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neS Wirkens ausgesteckt." Mit diesem sicheren Gefühle seiner Pflicht, mit der Entschiedenheit deS Willens ver- bindet er jene rasche Thatkraft, die allein vermag», auf hoher Stelle Großes zu vollbringen. „Ja, dieser Kaiser schreitet schnell." Und wenn es ihn auch, wie es allen kräftigen Naturen eigen ist, nach Unbeschränktheit, nach Alleinherrschaft 'und nach der Erblichkeit in seinem Stamme verlangt, so steht er gerade als Kaiser, als Schirmherr Deutschlands von äußeren und inneren Fein­den , als Mehrer des Reiches doppelt kräftig und ener­gisch da, so daß Gisela mit Recht ihm zurufen konnte:

O Kaiser! staunen wird die Folgezeit,

Wenn sie vernimmt vom Aufschwung Deiner Macht, Von Deines Herrscherarmes Festigkeit.

In Ernst finden wir gleich zu Anfang, den Cha­rakter, dem die Prosa kalter Politik und Berechnung fremd ist; das unmittelbar Empfundene und Gefühlte, das ursprünglich Menschliche in seinen edlen Regungen, ist das was ihn anspricht und in ihm zur Triebfeder der That wird. In seinem ganzen Auftreten ist er eine je­ner idealen, nur für das Edle und Hohe begeisterten Gestalten. Als der Kaiser von ihm die zwiefache Pflicht verlangt, daß er sich nicht als Sohn dem bittersten Feinde des Vaters zugeselle, und von dem deutschen Fürsten, daß er nimmermehr den Friedestörer in seinem Lande hege, so erwiedert er:

Nennt's wie ihr wollt, doch ist es Treue nicht,

Es ist nicht Freundschaft, ist nicht Dankbarkeit,

Nichts, was begeistern könnt' ein edles Herz.

Dieses feste Gefühl für Freundestreue, das er gleich Anfangs als in ihm lebendig angekündigt, bewährt er unbeirrt durch die That, indem er mit der edelsten Selbstverlâugnung lieber seinem Herzogthum entsagt, lieber Acht und Bann auf sich nimmt, als von seinem in der Noth treubefundenen Werner läßt. Und nun folgt in dem Laufe der Tragödie der schöne Wetteifer ächter Freundestreue zwischen beiden Männern, der rüh­rendsten Ergüsse wechselseitiger Ergebenheit, und die Bewährung aller dieser Versicherungen durch die That.

(Schluß folgt.)

Miszelle«.

Die im Nachlasse des kriegsgerichtlich Hingerichteten Kom­mandanten der Wiener Nationalgarde Messen Hauser vor­gefundenen Manuskripte sollen öffentlich in Wien versteigert werden. Unter denselben befinden sich ein Drama, ein Roman in fünf Bänden und eine Geschichte des Alterthums in zehn Bänden.

Die Britin Elisabeth St. Leger war die einzige in das alte Geheimniß der Freimaurerei eingeweihte Frau. Das „Li- merik-Chronicle" erzählt, wie sie zu dieser Ehre kam. Ihr Vater, Lord Donneraile, ein sehr eifriger Maurer, hielt eine Loge in Donneraile-Haus, an welcher seine Söhne und einige vertraute Freunde Theil nahmen, und man versichert, daß nirgend die Pflichten des Ordens strenger geübt wurden als hier. Es traf sich, daß vor der Einweihung eines Herrn in den ersten Grad der Freimaurerei Miß St. Leger als junges Mädchen sich in einer an das als Logenzimmer gebrauchte Gemach anstoßenden Stube befand. Dieses Gemach erlitt zu jener Zeit einige Ver­änderungen, unter andern ward an einer Stelle die Wand be­deutend verringert. Die junge Dame, welche die Stimmen der Freimaurer hörte und von Neugier getrieben wurde, ein so lang und tief bewahrtes Mysterium zu schauen, wagte es, mit ihrer Scheere einen Ziegelstein aus der Wandung zu kratzen und nahm die Zeremonie die zwxi ersten Grade hindurch in Augenschein. Nachdem die Neugierde befriedigt war, bemächtigt sich plötzlich die Angst ihres Gemüthes. Kein anderer Ausweg zur Flucht war möglich als eben durch das Zimmer, in welchem man sich noch mit der Schlußfeier vom zweiten Grade beschäftigte; und als diese zu Ende und da das Zimmer ein sehr geräumiges war, entschloß sich die Miß, ihr Entkommen auf diese Weise zu ver­suchen. Mit leichtem, aber zitterndem Schritt schlüpfte sie un­bemerkt hindurch, legte die Hand auf die Thürklinke, öffnete sie leise und vor ihr stand zu ihrem Schrecken ein grimmiger und düsterer Mann mit großem blankem Schwert. Ein durch das Zimmer hallender Schrei brachte alle Mitglieder der Loge in Aufruhr, sie stürzten nach der Thüre, und als sie entdeckten, daß die Dame Zeugin der Feier gewesen, beschlossen sie im ersten Parorismus der Wuth den Tod des Mädchens. Aber durch die beweglichen Bitten ihres jüngeren Bruders ward ihr Leben ge­rettet, unter der Bedingung, daß sie die ganze Feier der Zere­monie mitmachen müsse, der sie ungesetzlich beigewohnt. Sie willigte darein und man führte die schön« und erschreckte junge Miß durch alle jene Proben, die oft mehr als zu viel für männ­liche Entschlossenheit sind. Dabei dachte man wohl nicht, daß in den Schooß der Gesellschaft ein Mitglied ausgenommen ward, welches einst Glanz über die Annalen der Freimaurerei aus­strahlen würde. Die Dame vermählte sich später mit Richard Aldvorth von Newmarket. So^oft auf den Theatern zu Dublin oder Cork eine Vorstellung zu Gunsten des freimaurerischen weiblichen Waisenasyls gegeben ward, ging Elisabeth an der Spitze der Freimaurer mit ihrer Schürze und den andern Frei- manrerabzeichnungen und saß in der Vorderreihe der Theater­loge. Das Haus war bei solchen Gelegenheiten immer übervoll. Man trifft ihr Bildniß beinahe in jeder irischen Freimaurerloge.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag, den 23. März. Deborah, Volksschauspiel in 4 Akten von Mösentha l.

Sonntag, den 24. Mär;. Gastspiel des Hrn. Hassel. Die Benefiz-Vorstellung. Posse in 5 Abtheilungen nach dem Fran­zösischen von Th. Hel l. Hierauf: Die Landparthie nach heiligst eilt. Frankfurter Lokalskizze in 4 Bilder.

Druck und Verlag.der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.