Ufern, wo sich der Fortbewegung die meisten Hindernieff in den Weg stellen; doch laufen auch Spalten quer durch die ganze Breite des Gletscher, aber niemals durch dessen Länge, was offenbar für die Annahme jener Ursachen der Zerreißung einen weiteren Beweisgrund abgibt.
Die Breite dieser Spalten ist anfänglich selten mehr als einige Linien, erweitert sich aber unter dem Einflüsse der wärmeren Luft oft bis zu mehreren Fuß, und wo viele solcher Spalten vorkommen, wie namentlich auf dem Rhone- und Grindelwald-Gletscher, oder auf den meisten Gletschern Chamounir's, da wird der Besuch derselben um so gefährlicher, je tiefer dieselben hinabdringen, was auf dem Umeraargletscher bis auf 700 Fuß be, merkt worden ist.
Prachtvoll ist der Anblick dieser Spalten in Beziehung der Farbe. Das zarte Lichtblau mit einem schwachen Stich in's Grün auf blendenvem Weiß ist eine Erscheinung , die nur den Gletschern eigen ist und da am auffallendsten und überraschendsten dem Auge entgegentritt, wo das abfließende Wasser sich am Ausgangspunkte der Gletscher eine weite, gewölbähnliche Bahn gebrochen und wo die Sonnenstrahlen die Pracht jenes Farbenspiels ungemein erhöhen. Von besonderer Berühmtheit sind in dieser Beziehung die. Grotten des Rosenlauigletschers, sowie des Schneegletschers in der Schweiz und des mer de glace in Chamounir.
Aber auch gefährlich sind diese Spalten beim Besuche der Gletscher, und zwar nicht allein, wann sie einem i offen entgegenstarren und bei jedem Fußtritt zu verschlingen suchen, sondern mehr noch, wenn ihre Eingangsöffnung vom Schnee verschlossen und unsichtbar geworden ist, und so die Gefahren sorgfältig selbst dem kundigen Reisenden verbirgt. Wenn irgendwo in den Alpen Vorsicht erfordert wird, so ist es hier,und daher lasse man den erfahrenen Führer immer voraüSgehen, oder in Ermangelung eines solchen prüfe man mit dem langen Alpenstocke jeden zu machenden Fußtritt sorgfältig vorher.
(Fortsetzung folgt.)
Miszellen.
Ein höchst possirlicher Fall ereignete sich dieser Tage in Pesth. Ein als Marodeur hier zurückgebliebenerCircassier sprach zufällig in einer Schenkstube ein, und als er in dem anstoßenden Speisesaale Musik hörte, drang er neugierig näher und stand nicht wenig verdutzt, als er die glänzende Beleuchtung, die duftenden Speisen bemerkte. Solcher Dinge mag sich wohl nicht einmal ein tapferer Chan des Kaukasus zu erfreuen haben. Einer der
Anwesenden machte sich das Vergnügen, ihm einige Speisen verabreichen zu lassen. Dem Naturkinde behagte diese Gastfreundschaft ungemein, und als der geldsammelnde Musiker mit dem Teller sich auch seinem Tische nahte, glaubte er wahrscheinlich, daß man in diesen wirthlichen Hallen nächst den köstlichen Speisen auch noch mir Geld regalirt werde; deßhalb griff er also mit voller Hand zu, und nur einer längeren theils mimisch geführten Kapazitation gelang es, die Guldenvierteln aus dem engen Behältnisse seiner markigen Faust zu befreien.
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Nach den neuesten Berichten von Gützlaff hat China einen Umfang von 1,298,000 (engl.) Quadratmeilen (drei Fünftel von dem Areal Rußlands) mit einer Bevölkerung von 367,000,000 Seelen. Diese ungeheure Zahl wird weniger überraschen, wenn man bedenkt, daß in China auf den Kopf 2 */3 Acker, in England und Wales dagegen auf den Kopf nur 2 Acker kommen. Die dichteste Bevölkerung ist in den überaus fruchtbaren Seeprovinzen. Die Regierung eristirt von dem Ertrage der Salz-und der Reißsteuer, der sich freilich in den letzten sechs oder sieben Jahren um % vermindert hat. Folge davon ist das Herannahen einer gewaltigen Krisis, zugleich genährt durch die Unfähigkeit der Behörden, das friedliche Volk im Innern des Landes vor Räubern und Plünderung und die Küsten vor Piraten zn schützen. Es geht eine demokratische Bewegung durch das chinesische Volk. Das Defizit in den Staatseinnahmen betrug im vorigen Jahre 15,000,000 Pf. St., so daß der Kaiser die seit Jahrhunderten verfallenen Gold-, Silber- und Kupferminen, wenn auch ohne besonderen Erfolg, wieder in Angriff nehmen ließ. Die Gemeinden leisten den Befehlen des Kaisers systematischen Widerstand, kommunistische Prediger muntern zur Theilung des Eigenthums auf, „denn der Arme werde immer ärmer und der Reiche immer reicher" — mit Einem Worte: auch das himmlische Reich unterliegt den Wirkungen der Zentralisation und des Despotismus.
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Kinkel's Lage im Zuchthause zu Naugardt ist noch wenig erleichtert worden. Vom Spulen freilich ist er erlöst, dafür aber muß er sein tägliches Pensum a b sch r e ib e n. Von Büchern sind demselben nur die Bibel und ein Liederbuch gelassen, jede andere literarische Beschäftigung ist dem unglücklichen Manne durch den Minister des Innern ausdrücklich verboten. Die Beköstigung desselben erfolgt nach der Zuchthausordnung, seine Kleidung ist die eines Sträflings, jedoch wird ihm eine längere Zeit als früher zur Erholung in freier Luft vergönnt. Wie viel gnädiger wäre in diesem Falle Pulver und Blei gewesen, als die Begnadigung zu solch einem Leben!
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Dienstag, den 15. Januar. Wallensteins Tod, Trauer- ' spiel in 5 Auszügen von Schiller.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
