sie die dauerhafteste war.

Bretzner's Stück war in seiner ursprünglichen Form eine Operette oder Komödie mit Arien. Um eine wirk­liche Oper aus ihr zu machen, mußte sich Mozart erst zuvor an einen Herrn Stephani wenden, der die nöthi, gen Einschiebungen unter seiner eigenen Leitung ausführte. Jeder Musiker, Künstler oder Liebhaber wird gewiß mit großem Interesse den Brief lesen, den unser Komponist an seinen Vater schrieb, nachdem er sich an die Bear­beitung der Entführung gemacht hatte. Er ist eines der werthvollsten Stücke seiner Korrespondenz, vielleicht das einzige Bruchstück von seiner Hand, in welchem Mozart sich die Mühe gab, seine eigene Arbeit zu erklären und zu zergliedern. Ich will dasselbe ganz geben, allein ich mache den Leser darauf aufmerksam, daß, um eS völlig zu verstehen, derselbe die Musik der Oper ganz im Ge- dächtniß oder vor Augen haben muß.

Wien, am 26. Sept. 1781.

„Die Oper hatte mit einem Monolog angefangen, und da bat ich Herrn Stephani, eine kleine Ariette da­raus zu machen, und daß, anstatt nach dem Liedchen des Osmin die zwei zusammenschwatzten, ein Duo da­raus würbe. — Da wir die Rolle des OSmin Herrn Fischer zugebacht haben, welcher gewiß eine vortreffliche Baßstimme hat, obwohl der Erzbischof zu mir gesagt, er singe zu tief für einen Bassisten, und ich ihm aber be, theuert, er würde nächstens höher singen, so muß man so einen benutzen, besonders da er das hiesige Publikum ganz für sich hat. — Dieser Osmin hat aber im Origi­nal-Büchel das einzige Liedchen zu singen, und sonst nichts, ausser in dem Terzett und Finale. Dieser hat also im ersten Akte eine Arie bekommen, und wird auch im zweiten noch eine haben. Die Aria habe ich dem Herrn Stephani ganz angegeben, und die Hauptsache der Musik davon war schon ganz fertig, ehe Stephani ein Wort davon wußte. — Sie haben nur den Anfang daran und das Ende, welches von guter Wirkung seyn muß. — Der Zorn des OSmin wird dadurch in daS