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zeugt sey, als je: Ich gestehe ,o en, daß ich jetzt die Lust, mich für meine deutschen Landsleute zu opfern, einstwei- len verloren habe. Wo ich früher zensirte Philister ge­funden, da fand ich jetzt nur unzensirte, und ich muß bekennen, die zensirten haben mir besser gefallen, als die andern. Die Erfahrung, die ich schon unter meinen Landsleuten in Amerika gemacht habe, habe ich unter denen in Deutschland bestätigt gefunden; sie wissen sich in dem Uebergang von der Sklaverei zur Freiheit nicht zu fassen und benutzen die letztere meistens nur, um ihren kleinen Egoismus auf alle Weise und nach allen Rich­tungen hin zur Geltung zu bringen, unbekümmert um ihre Würdigkeit und Fähigkeit. Deßhalb schließen sie sich denen an, welche den ordinärsten Schwächen dienen und betrachten als Feinde alle selbständigen Charaktere, welche um jeden Preis die allgemeine Sache durchsetzen wollen. — In Deutschland bin ich mir fremder vorge, kommen, als in Frankreich und der Schweiz. Am Un­ausstehlichsten kamen mir die durch die neue Freiheit nur patziger gewordenen, legionenweise geschaarten Bierphi, Uster und die politischen Jntriguanten vor. — Diese Rangläuferei nach kleinen Zielen, dieses scheelsüchtige Vordrängen, dieses intriguante Operiren hinter dem Rücken, dieses ephemere Kliquemachen für lokale und persönliche Erbärmlichkeiten, diese Aufgeblasenheit wegen der unbe­deutendsten Funktionen, dieses arrogante Wichtigthun bei öffentlichem Auftreten ist etwas so Widerwärtiges, daß cs einem die ganze Politik verleiden könnte. Dabei diese winzigen Maßstäbe der Beurtheilung, und dieser Mangel an Sinn und Verständniß für einen größeren Willen, wobei ein Mensch, der sich nicht auf alle kleinen Stand­punkte einzulassen versteht, sich entweder ganz isolirt fühlt, oder gegen seine Umgebung bei der besten Absicht in eine feindliche Stellung geräth." —

In einer Zeit, wo radikale Stimmführer ein so schroffes Urtheil über die leitenden Männer der konsti­tutionellen Partei fällen, wird man es in der Ordnung finden, daß auch das Publikum erfährt, wie die Radi­kalen und Rothen sich selber beurtheilen.

gerufen. Die Direktion hat ihr Möglichstes für die Ausstattung der Oper gethan, die Dekorationen waren wahrhaft prachtvoll, der Marktplatz zu Münster, die Eisbahn bei Coesfeld m. Das Orchester führte die einzelnen Piecen mit gewohnter Präzision aus. Die Herstellung der Oper soll 20,000 Mk. kosten.

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Von ärztlicher Hand geht der „Allg. Z.-C." nachfolgende Mittheilung zu, deren fast wunderbarer Inhalt uns eine sonst nahe liegende Rücksicht auf das Dekorum durch den Abdruck bei Seite setzen läßt. In dem Städtchen Rheinsberg, nahe bei Ruppin, hat sich einer der seltensten Krankheitszustände, welchen der menschliche Körper unterliegt und welche bis jetzt für die ärztliche Kunst ein unauflösliches Problem bilden, an einem Arbeitsmanne gezeigt. Das betreffende Individuum fühlte schon längere Zeit das Bedürfniß zum starken Uriniren. Seit etwa 14 Tagen aber hat sich das merkwürdige Sympton gezeigt, daß der Patient nicht das geringste Bedürfniß zum Stuhlgang fühlt; die Stuhlgänge zersetzen sich zu Urin, welcher täglich in dem enormen Quantum von 15 Quart abgeht und worunter sich, wie durch angestellte chemische Untersuchung ermittelt ward, 1'/, Quart vom reinsten Honig befinden. Der Patient fühlt ein starkes Bedürfniß, salzige Fleischspeisen zu essen, so daß es fast scheint, als ob sich die Salztheile in den Verdauungsorganen verzuckerten. Ein ähnlicher Krankheitszustand soll vor mehreren Jahren in der Berliner Chatite an zwei Individuen beobachtet worden seyn, welche beide nach kurzer Zeit verstürben.

Engliche Blätter enthalten einen Brief aus Cadir vom 27. Dez., worin es heißt: Lola Montez und ihr Gemahl Hr. Heald hielten sich hier 10 Tage auf; sie kamen von Barcelona. Sie hat sehr gealtert und sicht nicht mehr so gut aus als im Jahre 1842. Ihr Temperament, hat sich durchaus nicht geän­dert; ihr größtes Ergötzen scheint zu seyn, Heald in Furcht und Schrecken vor ihrem Zorn zu halten. Dieser entwischte mit seinem englischen Diener und ist vermuthlich nach Gibraltar ge­gangen. Lola Montez war wüthend. Noch an demselben Abend > ging sie in ein französisches Dampfschiff, begleitet von zwei Freun­den, die sie selten verlassen; und schickte außerdem Andere auf Kundschaft nach dem Entflohenen aus. Ohne die größte Eile Healds hätte seine erzürnte Gemahlin ihn gewiß eingeholt , doch wir hören, daß er sicher entkommen ist und hoffentlich England glücklich erreichen wird.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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Hamburg, 25. Ja«. (Constit. Z.) Der „Prophet" von Meyerbeer machte bei der gestrigen Aufführung ein dem Namen des Komponisten entsprechendes Furore. Von dem ge­drängt vollen Hause ward am Schluß außer dem Fräulein Wag­ner und Hrn. Ditt die Direktion und der Kapellmeister Krebs

Theater zu Wiesbaden.

Samstag, den 2. Februar. Der Freischütz, Romantische Oper in 3 Auszügen von Friedrich Kind. Musik von C. M. von Weber.

Sonntag, den 3. Februar. Die drei Wahrzeichen, oder: Das Turnier zu Kroustein, Ritterschauspiel in 5 Abtheilungen von Holbein.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in W n > o a v e u.