Pelikane und Fische sind häufig, letztere gleichen den Bar- schen und Karpfen u^d wiegen zwischen 40 und 50 Pfund. Auch sind Elephanten sehr häufig, obschon von viel kleinerer Gestalt als diejenigen in der Nähe der Kolonie. Die Eingebornen, die eine ganz andere Sprache sprechen als die andern südafrikanischen Stämme, scheinen auf sehr niedriger Stufe zu stehen und stark mit Lungenleiden behaftet zu seyn." Der Literary Gazette zufolge hat der See verschiedene Namen alt:-Molar, oder der See des Boat, oder Mampoa, vom Namen und Wohnsitz eines Häuptlings am westlichen Ufer, oder Tschagga, welcher letztere Namen zur Verwechselung mit dem See in Tschagga, westlich von Mombaö, Anlaß gegeben hat. Nördlich, namentlich nordwestlich, erheben sich die Berge bis zur Höhe über der Schneelinie.
Miszellen.
In der zweiten Sitzung des Prozesses Stauss-Görlitz veranlaßte der Vertheidiger den Präsidenten zu der Frage an Liebig: ob dieser auch Professor der Medizin ist? Diese Frage wurde in der Residenz Darmstadt am 12. März 1850 gestellt an — Iustus Liebig! und sollte dem ungelegenen Vernichter der Selbstverbren- nungstheorie Hedeuten, daß er wohl nichts von Medizin verstehe. Ein Advokatenwitz, der Jedem, welcher noch Achtung für die Wissenschaft hat, die Schamröthe ins Gesicht trieb, — und zugleich ein Armuthszeugniß für den Fragenden, dem sonach der Verbrennungsprozeß sicherer durch ärztliche Obduktion und medizinisches Gutachten als durch chemische Analyse zu erörtern scheint.
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Jever, 9. März. Jever liegt auf einer Anhöhe, die ohne Zweifel früher vom offenen Meere bespült wurde und eine Art Insel bildete. Aus dem einen Abhange dieser Höhe, nach dem Schlosse zu, in der Nähe des Armenhauses, findet sich ein nicht unbedëutendeZ^ager von sehr schönem Grand. Seit mehreren Jahren wird darnach gegraben, diesen Winter in umfangreicherem Maße. Die Stelle hat Erscheinungen geboten, die nicht ohne Interesse für Geologen sind; diesmal haben die Gräber aber, am 6. und 8. März, einen interessanten historischen Fund gethan, indem man das erstemal 50—60, das zweitemal 400—500 römische Silbermünzen, Denare, daselbst fand. Die Münzen, welche wir gesehen haben, waren von Vespasian, Domitian, Nero, Trajan, Hadrian, also aus den Zeiten 69—138 n. Chr. Geb. Großentheils sind sie sehr gut erhalten, müssen jedoch erst von einer schwärzlichen, ein wenig mit Grünspan versetzten Uinhül- lung chemisch befreit werden. Sie lagen, so viel wir erfahren haben, frei in der Erde, nicht im Grand, was sehr merkwürdig gewesen wäre, sondern in schwarzer, aber noch nicht gerührter Erde, etwa 4—5 Fuß tief noch über dem weißen und gelben Sande, unter welchem der Grand liegt. Der Fund bietet ein ;
historisches Räthsel dar; die dunkle Geschichte unserer Gegend weiß Nichts von Anwesenheit von Römern oder von Verkehr mit denselben, wodurch die Münzen so später Kaiser hieher gekommen seyn könnten, auch 'außerdem nicht von anderweitigem Verkehr, durch den sie an diese Stelle gelangen konnten, welche damals, als die Münzen hinkamen, sicherlich noch Meeresstrand war, wenn jetzt auch 2 bis 3 Stunden vom Meere entfernt. Die einzelnen Münzen , so weit wir sie kennen, gehören grade nicht zu den numismatischen Seltenheiten; desto seltsamer ist aber die Lokalität des Fundes, da man von Funden antiker Münzen, wie sie in Belgien, am Rhein, an der Donau u. s. W. vorkommen, in dieser Gegend kein einziges Beispiel kennt.
Die Versuche mit den kleinen Ballons, wie sie den Schiffen der arktischen Erpedition zur Aufsuchung Franklin's milgegeben werden, um vermittelst mehrer an langsam brennenden Lunten aufgereihten Papierchen auf weite Strecken Nachrichten zu verbreiten, sind sehr befriedigend ausgefallen. Der Admiralität sind aus Susser, Kent, von der Insel Wight und a. O. mehrere solcher von den dort aufgefliegenen Probeballons verbreiteten Zettelchen zugesandt worden. Es sind Papierstreifchen 5 Zoll lang und 1% breit; die für die Schiffe bestimmten enthalten den Namen des Schiffs, die Angabe der Stellen, wo Lebensmittelvorräthe für die Vermißten aufbewahrt sind, und die Länge und Breite zur Zeit der Aufsteigung dieser Luftboten.
Paris. Der Corsaire bringt auf die drei sozialistischen Wahlkandidaten, de Flotte, Vidal und Carnot, folgendes Vers- chm:
— Désires- tu w règne du plus sot?
Komme Flotte, Vidal, Carnot.
Aux émeutiers destines - tu ton vote?
Komme Carnot, Vidal et Flotte.
3Teux tu mener la France ä fhöpital?
Komme Carnot, Flotte et Vidal.
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Der bekannte Klavtervirtuose Hofrath Franz LiSzt hat sich in Weimar mit einer schon ziemlich betagten russischen Gräfin, welche Wittwe ist und 4000 Rthlr. jährliche Rente bezieht, verlobt.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Dienstag, den 19. März. Er muß auf's Land, Lustspiel in 3 Auszügen, nach Bayard und de Valli v. W. Friedrich.
Druck und Verlag.der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
