Veranlassung gegeben ' hat und von den Führern noch immer erzählt wird, als wüchsen die Gletscher regelmäßig sieben Jahre lang und nehmen mit derselben Regelmäßigkeit wieder ab, was jedoch weder in einer so bestimmten Zeitfolge, noch auch innerhalb einer so gemessenen Gränze beobachtet wurde. Manche Gletscher, wie namentlich zu Grindelwald und Chamounir, steigen sogar bis zu 3200' über das Meer hinab, und verwüsten gesegnete Weideplätze und fruchtbare Felder, während sich andere, selbst in der geschichtlichen Periode, weit zurückgezogen haben.
Als ich vor drei Jahren den Unteraargletscher zum Erstenmale besuchte, fand ich einen Herrn Dollfuß dort beschäftigt nach der Anleitung des Herrn Agaffiz die Schnelligkeit, womit dieser Gletscher sich voran bewegt, zu ermitteln. Da diese Untersuchung lange Zeit und große Aufmerksamkeit erforderte, so hatte er sich auf das linke Ufer des Gletschers in einer Hohe von etwa 200' bei einer Stunde Entfernung vom sogenannten „Abschwung" eine solide, zwei Zimmer und eine Küche enthaltende Hütte bauen lassen, um dort einige Monate unausgesetzt zubringen, und den Gletscher in seiner größeren Ausdehnung ganz überschauen zu können.
Diese Hütte besteht noch jetzt und zwar unter demselben Namen (Hotel des Neuchâtelois) , wie einst die Agassiz'sche auf dem Gletscher selbst, und dient denjenigen, welche dort übernachten wollen, noch immer als Aufenthaltsort. Dollfuß war mit den mannigfaltigsten Instrumenten versehen, namentlich aber mit sehr sinnreichen Meßinstrumenten, mit Barometern, Thermometern, Hygrometern und mancherlei Vorrichtungen, um den Grad der täglichen Wärme-Einwirkung und die dadurch bedingte Abnahme auf der Oberfläche der Gletscher annäherungsweise zu ermitteln. Alle diese Instrumente waren in voller Thätigkeit und lieferten die intereffan- testen Resultate, besonders in Beziehung der Schnelligkeit der Gletscherbewegung, welche sich auf dem Unteraargletscher im Mittel auf 0,210 Millimeter des Tages herausstellte. Jedoch ist jene Bewegung nicht in der ganzen Ausdehnung des Gletschers gleichmäßig, sondern nimmt ab von oben nach unten im Verhältniß von 7 :2 und nahm am Tage, als ich dort anwesend war, ab von der Mitte nach dem Ufer hin im Verhältniß von 18 :3.
(Fortsetzung folgt.)
war zuerst Bedienter eines ausgezeichneten Generals; seitdem ist er beständig im Dienste gewesen und hat alle Grade bis zum General durchgemacht. Man hält ihn für einen Mann von mittelmäßigem Talente, aber für sehr tapfer. Seine Farbe ist sehr schwarz, Nase und Lippen sind jedoch viel europäischer, als man von seiner Farbe erwarten sollte. Sein Kopf ist kahl; er reitet gern spazieren und läßt sich alsdann von Reitern, die Musik machen, begleiten. Er geht immer ohne Kopfbedeckung in seiner Hauptstadt umher und grüßt diejenigen, welchen er begegnet. Er trägt eine mit Gold überladene Uniform. Sein Alter beträgt etwas über 50 Jahre, seine Größe 5 Fuß 6 Zoll; er ist stark gebaut und wiegt beinahe 200 Pfund. Soulouque ist ein sehr guter Reiter, und in dieser Kunst sollen ihn Wenige übertreffen.
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Das „Morgenblatt" enthält interessante Mittheilungen über G. A. Bürger, von H. Pröhle. Es ist darin zum ersten Male die Bittschrift abgedruckt, womit sich Bürger an Friedrich den Großen wandte, um in seinen Diensten angestellt zu werden. Der Minister von Carmer hatte das Schreiben an einen Herrn ' v. Zedlitz gegeben, mit der Bemerkung, daß er dem Dichter eine Professur ertheilt sehen möchte, v. Zedlitz reskribirte darauf:
„Wenn auch gleich der jetzige Chur-Hannover'sche Justiz- Amtmann Bürger durch seine von Zeit zu Zeit herausgegebenen übersetzten Stücke des Homer eine nicht gemeine Kenntniß der Alten bewiesen und auch als Dich er sich bekanntlich Ruhm erworben hat, so ist er doch, wie das der Fall der heutigen mit dem Geniewesen sich auszeichnenden Schöngeister ist, zum Erzieher und Jugendlehrer nicht zu gebrauchen. — Ueberhaupt ist an Leuten, die die alten Sprachen verstehen, eben kein Mangel, und da ich besonders darauf Bedacht nehme, alle Gelegenheit aus dem Wege zu räumen, daß die Jugend keinen frühen Hang zu der alle Seelenkraft und alle zu Geschäften erforderliche Thätigkeit untergrabenden Pocterei bekomme, so kann ich mit gutem 5 Gewissen den Bürger, so sehr ich ihn auch schätze, in meinem Departement nicht versorgen."
In Aalen wurde neulich, wie man in würtembergischen Blättern liest, durch den Polizeidiener ausgeschellt: „Es wird hiermit bekannt gemacht, daß der große Elephant im Gasthof zum Bären angekommen und allda zu sehen ist; desgleichen der Herr Abg. Moritz Mohl in der Harmonie, allwo ihn seine Wähler hören können."
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Miszellen.
Eine Korrespondenz aus Port-au-Prince gibt folgende Einzelheiten über den neuen Kaiser von Haiti: Faustin
Samstag den 12. Jan. Clavigo, Trauerspiel in 5 Akten von Goethe.
Drück und Verlag der, L. Schellenberg'schen Hos-Buchhandlung in Wiesbaden.
