Drs deutsche Partei empfiehlt Beschäftigung mit vaterländischer Geschichte.
II.
Die Geschichte deS Vaterlandes war im Jahre 1813 der Hebel der Vaterlandsliebe und der schönen, begeisterten Einheit aller Männer für die gemeinsame Befreiung von fremdem Joche. Die Noth der Zeit hatte vorzugsweise Preußen benutzt, um zu Berlin eine neue Universität in großem Maßstabe und mit vorherrschender Absicht als Heerd der v eutsch en Wissen- sch aft zu gründen, und im Jahre 1812 die Prüfungen zur Reife seiner studirenden Jünglinge für den Abgang zur Universität einzuführen. DeS Ministers Stein erste wissenschaftliche Schöpfung war „Die Gesellschaft zur Forschung der älteren vaterländischen Geschichte" zu Frankfurt a. M., an der sich die erstem Forscher betheiligten. In 10 starken Oktavbänden liegen ihr „Archiv" und in 10 großen Foliobänden ihre Monumentae Germaniae historica vor uns, mit dem einen Namen Pertz, als Herausgeber, an der Spitze, aber bearbeitet von einer Reihe strebsamer Geister, unter dem patriotischen Zeichen: Sanctus amor patriae dat animum, Aber im Jahre 1849 ist eine Fortsetzung nicht erschienen, weil die Gelder zum Druck ausblieben, welche bisher die deutschen Fürsten und freien Städte beitrugen. Und als vor mehreren Jahren die deutschen Sprachforscher Jakob und Wilhelm Grimm für ihre Arbeiten ein Asyl in Preußen suchten und fanden, begehrte Pertz, nicht für sich, sondern für seine jüngeren, Europa durchreisenden, Mitarbeiter eine angemessene Stellung und Förderung zur Fortsetzung ihrer Studien von seiner Regierung zu Hannover; sie wurde dort abgeschlagen, aber in Preußen gewährt, und so siedelte er mit ihnen über nach Berlin.
Was das preußische Unterrichtsministerium unter Alten st ein eingeführt hatte, setzte es unter Eichhorn fort, und unterstützte in allen Fächern deutscher Wissenschaft, sogar außer Preußen, nicht nur namhaft die Männer, sondern auch ihre Druckschriften, indem es eine Menge von Exemplaren ankaufte und an die Lehranstal, ten aller Art verschenkte. Reichliche Nachweisungen darüber finden wir in der Schrift: „Zur Beurtheilung des Ministeriums Eichhorn, von einem Mitgliede desselben." (Berlin, 1849.) — Der Verfasser ist bekanntlich der jetzt pensionirte Geh. Rath Filers. Darin vernimmt man, daß die „Allgemeine Literatur-Zeitung", welche in Jena Schütz gründete und dann mit sich nach Halle rettete, unter den unterstützten war; sie ist nun, ohne jene Unter
stutzung, deutscher hindurch.
eingegangen im Jahre 1849, einst der Stolz Kritik, länger alö ein halbes Jahrhundert (Forts, folgt.)
Miszellen.
Die Kölner Zeitung bringt Folgendes: Bei dem jetzt so bedrängten Zustande unserer Finanzen ist es die Pflicht des Staatsbürgers, auf jede mögliche Ersparung im Staatshaushalt sein Augenmerk zu richten. Wir haben dieser Tage hier in Köln eine Erfahrung gemacht, die eine namhafte Ersparung im Postwesen in Aussicht stellt. In Königsdorf, 1 ^ Meile von hier, hält der Postwagen an; die Passagiere steigen aus, um sich in der Kälte durch einen Trunk zu stärken; der Postillon entfernt sich ebenfalls, natürlich nicht, um einen Schnaps zu trinken, wogegen alle Postillone bekanntlich eine entsetzliche Abneigung haben, sondern, wie er erzählt, um nach den Pferden zu sehen, wobei der arme Mensch vom Wagen fällt, und als er wieder aufsteht und sich nach dem Wagen umsieht, so ist selbiger verschwunden. Die Pferde ziehen den Wagen auf eigene Hand in gutem Trab die paar Stunden nach Köln, melden sich beim Thor, die Wache macht auf und läßt passiren, die Pferde nicken freundlich und fahren den Wagen in die Glockengasse durch das Thor in vorschriftsmäßigem Schritt auf den Posthof, wo sie die Post richtig an die Postbeamten ablicfern. Der Staat wird sich demnach ^wohl künftig die Auslagen für Kondukteure und Postillone ersparen können.
Hamburg. (W. Z.) Das Furore, welches Meyerbeers ; „Prophet" hier gemacht hat, ist namentlich auf Rechnung des herrlichen vierten Aktes zu setzen. Wie hier poetisch kühn ge- : dachte Situationen, grandiose Musik, die reichste scenische Ausstattung und das seltene Darstcllungs- wie Gesangstalent unserer Wagner als Fides zusammenwirken, dies läßt sich kaum mit der Feder schildern! Ohne den vierten Akt und ohne die Wagner hätte der „Prophet" ungeachtet seiner hohen musikalischen Bedeutung , ungeachtet alles dessen, was die Direktion äußerlich für ihn gethan , schwerlich auf dauernden Beifall beim großen Publikum Anspruch gebabt, wenngleich die Kunstkenner in jedem Theile des Propheten von Neuem Meyerbeer als einen Heros der Tondichtung anerkennen müssen. — Unser Prophet , Herr Ditt, hat nur Stimmmittel für diese vielfordernde Rolle, aber leider weder poetische Auffassung, noch dramatische Gestaltungskraft, nicht einmal Kunst des Gesanges und Sicherheit bewährt.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Donnerstag, den 7. Februar. Mutter und Sohn, Schauspiel in 5 Akten und 2 Abtheilungen. Mit freier Benutzung des Dremer'schen Romans: „die Nachbarn" von Birch-Pfeiffer.
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Druck und Verlag der L. Schellenberg'schcn Hof-Buchhandlung in Wieödade n.
