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denn eS hatte Alles darauf gehofft und sich gefreut, für alle die Abscheulichkeiten, welche von Paris ausgegangen waren und für die Gefahren und Strapazen, die man deshalb erdulbelt und Leben und Gesundheit hatte d'ran setzen müssen, von den Herrn Parisern sich etliche Franks oder sonstein kleines Andenken ausbitten zu dürfen, da- mit man zu Hause etwas vorweisen könne, daß man wirk­lich in Paris gewesen sey. Damit aber war's nun nichts, denn der Kaiser Alexander hatte ein gar zu wei, cheS Herz und den Frauenzimmern konnte er vollends gar nichts abschlagen, und so kam sofort ein strenger Befehl, daß bei Strafe des Erschießens Niemand sich von uns ungebührlich betragen solle, waö namentlich unsere Gardekosacken schrecklich wurmte, denn das waren die be­sten Gäste nicht.

In Paris blieben wir mehrere Wochen und es ging uns ganz leidlich, weil wir zum Kaiser Alexander ge­hörten und auf den waren die Pariser ganz närrisch vor Liebe, denn so oft wir mit ihm ausfuhren, hatten wir mit den Pferden alle Noth, daß sie von dem fürch­terlichen und fortwährenden Jubelgeschrei der Menschen nicht scheu wurden; dagegen klagten die Soldaten desto mehr und es hieß, es wären mehrere von ihren Wirthen umgebracht und bei Seite geschafft worden , so daß uns selbst unheimlich wurde und wir uns freuten, als wir Ordre bekamen, nach Moskau zurückzukehren, vor's Erste aber nach Karlsruhe, wohin die Kaiserin uns entgegen kommen wollte, denn sie war eine Prinzessin von Baden; der Kaiser indessen reiste von Paris aus nach England und 'wir hatten in dem kaiserlichen Wagen ein Paar Herren vom Hofstaate zu fahren. Einer davon war der Graf Dolstoiow, der das ganze Hofwesen besorgte, auf der Reise Alles ordnete und die Kasse hatte. Da, durch wurde ich mit diesem Herrn auch genauer bekannt er war immer besonders freundlich und gut gegen mich. Dies bewies er mir namentlich dadurch, daß ich in Durlach, wo wir die Kaiserin Elisabeth mit den beiden Großfür­sten Nikolaus und Michelow trafen, welche sie von Pe­tersburg mitgebracht hatte, jedesmal, wenn diese jungen Herren allein spazieren fahren wollten, dieselben in einer kleinen Pritsche mit drei raschen Pferden zu fahren bekam. DaS waren ein Paar junge muntere Herren, Nikolaus, der jetzige Kaiser, war damas 17 Jahre und Michelow 16 Jahre alt; je schneller ich fuhr und je plötzlichere Schwenkungen ich mit dem Wagen machte, desto mehr gefiel es ihnen und ich wurde bald ihr Mann , so daß ich zuweilen selbst vom Grafen Dolstoiow Befehl bekam, sie zu begleiten, wenn sie allein auSgingen. So mußte ich einmal mit ihnen in Bruchsal auf den Kirschenmarkt gehen; die jungen Herren lasen sich die schönsten auf dem Markte auS, ich mußte sie dann erst kosten, und

hierauf kaufen; wenn sie abgewogen waren, so ließen sich die Großfürsten dieselben in ihre Mützchen schütten und aßen nun nach Herzenslust, indem sie dabei auf dem Markte herumspazirten ich mußte mir auch welche für mich kaufen und Alles bezahlen, waS ich dann vom Gra­fen nebst einem Douceur bei unserer Rückkehr zurücker­stattet erhielt. (Forts. folgt.)

Der Prozeß Stauff-Görlitz

III.

Der gerichtsärztliche Befund über die Leiche der Gräfin bestätigte nur das vorher im Allgemeinen Wahr­genommene. Der Kopf in einen unförmlichen Kohlen­klumpen verwandelt, von Haut und Haaren, Ohren und Nase nichts mehr zu unterscheiden. Der Mund weit offenstehend und die verkohlte Zunge bis an den vorderen Theil des Unterkiefers hervorragend. Der Hals ringsum verbrannt und verkohlt, doch bei Weitem weniger tief, als der Kopf. Am oberen Theile der Brust Haut und Brustmuskeln ebenfalls verkohlt. Wei­ter nach der Herzgrube hin jedoch nur die Haut ver­brannt. Einen Zoll unter der Herzgrube Aufhören der Verbrennungs-Spuren. Etwa in gleicher Höhe mit der Herzgrube zogen sich die Brandspuren um den ganzen Körper herum. Die Kleidungsstücke waren bis unter die Herzgrube ganz verbrannt; weiter unten hatte der Brand nur auf der hinteren Seite die Kleider verzehrt. — Das sogleich abgegebene ärztliche Gutachten sprach sich für die Wahrscheinlichkeit einer Selbstverbrennung, doch, in einem Nachtrage, nur unter der Voraussetzung aus, daß keine Gewaltthätigkeit eines Dritten indizirt erscheine, worauf indessen das Offenstehen des Mundes und das Vorgestrecktsein der Zunge als Zeichen der Er­würgung deuteten. Namentlich das Letzterwähnte wurde auch durch die Sektion der Leiche — nach deren Wieder­ausgrabung am 11. August 1848 — bestätigt. Der Unterkiefer stand gut zwei Zoll vom Oberkiefer ab. Zu­gleich zeigte sich zwischen dem rechten Schläfebein und dem Hinterhaupt eine 1 Vr Zoll im Durchmesser haltende viereckige eingekeilte Spitze des rechten Schläfebeins; und endlich wurde eine hinter dem rechten Schläfebein herab­ziehende , einen halben Zoll lange Fisur im Schädelkno­chen entdeckt, welche nach dem ärztlichen Gutachten zwar möglicher Weise Folge der Einwirkung des FeuerS, eben so gut möglich aber auch die Wirkung einer von außen gegen die Hirnschale Statt gehabten mechanischen Ge­walt sein konnte.

Zwischen 8 bis 9 Uhr Abends am Tage des tragi­schen Vorfalles, es war noch hell, war durch das mit