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dern, sind von dem Professor Hübner gezeichnet worden und bei der Ausführung eines Theiles derselben hat ein Freund jdes Herrn Schmechten mitgewirkt. Jedenfalls ist das Resultat dieses neuen Versuches ungemein be- friedigend und macht der Beharrlichkeit der AuSsühren- den große Ehre.

Theater.

Hf Uhlands Ernst von Schwaben. (Schluß.)

Und als nun Werner in dem Entscheibungskampf gegen daS zahlreiche Heer des Kaisers, aus vielen Wun­den blutend gestorben, da fühlte Ernst, bei diesem Todten müsse auch er sterben, hier sey der Markstein seiner Tage, seine Heimath, sein Hof und Erbgut, hier sein Herzogthum.

Mit diesem Mann hab' ich mein Leben lang Geeifert und gewettet in der Treu, Der Tod nur hat dem Wettkampf noch gefehlt.

Jetzt stürzt er in die Schlacht und stirbt für mich.

Nicht laß ich ihm den Preis; sterb ich für ihn,

Dann greifen beide nach dem Siegeskranz.

In Werner von Kyburg dieselbe glühende Flamme der Freundesliebe; dazu der Stolz, allein dem Herzog noch Vasall zu seyn, wo alles den Verbannten.verlassen hat. Eine kräftig ritterliche Gestalt, dem, wie im Wetterstrahl die Saat gedeiht, durch den Bannstrahl die Kraft gewachsen ist. Vortrefflich ist seine Treue, Erge­benheit in dem Zuge dargestellt, daß er den Handschuh, den der Kaiser als Symbol der Reichsacht gegen Ernst auf den Boden geschleudert, „daß er verworfen und zer­treten sey", als theures Kleinod an seiner warmen Freundesbrust aufbewahrt. Von seinem Patriotismus, wie er sich namentlich in der herrlichen Erzählung von der Kaiserwahl ausspricht, war schon die Rede; bei dieser Vaterlandsliebe ist der reine Sinn für Freiheit in ihm lebendig, für die er Mangold werben will, deren strenger Dienst, die Verbannung, Schmach und Noth bringt, ihn oft gemühet, aber nie gereut hat. Das letzte Wort, das seine bleichwerdenden Lippen auSspra- chen, ist: Gottlob! ich sterbe frei!

Der Charakter Giselas, der überall die wahre Weiblichkeit entfaltet, enthüllt sich besonders schon in dem dritten Akte, wie sie zum Himmel gewendet, fleht, daß das Schwerdt Mangolds nicht die Brust ihres theu- ren Sohnes durchbohre. Und wie sie in dieser Szene als die zärtliche, tief fühlende Mutter erscheint, so zeigt sie sich in der folgenden, Adalbert von Falkenstein gegen­über, als wahre Kaiserin:

Und thront bet Kaiser mit dem Schwert des Rechts, So throne ich mit der Gnade Palmenzweig;

Vermittlerin bin ich, Fürbitterin,

Wie meinen Kindern, so dem ganzen Volk.

Und in der Folge dieser Rede zeigt sie sich in einer solchen Höhe, daß sie den thatenlosen Büßer Adalbert, der sie des Leichtsinns beschuldigte, durch die Kraft ihrer Gewissensreinheit, durch das Bewußtsein wahrer christ­lichen Werkthätigkeit in seiner stolzen Demuth vernichtet, und ihn zu seinen Pflichten als Vater und Vasall zu­rückführt.

Wir übergehen nach dieser kurzen Charakterskizze der Hauptpersonen der Tragödie die Nebenfiguren, nicht als ob sich über die Anlage derselben wenig sagen ließe, sondern weil ihre Exposition uns zu weit von unserem vorgestecktcn Ziele abführen würde.

Es bleibt uns nur noch wenig zu sagen über die Versöhnung in der Tragödie. Ernst und Werner sind gefallen; mit dem Tode haben sie ihre Unternehmungen gebüßt. Ernst gab der Stimme des Herzens Gehör, und nicht der Politik, er verstieß dadurch gegen die be­stehende Ordnung. Er mußte gegen sie ankämpfen und unterlag.

Das Recht des Bestehenden, der Ordnung des StaatS und der Kirche war die sittliche Macht, an welchen er zerschellte. Aber ein hoher Ersatz für alle Leiden war ihm schon hier die Liebe des Freundes, sie wog ihm sein Herzogthum auf, und als Werner gefallen, so hat auch für ihn nichts mehr Reiz in dieser Welt; er stirbt für ihn den freiwilligen Tod. ■

Eine schöne Zuversicht, die ihn erhebt, und uns be, ruhigt, tönt unS aus seinen letzten Worten entgegen:

— Die Welt hat unS verworfen,

Der Himmel nimmt uns auf. Mein Werner!

Noch reiner spricht sich die Versöhnung in AdelbertS Worten auS:

Geächtet ward die Treue von der Welt, Zum Himmel, ihrer Heimath, schwebt ste auf,

Und als nun auch auf des Kaisers Wunsch die Kirche die Gefallenen von dem Banne befreit, und da­durch jeden Flecken von ihrem Andenken wegnimmt, ge­wonnen ist, faßt die ganze Anerkennung des hohen Wer­thes der Freundestreue, wie sie sich in Ernst und Werner offenbart hat, Gisela am Schlüsse der Tragödie zusam­men ; und wie sie gewiß ist, daß dieselbe von der Nachwelt als ein leuchtendes Beispiel werde gepriesen werden, so wendet sie unseren Blick nach oben, und ver­söhnt unS in der tröstlichen Gewißheit, daß dort, nach Leiden und Noth, die Freude zu^ schönerem Leben er­wachen werden.