Einzelbild herunterladen
 

Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. M 85.

Arthur Pendennis.

(Fortsetzung.)

Hierauf schlenderten die Herren Foker und Pen mit einander die hohe Straße entlang, wobei Ersterer eine Cigarre im Munde stecken hatte, die er aus einem Etui gezogen, das schier so dick wie ein Mantelsack war. Er ging in Mr. Lewis Laden, es wieder zu füllen, und schwatzte mit diesem Herrn eine Weile, indem er sich auf den Ladentisch setzte; dann guckte er ein Mal bei dem Obsthändler hinein, das hübsche Mädchen dort zu sehen, welcher er ähnliche Schmeicheleien sagte, wie vorher am Schenktische in George; dann gingen sie an der Tage­blatt-Expedition vorbei, für welche Pen sein Packet mit dem TitelEinige Zeilen an Thyrza" fertig in der Ta- sche hatte; aber der arme Pen getraute sich's nicht, den Brief in deS Herausgebers Kasten zu stecken, wäh­rend er mit solch' einem feinen Herrn ging, wie Mr. Foker war.

Sie trafen mit schweren Dragonern von dem Regi- mente zusammen, welches in Chatteries seine Garnison hatte, blieben stehen und unterhielten sich über die Bälle in Baymouth, und was für ein hübsches Mädchen Miß Brown und was für eine höllisch schöne Frau Mrs. Jo, nes wäre. Es war umsonst, daß Pen sich in'S Gedächt­niß zurückrief, was Foker für ein dummer Esel in der Schule gewesen, wie er kaum lese i gekonnt, wie er nicht einmal reinlich von Person und allbekannt wegen seiner Tölpelhaftigkeit und Albernheit gewesen sey. Mr. Foker hatte mit einem Gentleman auch jetzt nicht mehr Aehnlichkeit, als in den Tagen, wo er in die Schule ging; und doch fühlte Pen einen heimlichen Stolz, als er die Hohe Straße mit einem jungen Menschen hinab, wandelte, welcher einen Tandem besaß, mit Offizieren sprach und Schildkröte nebst Champagner für sein Mit-

tagSefsen befahl. Er horchte, und sogar mit respektvoller Aufmerksamkeit, auf die Beschreibungen Fokers von dem, was die Leute auf der Universität trieben, von welcher dieser eine Zierde war, hielt lange Geschichten über Kahnwettsahrten, Prügeleien, Grasplätze vor den Kollegien und Milchpunsch auS und fühlte in sich den Wunsch rege werden, selbst in ein Kolleg zu gehen, als einen Ort, wo es so manneswürdige Freuden und Ver­gnügungen gäbe.

Da in diesem Augenblicke Pächter Gurnett, welcher nahe bei Fairoaks wohnt, »orbtiritt und vor Pen an den Hut griff, so ließ ihn letzterer anhalten und schickte ihn mit einer Botschaft an seine Mutter: er wäre mit einem alten Bekannten von der Schule her zusammenge­troffen und würde in ChalterieS essen.

Die beiden jungen Herren setzten ihren Spaziergang fort und gingen über den Kirchhof, um die Kathedrale, wo sie die Musik des NachmittagsgottesdiensteS hören konnten (eine Musik, welche Pen stets außerordentlich ergriff und rührte); wohin aber Mr. Foker nur zu dem Zwecke lenkte, weil er sich die Kindermädchen besehen wollte, welche sich dort sehr häufig auf dem Ulmengange herumtreiben, und welche in Chatteries ungemein hübsch sind. Hier gingen sie auf und ab, bis, nach einer schließ- lieben Kraftanstrengung der Musik, die kleine Gemeinde die Kirche verließ.

Der alte Doktor Portman war einer der Wenigen, welche auS der Pforte des HeiligthumS traten. Als er Pen gewahr wurde, kam er herzu und gab ihm die Hand und blickte dann mit Verwunderung auf Pen'S Freund, auS dessen Mund und Zigarre Wolken von Duft quollen, die sich rund um das würdige Gesicht und den schäbigen Hut des Doktors kräuselten.

Ein alter Schulkamerad von mir, Mr. Foker", sagte Pen.