lich auf Manches, was an das Urchümliche noch sehr erinnert; doch wie könnte das anders seyn?
Der Rebenbau erstreckt sich allmählig immer weiter dem Fluffe aufwärts; und abwärts, auch vom Strome landeinwärts, wo zwar der Boden dürftiger wird, doch für das Gedeihen der Rebe noch immer sehr geeignet ist, so daß mehrere Meilen von der Stadt zum Theil die schönsten und einträglichsten Weinberge angetroffen werden.
Mit der Isabella und Kaprebe hatte man begonnen, und gewinnt davon noch immer einen zwar leichteren, aber sehr angenehmen Wein. Man ersetzte später jene Rebe fast allgemein durch die bekannte Catawba, welche einen feurigen, schweren Wein liefert, der aber wahrscheinlich erst nach längerer Ablagerung seine volle Güte erlangt. Einzelne Versuche sind theilweise außerdem mit vielen Rebsorten gemacht worden, doch scheint es, daß die meisten europäischen Sorten schlecht gedeihen, und den einheimischen veredelten weit nachstehen. Rothe Gutedel, schwarzer und rother Burgunder rc. gaben guten Ertrag, werden aber übertroffen durch die s. g. North und South Virginia, Ohio grape, Missouri native, Lenor rc. Die Halifarrebe liefen einen dunklen, bläulichen, äußerst würzigen Saft mit Veilchenduft und verdient besonderer Beachtung. Am höchsten stelle ich unbedingt den Most einer Rebe, von welchem ich jedoch nur ein einziges Exemplar vorfand, Missouri hirdt’eye genannt ; es waren einige Flaschen Wein von dieser Rebe gewonnen worden, und ich zweifle, ob dieser edle Saft an innerem Gehalte durch irgend ein anderes Gewächs übertroffen werden kann. Diese Rebe scheint indessen viel Sorgfalt zu erfordern. — Außer der gewöhnlichen braunen Catawba wird auch die blaue und schwarze, doch in geringer Ausdehnung, angebaut. — Die Sc.uppcr- nong, einheimisch in den Carolina's, in Alabama rc. ist bis jetzt nur in zwei Exemplaren da, und liefert noch keine Ernte.
Die Besitzer von Grundeigenthum in und um Hermann können bei den Preisen, zu welchen dasselbe bereits gestiegen ist, als wohlhabend angesehen werden; die Stadt besitzt gute öffentliche Gebäude, einen ansehnlichen Schulfond, baut eine kostbare Brücke rc., und so kann man Edie ganze Unternehmung als eine auch in pekuniärer Hinsicht gelungene betrachten. Zu ähnlichen Unternehmungen mit nicht geringerer Aussicht auf glücklichen Erfolg finden sich noch Stellen in Menge, und zur Vermeidung mancher Fehler könnten die Erfahrungen der Her- männer Deutschen benutzt werden. Alles kommt darauf an, daß von Anfang die rechten Männer an die Spitze treten.
Der Weinbau an Missouri ist nicht auf Hermann beschränkt, sondern dehnt sich rasch dem Strome ab- und aufwärts aus; auch am Merrimak, am Osage ic. wird damit ein Anfang gemacht, weniger bis jetzt am Mississippi, obwohl auch dieser Fluß Lagen darbietet (z. B. in der Nähe von Louisiana, 120 Meilen oberhalb Saint LouiS), welche von der Natur für den Rebenbau vorzugS, weise bestimmt zu seyn scheinen. — Dieser Zweig der Industrie wird wohl für immer hier hauptsächlich in den Händen der Deutschen bleiben.
Miszelle n.
Stuttgart, 18. Januar. Mordschläge scheinen hier an die Tagesordnung kommen zu wollen. Gestern Abend wurde bei der Redaktion des „Staats-Anzeigers" ein starker Knall gehört. ! Ein Polizeibeamter, welcher eben am Hause vorbeiging, forschte nach der Ursache des Knalls, und es zeigte sich, daß ein Mordschlag mitten in Spähne hinein gelegt worden war. Zum Glück entzündeten sich die Spähne nicht, und es wurde überhaupt kein weiterer Schaden dadurch verursacht. — Ein anderer ganz interessanter Fall ereignete sich vor ein Paar Tagen mit einem Mordschlag. Die Wittwe Hurlebaus in der Bachstraße sah Nachts zufällig zum Fenster hinaus. Gerade vor ihrem Gesichte baumelte ein mit Bindfaden umwundenes Stück Holz an einer Schnur. Neugierig nahm sie das Ding in die Hand, zog es in die Stube herein und betrachtete es. Ein Mädchen, das im Zimmer war, rief: „Schmeißen Sie es weg , es brennt was d'ran!" Sie hielt das Ding immer noch in der Hand, wollte i immer noch ihre Neugierde befriedigen, der Zunder aber brannte ; fort und das Mädchen schrie nochmals warnend ihr zu. Endlich warf sie das Holzstück von sich weg zum Fenster hinaus, und kaum flog es im Freien, so entlud es sich mit einem furchtbaren Knall.
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Der Adel zu Mailand hat beschlossen, in dieser Saison das Scalatheater nicht zu besuchen. Die Damen gaben bei diesem Beschlusse den Ausschlag und in der That war bei der Eröffnung keine Dame aus der Haute volée im Theater sichtbar. Die Logen waren von Bürgerlichen besetzt.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Donnerstag den 24. Jan. Stadt und Land, oder: Der
Viehhändler aus Ober-Oesterreich, Posse mit Gesang in 2 Akten von Friedrich Kaiser. Musik von Adolf Müller.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
