und zu erquicken gegenüber dem modernen wâlschen, undeutschen Wesen, dem fremden finstern Bann, der sich verpestend über Deutschlands Fluren lagert. In keinem Hause, wo deutsche Bildung und Christenthum noch nicht Namen ohne Bedeutung sind, 'bars daS Buch fehlen. Kein lieberes Geschenk wird die Mutter der sinnenden Tochter, der Vater dem edelfühlenden Sohne machen. Welch ein Anblick: Walter, der fromme, deutsche, hel- denmüthige und starke Jüngling; A m a r a n t h, die stille, demüthig entsagende und im Glauben herrlich bewährte deutsche Jungfrau, und beiden gegenüber Ghismund a, die von allen Reizen und aller Gluth eines südlichen Himmels getragene Jtaliânerin , das emanzipirte, ent# christlichte, in stolzer Geistesfreiheit dem Tempel des Genusses zuwallende Weib!
Miszellen.
Unterm 17. Jan. schreibt man aus Paris: Wir stecken hier in einem Schnee, wie man ihn seit 1840 nicht gekannt hat. Paris ist eine wahre Cloake geworden, da die Versuche, durch Menschenhände den Schnee hinwegzuschaffen, ganz vergeblich sind. Die Wagen können durch den Schnee kaum durchkommen, und häufig begegnet man Omnibussen, deren Passagiere neben denselben hin zu waten genöthigt sind. Auch aus den Departements laufen unausgesetzt Nachrichten von dem ungewohnt starken Schneefall ein, der in den Bergländern die Wölfe aus ihren Schlupfwinkeln hervortreibt und mitunter auch Menschen und Thieren das Leben kostet, wie denn z. B. zu Bareges in den Pyrenäen 13 Häuser verschüttet worden sind. Die Eisenbahn in der Gegend von Troyes war gestern gar nicht mehr zu befahren. Drei Lokomotiven, aus einmal mit dem Maximum der Geschwindigkeit gegen die Schneemassen geschleudert, vermochten nicht durchzukommen, und man war genöthigt , die Garnisonen der Umgegend zu requiriren, um die häuserhohen Schneemaffen von der Bahn hinwegzuschaffen.
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Im San Carlo-Theater zu Neapel wurde neulich eine Oper von Verdi nach Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe" unter dem Titel „Luise Miller" aufgeführt. Die Oper soll einige schöne Stücke enthalten, aber die neapolitanischen Kritiker halten sich darüber auf, daß der Komponist sich in dieser Oper mehr vom italienischen Geschmack weg und der deutschen und französischen Schule zugewandt habe.
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Die englischen Blätter streiten darüber ob mit dem Neujahr 1850 die erste Hälfte dieses Jahrhunderts abgelaufen sey , oder ob dieß erst am 31. Dez. 1850 der Fall seyn werde. Die Mehrzahl neigt, und wohl auch mit Recht, zu der letztern Ansicht.
Die Kreuzzeitung hat mancherlei Leiden und Aerger zu erdulden. So muß sie erleben, daß die „Bürger- und Bauernzeitung" meldet: „Die Frau des Herzogs von Dessau in gestorben." Die Kreuzzeitung vom 8. Januar findet keine Worte, diesen Ausdruck zu brandmarken: Frau des Herzogs von Dessau!
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Ein furchtbares Ereigniß berichtet man aus dem Departement der Unteren Pyrenäen. Ein Gerichtsvollstrecker aus Sar- rancolin kehrte Abends vom Lande nach Hause zurück, als ihm einige Schritte vor der Stadt 5 Wölfe begegneten, welche der Schnee vom Gebirge vertrieben hatte. Nach den Spuren zu schließen vertheidigte der Unglückliche sich mit seinem Stocke verzweiflungsvoll gegen die wilden Thiere; zuletzt aber ward er von den Wölfen getödtet, in eine Bergschlucht geschleift und dort vollständig aufgefressen. Am folgenden Morgen fand man nur den zerbrochenen Stock, die Blutspur und weiterhin das Gerippe.
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Welche Höhe die bürokratische Vielschreiberei in Frankreich erlangt hat, ergibt sich aus den Untersuchungen, welche auf den Vorschlag hin, die Zahl der Beamten zu vermindern und die Gehalte herabzusetzen, von der Regierung angestellt worden sind. Die durchschnittliche Zahl der Schreiben, welche in den Generalsekretariaten der einzelnen Departements zur Einregistrirung kommen, beträgt nicht weniger als 120,000 jährlich (sonach in ganz Frankreich über 10 Millionen); die Zahl der Schreiben aber, welche von den Generalsekretariaten abgesandt werden, beträgt nahezu das Doppelte.
Braunschweig, 18. Januar. Ein Theaterstück von Rob. Gricpenkerl: „Robesvierre", welches der Verfasser durch Selbstvorlesen in den norddeutschen Städten bereits bekannt gemacht hat, ist gestern hierunter großem Zudrange und außerordentlichem Beifall zur Aufführung gelangt. *) Alle Zeitungen, und namentlich die Berliner, welche bis jetzt von dem Stücke Notiz nahmen, haben ihm ein bis zur Ueberschwänglichkeit enthusiastisches Lob ertheilt. Nur die Grenzboten verkünden das schlechthinnige Gegentheil alles dieses Lobes, indem sie das Stück roh nennen, weil es von einem verbildeten Geiste und aus falsche Wirkungen ausgehe, ja sie bezeichnen es durchweg als „nichtsnutzig." Wir stellen diese Urtheile einfach nebeneinander.
*) Werden wir dieses Stück, welches schon seit Monaten die Presse beschäftigt, auch in Wiesbaden bald zu sehen bekommen?
Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Donnerstag den 24. Jan. Stadt und Land, oder: Der Viehhändler aus Ober-Oesterreich, Posse mit Gesang in 2 Akten von Friedrich Kaiser. Musik von Adolf Müller.
Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
