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lI*LLteratur

Leitfadell für den wissenschaftlichen Unterricht in der Ehemie von Dr. W. Casselmann, Lehrer der Chemie am Realgymnasium zu Wiesbaden. Wiesbaden 1850. Verlag von Chr. W. Kreid el.

Bereits vor drei Jahren ist der erste Kursus dieses Werkchens, für die untern Klassen der Gymnasien und Realschulen bestimmt, erschienen, jetzt haben wir auch den zweiten und letzten Kursus desselben vor uns, welcher in den höheren Klassen derselben Anstalten zur Anwen­dung kommen soll. Wir dürfen daS Buch nicht nur dem Inhalte an sich, sondern auch der darin befolgten Ver­lheilung und Darstellung desfelben nach als ein ausge- zeichnetes Schulbuch um so mehr bezeichnen, als eS mit der Klarheit des Ausdrucks die wissenschaftliche Präzision verbindet, welche nur ein gründliches Studium in allen Theilen dieser Disziplin verleihen kann. Wir haben zwar seit den letzten zehn Jahren eine ganze Reihe von chemi­schen Lehrbüchern für die verschiedenen Bedürfnisse der Schulen erhalten, allein in den meisten fällt die wissen­schaftliche Behandlung des Stoffes einer Popularität resp. Trivialität des Ausdrucks zum Opfer, wie sie auch in so vielen naturgeschichtlichen Schulwerken seit Raff sich eingenistet hat.

Das vorliegende Werk ist von diesem, noch nicht oft genug gerügten Fehler völlig frei. Es geht von den Er­scheinungen aus, zu deren Darstellung in den wichtigeren Fällen schöne Holzschnitte anleiten und läßt aus ihnen Schlüsse ziehen, aus denen sich allmählig und naturgemäß die Gesetze der chemischen Körper entwickeln. Gleich am Anfänge steht deshalb auch statt der sonst üblichen weit­läufigen und doch erst nach der Durcharbeitung des gan­zen Buches verständlichen Einleitung, die Zersetzungs­erscheinung des Silberoryds durch die Wärme. Hieraus wird das Wesen einer chemischen Verbindung gewiß klarer, als aus der längsten Einleitung, welche sich im Allge­meinen über das Wesen solcher Verbindungen verbreitet. Insbesondere finden wir noch sehr vorzüglich, daß die Begriffe von Isomorphismus , allotropischen Modifikatio­nen der Körper und andere, welche gewöhnlich zum Scha­den des Schülers höheren Stufen überlassen werden, wie­wohl sie dem denkenden Schüler auch der Gymnasien leicht verständlich sind, schon zur Behandlung kommen. Erst alle Eigenschaften des Körpers in seinen Verbindun­gen zusammengenommen geben ein richtiges Bild dessel­ben, nicht aber einzelne, deren Zusammenhang in der Regel ohnehin nicht klar gezeigt werden kann.

Schließlich giebt das Werk als Anhang eine Anlei­

tung zur qualitativen Analyse, welcher wir ebenfalls un* fern vollsten Beifall zollen.

Auch die Ausstattung des Buches ist sehr gut und wir können demselben nur die weiteste Verbreitung wün­schen, für welche es der Verfasser bestimmt hat.

F. S.

Miszellen.

(Ein Vorgefühl des Herzogs von Orleans). Der vormalige Abgeordnete M.v. Mornay hat ein berichtigendes Schreiben veröffentlicht in B^reff einiger Angaben von Lamar­tine über die Abreise der Herzogin von Orleans in feinerHis- toire de la revobation de 1848. Mornay verließ die Her­zogin keinen Augenblick, von ihrem Erscheinen in die National­versammlung bis zu ihrer Ankunft in Ems.Die traurige Sen­dung", sagt er,zu der die Vorsehung mich so unerwartet be­rufen, war zu Ende. So hatte sich denn die unheilvolle Ahnung des Herzogs von Orleans erfüllt! Am Morgen seiner Abreise nach Plombières, wohin er 1842 seine Gemahlin führte, sprach er mit einem Händedrucke zu mir:Nicht wahr, Mornay, Sie werden der Freund im Unglücke seyn?" An diesem Tage sah ich ihn zum letzten male."

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In Kamtschatka ist die Kälte so strenge gewesen, daß der russische Gouverneur sich genöthigt sah seinen gewöhnlichen Wohnsitz in Peter und Paul zu verlassen und sich unter die Erde zurückzuziehen. Er hat nämlich einen unterirdischen Palast, Tschewskoi genannt, welcher 20 Metres tief liegt, für 200 Personen bequem eingerichtet ist und durch immerwährendes Lampenlicht erleuchtet wird. Die reicheren Privatleute haben ähnliche Winterwohnungen, indessen wird es selten so kalt, daß sie in denselben Zuflucht suchen.

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DieTimes" meldet, daß die Vorsteher des Londoner Jockeyklubs die Herausforderung des Pascha's von Aegypten ab­gelehnt haben. (Diese Herausforderung bezog sich bekanntlich auf ein Wettrennen zwischen arabischen und englischen Vollblut­pferden).

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Dienstag, den 19. Februar. Herr und Sklave, Drama in 2 Akten von Zedlitz. Hierauf: Ein Arzt, Lustsviel in 1 Akt nach dem Französischen.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.