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behaglicher Wohlhabenheit lebe, daß das Handwerk sei­nen güldenen Boden verloren habe, daß das herzlose Kapital allein noch die Welt beherrsche, daß gegen die Uebermacht der großen Geldbarone die minder Bemittel­ten vergebens ankâmpfen und daß durch die beispiellose Ausbildung der Industrie eine Maffenarmuth erzeugt werde, welche mit der Zeit die gesammte Gesellschaft zu verschlingen drohe. Wohldenkende Männer haben gewett­eifert, dem vermeintlichen Uebel durch Gesetze, durch Bücher, durch Vereine entgegenzutreten, und ihre Be­mühungen haben manchmal segensreiche Früchte getragen, obwohl sie von irrigen Voraussetzungen ausgingen: sic haben nur der Natur nachgeholfen, welche allein auch genügt haben würde, die Krankheit zu heilen, von wel­cher man den Tod der europäischen Gesellschaft befürch­tete. Andere haben Mittel vorgeschlagen, welche gerade das herbeiführen würden, was man vermeiden will.

(Fortsetzung folgt.)

Miszellen.

In Tyr ol, in der Nähe von Hall, lebt ein Pfarrer, ein sehr frommer Mann. Dieser fromme Mann hält Schweine, und jedes seiner Schweine trägt den Namen irgend einer ruchlosen ketzerischen Persönlichkeit. Vor einigen Jahren hieß eins dieser liebenswürdigen Thiere Bunsen, ein zweites Nikolaus, ein drittes Sondermann (ein ehemaliger innsbrucker Gubernialrath , der später zum Protestantismus übertrat). Bunsen , Nikolaus und Sondermann sind seitdem zu Schinken und Würsten geworden; gegenwärtig befinden sich Koffuth und Wiedemann (Redakteur der gottlosen „Innsbrucker Zeitung") in dem Schweinestall des ehrwürdigen Geistlichen.

König Ludwig hat im vergangenen Herbst eine aus einem sehr großen und fruchtbaren Garten bestehende Besitzung im Werthe von etwa 10,000 Fl. angekauft , und dieselbe nunmehr dem Frauenverein für Seidenzucht in Bayern mit der Bestim­mung nutznießlich überlassen, hieraus arme Seidenzüchter in Bayern mit Maulbeerbäumen, Sträuchern und Blättern zu unter­stützen , was dankbar anerkannt werden muß, weil einer erfolg­reicheren Seidenkultur in Bayern nicht sowohl das Klima als der Mangel an Maulbeerbäumen entgegensteht.

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Der „Boston Herald" erzählt von einem merkwürdigen Zu­sammentreffen einer Mutter mit ihrer Tochter im Irrenhause. Beide hatten sich seit Jahren verloren und weite Reisen gemacht, beide waren in Elend und Wahnsinn verfallen und nun trafen sie sich durch Zufall •— im Irrenhause! Trotz ihres umnachteten Geistes erkannten sie einander nach wenigen Augenblicken wieder.

Kopenhagen, 22. Jan. Die Nordische Korrespondenz be­richtet über den früher gemeldeten Tod des Dichters Adam Oehlenschläger: Ausgenommen Podagra, woran er in den letzten Jahren in der Winterzeit etwas litt, war er stets gesund und kräftig gewesen und sein Alter war seinem frischen Aussehen um mehr als 10 Jahre vorausgeeilt; nicht minder jugendlich war auch sein Geist bis zu seinem letzten Augenblicke geblieben. Erst vor einigen Wochen am Podagra wieder erkrankt, entwickelte sich dieses zu einer Art von Abzehrung und verzehrte schnell sei­nen sonst so kräftigen Körper. Sein Tod war ruhig unv schmer­zenlos und nur eine Stunde vor seinem Ende hatte er sich die Sterbescene aus seinem eigenen Werke „Sokrates" vorlesen las­sen und darauf von seinen anwesenden Verwandten und Freunden mit der heitersten Seelenruhe Abschied genommen. So haben die schönen Künste und die Wissenschaften in den zwei letzten Jahren zwei große Verluste in dem kleinen Dänemark erlitten, durch den Tod Thorwaldsen's und jetzt Oehlenschläger's.

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Frau Birch - Pfeiffer hat wieder ein Theaterstück verfaßt: „Die Rose von Avignon", romantisches Schauspiel in vier Akten, mit freier Benutzung einer Episode des Romans „Me'moires dun notaire“ von Pontmartin. Sie schrieb es auf Andringen des Theaterdirektors Maurice in Hamburg, welcher etwas Drastisches wünschte im Charakter von „Hinko", „Glöckner von Notre-Dame" und Genossen, für das dortige Thaliatheater. Eine wichtige Rolle in dem Stücke spielt eine furchtbare Ueberschwemmung des Rhonestromes, die auf der Bühne dem Publikum sichtbar ist. (Nat.-Z.)

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Ein französisches Journal gibt einige nähere Umstände in Betreff des Landgutes an, welches Herr v. Lamartine vom Sul­tan zum Geschenk erhalten hat. Das Gut liegt in der unmittel­baren Nähe von Smyrna und hat etwa zwölf Meilen im Um­fang. Es hat bisher nur der Krone, um uns so auszudrücken, gehört. Der Boden soll von einer wunderbaren Fruchtbarkeit seyn, eine reiche Fülle von Orangen- und Oelbäumen tragen und sich für jede Art des Anbaues eignen. Das Schloß, für die Residenz eines kaiserlichen Beamten erbaut, ist bequemer einge­richtet als die gewöhnlichen türkischen Häuser, und unter den Fenstern dehnt sich ein schöner, fischreicher See aus. Das Gut umschließt fünf Dörfer. Herr v. Lamartine wird sich, wie man erzählt, im Frühjahr nach Kleinasien begeben, um in Person von seinem Landgut Besitz zu nehmen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag, den 9. Februar. Der Jude, Schauspiel in 4 Akten, nach Richard Cumberlands englischem Originale.

Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wie èchaden.