Freunde ein paar Dritlelstücke und verließ Hamburg zu Fuße, einen dicken Knotenstock in der Hand, um vorerst seine alte Mutter aufzusuchen , die in einem hannoverschen Stävtchen wohnte. Im Grunde war Fritz kein übelgerathener Junge, und der leichtsinnige Streich, zu dem er sich hatte verleiten lassen, sollte ihm zur Lehre fürs ganze Leben dienen, und ihn vor jedem Rückfall behüten. Seiner Mutter berichtete er Alles, und gab sich Mühe ein Unterkommen zu erlangen. Mit zwanzig Jahren kann man mit Fleiß und anstelligem Sinn schon zu etwas kommen. Fritz ließ keine Gelegenheit aus der Acht, die sich ihm darbot , ihn weiter zu bringen. So kam eö, daß er bald ein gutes Geschäft hatte, und da er sparsam dabei lebte, und den Schilling wahrnahm, wie es heißt, so brachte er bald einiges Vermögen zusammen. Was er jetzt gewann, gewann er nicht im Spiele oder in zu gewagten Unternehmungen, was im Ganzen auch nichts Anderes ist, sondern durch Angestrengte Thätigkeit, durch kluge Berechnung und Spar- samkeit. Nach und nach wurde er wohlhabend; für seinen Stand reich, und er, der das schöne Hamburg einst zu Fuß, mit einigen geborgten Schillingen in der Tasche, hatte verlassen müssen, kehrte jetzt zu Wagen dorthin zurück.
Nach seinem früheren Prinzipale und dessen Tochter erkundigte er sich nicht, weil er die trübe Erinnerung an jene Zeit jo viel wie möglich fern von sich halten wollte. Es wurde ihm leicht; denn dem Geize des VaterS, sowie der Eitelkeit und Putzsucht der Tochter, die er überdieß niemals geliebt hatte, schrleb er ja den traurigen Fehltritt seiner Jugend und dessen Folgen allein zu. Es hatte sich in seinem Herzen ein bitteres Gefühl gegen den Alten festgesetzt, der ihm einen kurzen Kredit, bei dem er nichts gewagt hatte, so schonungslos abgeschlagen, und Meta'S Neigung für Brillanten hatte ihm in der That fünfzehnhundert Mark seines Vermögens gekostet.
(Fortsetzung folgt.)
Miszellen.
Die Ehe eines Weißen mit der Abkömmlingin eines Negers, wie entfernt auch der Grad sey, ist bekanntermaßen in den sklavenhaltenden Staaten ungesetzlich. Der Scharfsinn hat mehrere Wege gefunden Das zu umgehen. Weil aber das Gelingen den Betreffenden nicht allein großer Verachtung aussetzt , sondern auch seiner bürgerlichen Rechte beraubt, werden sie selten gewählt. Ehe ein Weißer sich mit einer Farbigen gesetzlich ver- | heirathen kann, muß er schwören, daß er farbiges oder Negerblut 3
I in seinen Adern habe. Die Schwierigkeit für einen Weißen I solchen Eid zu leisten, besteht theils darin, daß derselbe meist ganz falsch ist, theils in der traurigen Thatsache, daß er durch das Anerkennen eines solchen Flecks auf seinem Schilde sich aus freien Stücken für immer von aller Gemeinschaft mit seinen Landsleuten ausschließt. Wie groß deshalb auch der natürliche Widerwille gegen einen derartigen Schritt sey, wurde er doch vor kurzem von einem jungen Amerikaner in Neuorleans gethan. Ein reicher Kaufmann und Zuckerpflanzer, jüdischer Abkunft wie ich glaube, hatte ein einziges Kind, eine Tochter, aber Quadroon (erzeugt von einem Weißen mit einer Mulattin), übrigens sehr schön und fein gebildet —mich in üblichster Weise auszudrücken. Die junge Dame war zuverlässig Erbin von ihres Vaters Schätzen; allein der Vater wollte weder sein Vermögen noch seine hübsche Quadroon einem Andern als einem Weißen und diesem nur in gesetzlicher Ehe geben. Trotz so mächtigen Magnets fand sich nur ein Verwegener, der um die Hand des Mädchens warb, und sich bereit erklärte den erforderlichen Eid zu leisten. Um dabei nach Möglichkeit sein Gewissen zu beruhigen, ritzte er den Finger seiner schönen Braut, und träufelte den hervorquellenden Blutstropfen in eine sich vorher beigebrachte Wunde. Dann beschwur er furchtlos und mit offener Stirn, daß Negerblur in seinen Adern fließe, worauf er die zur Verheirathung nöthige Erlaubniß erhielt. Allein nach solchem Bekenntnisse duldete es ihn nicht länger in Amerika. Also zog er mit seiner reichen und lieblichen Gattin nach dem in diesem Falle liberalen Europa, wo Reichthum überall Beachtung findet, und man es mit den Schattirungen der Farbe nicht so genau nimmt."
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Der Direktor Peter ».Cornelius, welcher sich bekanntlich der hohen Gunst des Preuß. Königs zu erfreuen hat und ohne ein bestimmtes Amt zu bekleiden, ein Jahrgehalt von 3600 Thlrn. neben freier Wohnung bezieht, hat plötzlich das Verlangen gestellt, daß ihm für die Cartons zu den Frescomalereien in dem Königsmausoleum die enorme Summe von 95,000 Thlrn. gesichert würde! Die Bewilligung dazu muß von den Kammern erfolgen, da sowohl der Bau des neuen evangelischen Domes, als auch der des Campo santo nicht aus königl. Schatulle, sondern aus Staatsmitteln fortgesetzt werden soll. Die Kosten für die Ausführung der Cartons al Fresco werden aber ebenfalls noch auf 150,000 Thlr. veranschlagt, sodaß also die ganze Malerei etwa 255,000 Thlr. zu stehen käme. Man hatte bisher allgemein angenommen, daß Peter v. Cornelius die gedachten Zeichnungen und Entwürfe als Gegenleistung für das ihm zutheilwerdende bedeutende Jahrgehalt anfertige und ist daher jetzt um so mehr überrascht, jene immensen Foderungen zu vernehmen.
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Der Dichter der „Wlasta", Karl Egon Ebert, befindet sich seit einigen Wochen in Wien; leider ist er nicht mehr poetisch und nur für die Kohlen-Bergwerke in Böhmen thätig, man kann daher von ihm sagen: Der Dichter Ebert ist zur Grube gefahren.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
