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wäre voll bis an die Decke, so laut war ihr Applaus. Das rothe Gesicht und der zottige Backenbart Mr. Costi- gan'S lauschten auS den Coulissen hervor. Pens Augen thaten sich weit und glanzend auf, als „MrS. Haller" mit niedergeschlagenem Blicke eintrat und dann, das Rauschen des Beifalls wohlgefällig einsawmelnd, daS Haus mit einem dankbaren Lächeln überflog und mit über der Brust gefalteten Händen in einem prächtigen Knir niedersank. Noch mehr Applaus, noch mehr Regen­schirmgestampf! und Pen, glühend von Wein und Begei­sterung, klatschte diesmal in die Hände, und schrie sein „Bravo I" lauter als Alle.» „MrS. Haller" sah ihn, und alle Uebrigen sahen ihn, und der atte Mr. Bows, der kleine erste Geiger des Orchesters ^welches diesen Abend auf die freundliche Erlaubniß des Obersten Swallowtail durch eine Abtheilung von der RegimentSmusik der Dra­goner verstärkt war) blickte von seinem Notenpulte, an dem er, neben sich seinen Krückenstock, saß, empor und lächelte über den Enthusiasmus deS jungen FantS.

(Fortsetzung folgt)

Mozar t's Lebe« von Alexander Oulibicheff.

(Fortsetzung.)

Der weitere, an musikalischen Erzeugnissen so reiche Verlauf von Mozarts Leben verwickelt den Biographen unwillkürlich in kritische Untersuchungen über das Ent­stehen und den Werth derselben. Wir wollen versuchen, uns diesen Untersuchungen fern, und blos an die lebenS- geschichtliche Momente zu halten.

Das Jahr 1767 verbrachte Mozart mit dem Stu- diren Bachischer und Händelscher Kompositionen und der Tonwerke der altitalienischen Meister, Stradella, Sca» lathi, Leo und Durante. Im Herbst dieses Jahres be, gab sich Leopold Mozart mit seinen beiden Kindern nach Wien. Die dort herrschenden Blattern zwangen ihn, nach Olmütz zu fliehen. Die beiden Kinder wurden den­noch von dieser Krankheit befallen. Nach zwei Monaten kehrten sie nach Wien zurück. Am Hofe Joseph II. wurde ihnen die schmeichelhafteste und ausgezeichnetste Aufnahme zu Theil. Ungeachtet die einflußreichsten Per­sonen sich für sie interessirten, wurde dennoch der dieß­malige Aufenthalt in Wien eine fortgesetzte Kette von Unannehmlichkeiten, Plackereien und Täuschungen. Wolf­gang hatte damals daS Kindesalter beinahe hinter sich. Er konnte auf die wohlwollenden Gesinnungen, die ein so zartes Alter erregt, keinen Anspruch mehr machen. Seine Neider unter den Musikern, und ihre Zahl war

nicht gering, verbreiteten das Gerücht, seine Stiftungen wären nur eingelerntes Zeug, und seine Kompositionen rührten vom Vater her. Sie wußten auf die geschickteste Weise die Aufführung der Oper: la finta siriiplice (die einfache List) zu vereiteln, die Mozart auf Wunsch deS Kaiser Joseph geschrieben hatte.

L. Mozart kam aber dieser Taktik auf die Spur, und eS gelang ihm, durch einen Meisterstreich sie zu Schanden zu machen. Er erfuhr, daß einer der Angesehensten unter den Verschworenen in einem sehr zahlreichen Kreise von Musikliebhabern ein Konzert von seiner Komposition, daS noch Manuskript und als das non plus ultra von Schwierigkeiten zum Voraus angekündigt und auspo­saunt worden war, zu spielen beabsichtige. WaS that nun unser schlauer Salzburger; er ging in das HauS des Musikfreundes, in welchem die Produktion stattfinden sollte, und bot ihm die Dienste seines Sohnes für den festgesetzten Abend, jedoch mit der ausdrücklichen Bedin­gung an, daß er Niemanden ein Wort davon sagen dürfe. Der Andere, welcher in diesem Anerbieten nur ein vermehrtes Vergnügen für seine Gäste erblickte, nahm dasselbe mit Freuden an. Am festgesetzten Abende erscheint der vermeintliche Held deS Festes in dem selbstzufriedenen Bewußtseyn deS sicher zu erwartenden Beifalls. Bereits liegt daS Manuskript auf dem Pulte; schon haben sich die Liebhaber um das Klavier gruppirt und warten mit gespannter Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Ge­nuß. Der Professor setzt sich, räuspert und schnäuzt sich. In diesem Augenblicke wird die Thüre geöffnet. — Ohne Zweifel ein Gast, der sich verspätet hatte. Welche Ueber# raschung, welche Hinterlist! es ist der gefürchtete Salz­burger, er selbst, der Geist Banko's bei Macbeths Mahle. Jetzt gab es keine Möglichkeit, ihm zu entgehen. Der Herr des Hauses, der Nichts ahnete, drückt sein Ver­gnügen aus, daS ihm zu Theil werde, zwei so ausge­zeichneten Virtuosen Gelegenheit zu verschaffen, sich ge­genseitig kennen zu lernen. Man sagt sich die schmeichel, haftesten Dinge, wie man es stets bei solchen Gelegen­heiten zu halten pflegt. Während aber der wiener Pro­fessor und L. Mozart sich in Artigkeiten erschöpfen, geht Wolfgang, der in seinem Leben nie lernte Komplimente zu drechseln, auf die Hauptsache, daS heißt, auf das Kla­vier zu, und spielt das Konzert vom Blatte weg, und zwar wie eine Komposition, die man zuvor mit allem Fleiße für den öffentlichen Vortrag einstudirt und aus­wendig gelernt hat l Um aber dem Komponisten deS Konzerts Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, müssen wir berichten, daß sein Gewissen, durch die Bewunderung erweckt, sein Uebelwollen nicht länger mehr die Oberhand behalten ließ. Er konnte nicht umhin, öffentlich zu be­kennen: „daß er alS ehrlicher Mann eingestehen müsse,