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sey er nun zu Stande gekommen, denn das neue Fahr­zeug gehe allein durch eine Hebelmechanik. Wie und wo­durch aber diese Hebel in Bewegung gesetzt werden, das ist noch sein Geheimniß. Bekanntlich hat schon Roger Bacon, der Doctor mirabilis des dreizehnten Jahrhun­derts, in seinem opus magnum auf ein ähnliches Schiff hingedeutet.

— Mitte Februar. Die Allg. Zeitg. hat vielleicht meine erste Nachricht von unserem neuen Wunderschiffe für einen Puff, für eine „Ente" oder sonst für einen losen Vogel gehalten. Es ist aber damit ganz richtig, und so dürfte unserm Marseille dieselbe Ehre zu Theil werden, wie dem nachbarlichen Barcelona, wo unter Kaiser Karl V. der erste kühne, aber von den Umständen und Hofver­hältnissen nicht begünstigte Versuch mit einem Dampf­schiffe gemacht worden seyn soll. ES ist ziemlich wahr­scheinlich, daß von hier aus ein ganz neues Schifffahrts­System ohne Ruder, Segel, Dampf, Räder oder Schraube ausgehen wird. Der vorzügliche Mechaniker Leautier hat kürzlich mit seinem neuen Schiffe, genannt „le fou de Marseille,“ einen neuen, durchaus gelungenen Ver­such auf unserer Rhede gemacht, wodurch viele Zweifel beseitigt und kühne Hoffnungen für Anwendung eines neuen, sehr einfachen Schifffahrtssystems begründet wer­den. In nicht mehr als einer halben Stunde machte dieser geschickte „Narr" von der Canebière bis in den neuen Hafen la Joliette eine Fahrt, und zog dabei eine große Fischerbarke ohne alle sichtliche Mühe und Anstren­gung. Um den „Narr" herum drängten sich eine Menge Barken, um das Wunder mit anzusehen; auf allen Schiffen im Hafen stand die Mannschaft, halb ärgerlich darüber', daß äußerlich durchaus nicht abzusehen war, wie das Ding zusammenhänge. Nur so viel wissen wir bis jetzt, daß Leautier eine Hebelmechanik erfunden hat, um die ihn sein großer Ahn ArchimedeS beneiden könnte. Die Aktionäre der Gesellschaft Leautier und Komp, gaben ihm neulich im Observatorium der Eisenbahn ein fest­liches Banket, wo es auf die herzlichste, aber schicklichste und anständigste Weise herging. Die Arbeiter der mecha­nischen Anstalt überschickten zu diesem Feste eine Adresse voll Anerkennung, Dank und Verehrung für ihren Patron.

Kärntnerthor-Theater von dem schaulustigen Publikum umstellt, und schon gegen 2 Uhr wurden sehr energische Maßregeln erfor­dert, um Unglücksfälle zu verhüten. Man ließ Grenadiere im Sturmschritt Heranmarschiren, um die Haufen zu theilen, was ohne Mühe gelang, und erleichterte dadurch den Zugang zu dem Theater auf die beste Weise, indem man jeden zwecklosen An­drang hintanhielt. Der Stadthauptmann, Hr. Noel von Nord­berg, war in Person wirksam und leitete mit vieler Umsicht und mit der größten Rücksicht gegen das Publikum die Maßnahmen zur Aufrechthaltung der Ordnung, was von allen Seiten dank­bar anerkannt wurde. Bereits um 5'/, Uhr war das Parterre des Theaters so gefüllt, daß, um den Zugang zu demselben mög­lich zu machen , Herren und Damen auf Leitern aus einer Loge des ersten Ranges in dasselbe herabsteigen sollten. Die Logen waren gepfropft voll von der Elite der Wiener Gesellschaft, und selbst auf den Gängen hinter den Logen hatte sich ein ungemein zahlreiches Publikum eingefunden, welches sich damit begnügen mußte, gar nichts zu sehen und nur die Töne zu hören, welche durch die Logenwände zu ihnen dringen konnten. Se. Maj. der Kaiser und die Glieder der kaiserlichen Familie erschienen in der Hofloge, auch bemerkte man die meisten der Minister unter den Anwesenden. Meyerbeer leitete selbst das Orchester. Der erste Akt wurde mit einem mäßigen Applaus ausgenommen, aber das Publikum wurde wärmer und enthusiastischer, je mehr es in den Geist und die Motive des großen Komponisten eindrang. Schon bei dem dritten Akte wurde es klar, daß ein vollständiger Sieg gewonnen war. Der vierte Akt setzte dem großen Werke die Krone der Vollendung auf. Der Komponist wurde zwischen jedem Akt wiederholt gerufen, nach dem dritten Akte immer stür­mischer, und am Schluffe der Vorstellung wollte der Beifallsruf kein Ende nehmen. Man krönte ihn mit einem silbernen Lor- becrkranze, und alle Ehren der Bühne wurden auf sein berühm­tes Haupt gehäuft. Uebrigens wurde von allen Seiten zum Gelingen der Vorstellung beigetragen. Eine szenische Pracht war entfaltet worden, wie noch niemals in Wien, und die glän­zenden Auszüge, die Tänze des Ballets erhöhten den dramatischen Effekt des Stücks." (Der Breslauer Zeitung zufolge waren Nachmittags Parterresitze für 150 Fl., Logen für 450 Fl. ver­kauft worden).

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Bei einer Auktion in Liverpool wurden mehrere Alterthü­mer, die in der Gegend des alten Charthago ausgegraben worden, versteigert. Es waren einige sehr interessante Gegenstände und es gefielen insbesondere mehrere kleine Büsten, Urnen und zwei Basreliefs. Eine der Büsten stellte den Scipio Afrikanus dar. Eine Papyrusrolle wurde mit 100 Pf. Sterl, bezahlt, so wie denn überhaupt die meisten Gegenstände dieser Sammlung zu hohen Preisen abgingen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Miszellen.

Wien. Das Gespräch des Tags dreht sich um die Auf­führung des „Propheten" von Meyerbeer. „Bereits gestern Vormittag", erzählt der Lloyd, „waren alle Zugänge zum

Theater zu Wiesbaden.

Donnerstag, den 7. März. Die Musketiere der Kö­nigin, große Oper in 3 Akten. Muflk von Halevy.

Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.