gebräunten und doch bleichen Gesichte ; man sah eS ih m gleich an, daß er einsichtsvoll, pfiffig, wohlgelaunt und ein Spaßvogel war. „Sie sind willkommen," redete er mich an; „Alle, die der vortreffliche Don Jose mir empfiehlt, sind meine Freunde. Darf ich höflich fragen, ob sich der Herr längere Zeit hier aufhalten wird?"
„Schwerlich werde ich lange in diesem Lande bleiben. Ich möchte heute Abend noch weiter, meine aber, daß die Reise nicht ohne Büchsenknall und Kugelpfeifen abgehen wird."
„Bei Gott, da haben Sie ganz recht. Der Himmel möge Sie beschützen!" entgegnete der Spanier ernst. „Ein guter Mantelsack findet hier im Lande manchen Liebhaber. Unter uns, Caballero, man ist Ihnen auf der Spur. Seit einigen Tagen sind wohl ein halbes Dutzend Männer hier gewesen, und haben sich nach Ihnen erkundigt. Sie vermutheten bei Ihnen Dublonen, Dollars und das hübsche Pferd wird auch seinen Liebhaber finden. Kennen Sie den Richter Peters?"
„Er hatte die Ehre, mit meiner Reitpeitsche Bekannt- schaft zu machen. Der ehrliche Mann wollte mir in Gal- veston mein Pferd stehlen." 1
„Lesen Sie doch gefälligst diesen Brief, den ein mit mir in Verbindung stehender Mann mir heute geschickt hat. Wir sind hier wie in ewigem Kriegszustände. Allerlei List, Hinterhalt, Plünderung, Ueberfall kommt häufig vor, nicht selten auch Mord. Bald schwärmen Indianer, bald Teraner auf der Prairie umher, und sind Dörfern und Städten zur Last. Das ist die Freiheit, welche wir jetzt genießen. Ich muß sehr vorsichtig und immer auf der Hut seyn. Mein Späher ist ein alter französischer Handwerker, auf dessen Redlichkeit ich bauen darf. Aber lesen Sie doch." (Forts, folgt).
Miszellen.
Der Wiener-Triester Postwagen wurde am Dreikönigstage am Gabriker Berge in der Nahe von Senosetsch spät am Abende zum Anhalten gezwungen, da eine furchtbare Bora und ein ungeheures Schneegestöber jedes Weiterfahren unmöglich machte. Der Kondukteur David Spalda ließ die Pferde ausspannen und sandte den Postillon nach dem Orte zurück. Dieser suchte Hülfe, allein Niemand wollte sein Leben dem fürchterlichen Elemente Preis geben. Fünf Männer, welche der Kondukteur schon früher als Anhalter mitgenommen hatte, harrten mit den Passagieren rathlos am Postwagen. Endlich wagte sich der Senosetschcr Amtsgerichtsdiener Gullin in den Sturm und gelangte glücklich zum Postwagen. Die Passagiere waren ein k. k. Major, seine Gattin und zwei Kinder von 9 und 11 Jahren. Der Wagen
stack bereits bis über die Räder im Schnee. Die Passagiere getrauten sich nicht, denselben zu verlassen, denn Bora und Schneewehen nahmen von Minute zu Minute zu. Gullin und die 5 Anhalter wateten bis zum Wirthshause am Berge. Da letztere schon ganz erstarrt waren , so begab sich Gullin allein nach dem Dorfe Sinadolle und fand 5 muthige Insassen, welche sich mit ihm durch das Wetter bis zum Postwagen durchkämpften. Das ganze Fuhrwerk war schon verschneit, die in Todesangst schwebenden Passagiere wurden herausgeholt; Gullin trug die zwei Kinder und die Anderen unterstützten den Major uud seine Gattin. Der Kondukteur Spalda verließ den Wagen um keinen Preis; er wollte von dem ihm anvertrauten Gute nicht scheiden. Nach einigen Stunden, als das Wetter nachgelassen hatte, wühlten sich die früheren Retter zum zweiten Mal bis zum Postwagen durch und fanden ihn in einen Pelz gehüllt im Wagen. Er war noch am Leben.
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Nach französischen Angaben stellt sich das Verhältniß der verschiedenen Religionen, in Bezug auf die Zahl ihrer Bekenner, ungefähr folgender Maßen heraus: der Budhismus 400 Mill; das Christenthum 230—250 Millionen; der Brahmaismus 200 Millionen; der Islam 130—150 Millionen; der Fetischismus 80—100 Millionen; daß Judenthum 4—5 Millionen Die letztgenannte ist demnach unter den Weltreligionen diejenige, welche die kleinste Zahl von Bekennern begreift. Die Juden sind folgender Maßen verteilt: 1,200,000 im russischen Reiche; 631,000 im österreichischen Kaiserstaat; 600,000 in Marokko und dem Norden Afrika's; 500,000 in der astatischen Türkei; 250,000 in der europäischen Türkei; 214,000 in Preußen; 175,000 in den übrigen Staaten des deutschen Bundes; 100,000 in Amerika; 701,000 in Frankreich; 52,000 in den Niederlanden; 13,000 in England; 6000 in Dänemark; 1594 in Belgien; 850 in Schweden. In Norwegen werden sie bis jetzt nur als Reisende für einen temporären Aufenthalt geduldet.
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Die Größe Londons läßt sich auch aus folgender statistischen Notiz ermessen: laut amtlichem Bericht haben im Laufe des vergangenen Jahres in London und seinen Vorstädten nicht weniger als 835 Feuersbrünste stattgefunden, wodurch zwischen 400 und 500 Häuser zerstört wurden und 20 Personen ihr Leben verloren. Es kamen also auf jeden Tag mehr als zwei Feuersbrünste, und es verging kein Tag, wo nicht ein oder zwei Häuser durch Feuer zerstört wurden.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Samstag, den 2. Februar. Der Freischütz, Romantische Oper in 3 Auszügen von Friedrich Kind. Musik von C. M. von Weber.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchbandlung in Wirt baden.
