ecke Nordschottlands an der Pentlandförde, bis nach dem Leuchtthurm von Cape Wrath auf der Nordwestspitze Nordschottlands, von wo aus man ostwärts das dunkle Orkney und gen Westen die neblichte Butt of Lewis mit Augen sieht, und damals waren noch furchtbare Schneestürme in England und die Häfen des europäischen Kontinents lagen noch den ganzen März von EiS erstarrt, wie die Zeitungen meldeten. Keine Bucht und kein Hafen friert jemals in Orkney und den nördlichen Hochlanden zu, und es ist allerdings begreiflich, daß die große Waffertiefe, wie sie dort ist, eine Wärme mit sich führt, die wir an unseren seichten Küsten nicht kennen, allein so müßte sich ja auch dieselbe Milde des KlimaS in den Seestrecken Norwegens finden, wie in Orkney, wenn keine andere Ursache vorhanden wäre. Ich weiß aber keine andere als etwa einen Einfluß, den der warme Golfstrom bei seiner Annäherung an Europa ans jen Außeninseln und Küsten deS nordatlantischen Ozeans üben könnte. Denn seinen mannigfachen Einfluß kennen wir noch nicht und sollen ihn erst lernen, und wenn ich, während die Wissenschaft vom Golfstrom noch in den Windeln liegt, es wage, das ungesunde Klima Westindiens und der Golfküsten in eine nähere Beziehung zu jenem umkreisenden Wirbelstrom zu setzen, so denk' ich, wird es verständig seyn, die Hypothese wenigstens so lange zu dulden, bis daß unser hyprographischeö Wissen etwas größer geworden ist.
Misz eilen.
In Dresden starb am 21. der bekannte Maler und Photograph Hermann Biow, von Geburt ein Breslauer, der sich durch seine Ausstellung vorzüglicher Leistungen im Fache der Daguerreotypie auch in Berlin, Hamburg, Franksurt a. M. und Leipzig einen sehr geachteten Namen erworben hat. Es wäre sehr zu wünschen, daß seine sprechend ähnliche Gallerie berühmter Zeitgenossen beisammen bliebe und von irgend einem Museum oder einer kunstfördernden Gesellschaft erstanden würde.
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Berlin, 28. Febr. (Constit. Z.) Es bildet sich gegenwärtig, wie aufmerksame Beobachter der deutschen Zeitungen bemerken werden, in den Feuilletons derselben eine besondere flüchtige H onv eds l itera tur. Gesammelt, dürfte dieselbe sich den klassischen Werken des berühmten Münchhausen würdig anreihen, wenn schon man gestehen muß, daß dieselbe an Kühnheit der Erfindung unh Ausmalung ungeheurer Schicksale den alten Jagdliebhaber ebenso weit übertrifft, als der Krieg die Jagd überhaupt. Diese Flüchtlinge, die ihre kunstvoll geschnit
tenen Jammergestchter meistens allabendlich auf Bällen zu erheitern pflegen, bilden eine ebenso ehrenwerthe zahlreiche Klaffe als die Philhellenen, die früher, als Griechenland modern war, in Berlin aufHandwerksburschenweise für Hellas fochten. Man wolle dieselben nicht mit den tapfern Söhnen eines unglücklichen Landes verwechseln; sie schmachten weit von uns in unfreiwilliger Verbannung.
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Der Wiener Kalligraph Adalf Mossauer hat auf eine ebenso mühsame als kunstfertige Weise das Portrait des Kaisers gezeichnet und lithographiren lassen, welches sich durch eine frap- pante Aehnlichkeit auszeichnet. Dasselbe ist aus kleingeschriebenem, aber dabei doch lesbarem Texte der Reichsverfassung zusammengesetzt. Die nöthigen Schaltirungen sind durch Ueberdruck bewirkt worden.
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Nach einem Bericht im Athenäum hat ein Mitarbeiter am Morning-Chronicle in einem Anfall von Philantropie ein Meeting von Spitzbuben berufen, um mit ihnen mögliche Verbesserungen ihrer sozialen Lage zu besprechen. Es wurden förmlich Karten gedruckt und in die niederträchtigsten Spelunken Londons verschickt. Obgleich die Einladung zu dieser sauberen Gesellschaft nur zwei Tage vor dem festgesetzten Termine erfolgt war, hatten sich doch etwa an 150 Theilnehmer eingefunden. Anfangs soll die Versammlung äußerst unruhig gewesen seyn, allmählig aber dem Vorsitzenden geneigtes Gehör geschenkt haben. Als zur Sprache kam, daß einer der Gentlemen bereits 26mal im Gefängnisse gesessen habe, zog derselbe die Aufmerksamkeit der ganzen Versammlung auf sich, und Alle beeiferten sich mit Kreide vor ihre Kopfbedeckung zu schreiben, wie vielmal Jeder schon dasselbe Vergnügen genossen habe. Am höchsten aber stieg die Spannung, als der Vorsitzende einen der Herren ausschickte, um ein Goldstück zu wechseln, und sich eine interessante Debatte entspann — ob er wiederkommen werde oder nicht. Man hatte indessen die Freude, ihn wiederkommen zu sehen. Nachdem sich der Herr längere Zeit mit seinen Gästen über Auswanderungs- Projekte u. dgl. m. unterhalten hatte, schloß die Versammlung zur gegenseitigen Zufriedenheit, wenn auch ohne besonderes Resultat.
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Königsberg, 18. Febr. Heute hat der hiesige Diszip- linargcrichtshof sein erstes Urtheil gefällt. Es lautet: „Wegen Dienstvernachlässigung auf Entlassung aus dem „Allerhöchsten" Dienste gegen den —■ Schloßthurmwächter.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Donnerstag, den 7. März. Die Musketiere der Königin, große Oper in 3 Akten. Musik von Hale vy.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden.
