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Die deutsche Partei empfiehlt Beschäf­tigung mit vaterländischer Geschichte.

(Fortsetzung.)

Unterstützt wurde die „Berliner literarische Zeitung" von Brandes, welche dem deutschen Publikum die ge- sammte europäische Literatur brachte; sie ist, ohne jene Unterstützung, nun im Jahre 1849 auch eingegangen. Eingegangen ist schon 1848 die seitdem von Preußen un» terstützte „Zeitschrift für allgemeine Geschichte" von Pro, fessor Schmidt in Berlin. Ausgeblieben ist die ehedem auch von Preußen unterstützte „Zeitschrift für deutsches Alterthum" von Prof. Haupt zu Leipzig. Eingegangen ist mit 1849 ebenfalls die neuere Jcnaische Literatur­zeitung, von Eichstädt begründet, weil die Unterstütz­ung von 800 Thalern aufhört, die der Großherzog von Weimar aus den Domänen gab, die aber jetzt, nachdem die Domänen Staatsgut geworden sind, von den Land- ständen verweigert wurde.

Die „Germanisten - Versammlungen," welche 1846 und 1847 zu Frankfurt a. M. und zu Lübeck gehalten wurden, schweigen nothgedrungen 1848 und 1849, wie die seit länger als 10 Jahren schon ununterbrochen be­stehenden „Jahreökongresse der deutschen Philologen und Schulmänner." Der neue Gesammt-Verein deutscher Ge­schichtsforscher ," welcher theils Unabhängig, theils als verbunden mit den „Germanisten" sich bildete und Un­terstützung vom „Bundestage" zu seinen Zwecken begehrte, ist noch nicht in's Leben getreten und zur Thätigkeit ge­langt. Die zu Lübeck gewählte und ans thätigen Män­nern zusammengesetzte Kommission (Frh. Dr. v. Auf- seß in Franken, Archivar Dr. Landau in Kassel, Prof. Dr. Waitz in Kiel, jetzt in Göttingen) zur Begutach­tung eines Anschlusses der deutschen historischen Lokal- Vereine an jenen Gesammt-Verein hat jetzt bei Erman­gelung anderer Organe, in den „periodischen Blättern" der historischen Vereine beider Hessen vom Januar 1850 Nr. 16. S. 212 erklärt, „daß diese Angelegenheit in Folge der politischen Stürme leider! ihrem Ziele noch nicht näher geführt ist."

Was in den abgeflossenen beiden Sturmjahren für die vaterländische Geschichte geschah, berührte auf dem Eifer einzelner Männer, auf der Unterstützung aus land­ständischen Verwilligungen und auf der Thätigkeit der historischen Lokal-Vereine. Der Archivdirektor Mo ne zu Karlsruhe setzte die „Quellensammlung für badische Geschichte" fort, und der Archivrath L au sler zu Stutt­gart gab das „Wirtembergische Urkundenbuch," auch in äußerer Form würdig des deutschen Namens.

Der unermüdete Forscher, Bibliothekar Pöhmer zu Frankfurt a. M., der geistiges und pekuniäres Ver,

mögen dem Vaterlande schon lange opfert, gab einen neuen Band seines großen Werkes „die Regesten deS deutschen Kaiserreiches," und verheißt in der Vorrede noch eine weitere Reihe zu den bisherigen Bänden seiner „Quelle der deutschen Geschichte." Zur Erholung und zur Sammlung neuer Materialien bringt er so eben den Winter in Rom und Neapel zu. Nicht vergessen dürfen wir den gefeierten Namen Jakob Grimm's, der uns 1848 in 2 Bänden seine Urgeschichte der deutschen Sprache lieferte, als Vorläufer seines großen deutschen Wörterbuches, welches an Umfang und Tiefe der For­schung das von Adelung weit übertrifft!

Die Thätigkeit der historischen Lokalvereine war theils durch Mangel an landständischen Unterstützungen, theils, wo diese flossen, durch Mangel an Thätigkeit einzelner Vorsteher und Arbeiter sehr gehindert. Aber vor allen verdient genannt zu werden der „Alterthumsverein zu Bonn," welcher, von den armen Philologen gestiftet unv allein von ihren geringen Geldbeiträgen unterhal­ten, seit 1842 bis jetzt schon 14 Hefte lieferte. Den thätigen Sekretär, Professor Brosch, entriß der Tod in der Blüthe des Alters; aber frische Kräfte werden ihn ersetzen. Demnächst arbeiten ungestört die Vereine zu Darmstadt und Kassel, zu Mainz, Augsburg, Bamberg, Bayreuth, München, Würzburg, Altenburg, Dresden, Schwerin; auch die Schweizer haben nicht gefeiert. (Schluß folgt.)

Literatur.

Eine wissenschaftliche Arbeit des Hrn. v. Radowitz.

Mitten unter seinen staatsmännischen Geschäften hat Herr v. Radowitz zur Herausgabe eines Werkes Muße gefunden, zu welchem er die Studien schon seit Langem mit besonderer Vorliebe betrieben. „Die Devisen und Motto des späteren Mittelalters, ein Beitrag zur Spruchpoesie," ist der Titel dieser so eben im I. G. Cotta'schen Verlag erschienenen Schrift, die aus dem Gesundbrunnen Freienwalde vom 15. Aug. 1849 datirt ist. Der Inhalt ist von vielem Interesse; nicht ohne Ironie macht der Verfasser, nachdem ihm die langen Reden in der Paulskirche noch frisch im Gedächtniß wa­ren , die Bemerkung, wie oft ein einziges Schlagwort, ein kurzer skitzartiger Gedanke und Spruch größere Dinge bewirkt und mehr hingerissen habe, als lange Reden. Für diese Devisen wird zuerst allgemeiner Gat­tungsbegriff aufgestellt. Die Devise ist ein möglichst kurzer und frappanter Satz von zwei, drei, höchstens vier Wörtern. Dieser Satz muß enthalten; 1) eine all-