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sahen und von den Leuten auch als Gäste herzlich gern gesehen wurden. Einsichtsvolle Männer haben, wie ich mir sagen ließ, über diese Strenge und Ertödtung aller Munterkeit im Volke schon in gedruckten Werken und Schriften geklagt; der Kaiser hat die Gemeinden aus der srüheren Vormundschaft entlassen, und überhaupt eine angemessene Freiheit Jedermann zugestanden. Ich und Viele mit mir können es daher nicht begreifen, wie man dem Bauer noch immer alle ehrliche und öffentliche Musik, Tanz und gesellige Unterhaltung so beschränken darf. Darum bitte ich im Namen aller lebensfrischen ehrlichen Tyroler, daS hohe Ministerium wolle sich überzeugen, wie vas, was ich sagte, hier zu Land ganz wahr ist, und wolle die Obrigkeiten, welche aus Furcht vor den Geist­lichen strenger sind, als sie oft selbst wollen, durch eine deutliche Vorschrift ermuntern, daß ordentlichen Leuten Musik und ehrbarer Tanz frei und offen erlaubt, und sie dabei gegen Jedermann geschützt werden.

Dieses Gesuch ist im Wege der Landesstelle dem Kreisamte deS Gerichts, wo der Bittsteller wohnt, mit dem Auftrage zugeschloffen worben, „darüber das Amt zu handeln."

△ August von Platen

Von Hermann Prcsber.

(Schluß.)

Heine, der nur durch einige Seitenhiebe getroffen, opferte leider seinen Charakter seinem Witze, der III. Band der Reisebilver ist geschändet durch die niedrigste, den Mann entwürdigendste Gemeinheit, die er dem sittenreinen Dichter vorwirft. Nur noch einmal hat Heine seinen Namen ähnlich besudelt, als er den todten Börne auf das Niedrigste begeiferte, waS einem Dichter von so be­deutenden und edlen Anlagen gar nicht zu verzeihen. — Im Allgemeinen versagte man dem OedipuS die verdiente Bewunderung nicht. Von Platens Werken wären nur noch, da weder daS Schauspiel „Treue um Treue," noch die „Liga von Cambrai" ein Drama ohne Handlung, auf literarischen Werth Anspruch machen können, die' „Abbassiven" zu erwähnen. Dieses kleine, aber reizende epische Gedicht, hat den Dichter auf allen seinen Reisen durch Italien begleitet, und so finden wir denn auch in ihm alle Schönheiten und Wunder dieses herrlichen Landes niedergelegt. Die buntesten Bilder werden vor unserem Auge, in dem klaren und durchsichtigen Spiegel der Form, entfaltet, wir freuen uns ihrer Lieblichkeit, und werden von tiefer Sehnsucht erfaßt, wir geben unö mit einer inneren Zufriedenheit dieser kindlichen Märchen­

welt hin, und sind erheitert, wenn wir von den Gesängen scheiden.

Noch mehrere Jahre wanderte Platen in Italien umher, als ihn der Tod am 5. Dez. 1835 im 39. Jahre seines Lebens ereilte. Ein edles deutsches Herz hatte ausgeschlagen, leider in der Fremde mehr bewundert und geehrt, als in seinem Vaterlande, und noch immer wird dem Dichter nicht die Gunst zu Theil, wozu ihn sein Charakter, sein Leben, seine Poeste berechtigen; noch immer steht er dem Herzen der Nation ferne; er, der nichts im Auge hatte, als den Ruhm seines Volkes, kalt wirb er gescholten von denen, die nicht Gesinnung genug haben, um die Flammen seines Patriotismus zu be­wundern, marmorglatt von denen, die selbst kein Herz zu dem Lesen seiner Werke mitbringen — nein! er ist wahrlich nicht kalt! man kann für den glüh end'sten und gigantischsten aller Dichter, für den Lord Byron, schwärmen, ohne daß dabei die Liebe zu Platen sich ver­minderte. Möge ein innigeres Vertiefen in seine Schö­pfungen stattfinden, damit des edlen Sängers Hoffen:

„Es werden später meinen Geist in Eden

Beschwören und entschuldigen und sagen:

Er dachte groß, wie konnt er kleinlich reden." in Erfüllung gehe, damit seine Manen versöhnt werden.

§ Reisefkizzen

Von Dr. Schirm.

Die Schnee- und Eiswelt der Alpen.

Was in den Alpen gewöhnlich das meiste und leb­hafteste Interesse erregt, sind die Gletscher und Schnee­felder, jedoch begnügt sich bei weitem der größere Theil der Reisenden schon damit, sie gesehen zu haben und kümmert sich in der Regel nicht weiter um deren eigen­thümliche Natur, obgleich gerade diese eS ist, die des Belehrenden so vieles bietet und den aufmerksamen Be­obachter so unwiderstehlich fesselt. Was wiederholte Anschauung und längeres Studium dieses Gegenstandes mich gelehrt, möge hier, so weit es allgemeines Interesse haben kann, in kurzen Worten seine Stelle finden.

Die eigentlichen Gletscher sind keine Eisberge und was sich als solche dem unkundigen Auge schon in wei­ter Ferne darbietet, sind in der Regel nur Schneefelder, aus denen die Gletscher sich allmählich bilden und fort­während unterhalten werden. In der höhern oder eigent­lichen Schneeregion der Gebirge gefrieren meistens daS ganze Jahr hindurch die Wasserdünste, welche sich von Land und Meer unaufhörlich erheben unv von jenen Bergen wie von mächtigen Magneten unwiderstehlich