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oder verderbliche" Willkühr sich nicht kümmert, welche gerne von den „unveräußerlichen Menschenrechten" spricht, jedoch die bestehenden Rechte als unerträglichen Zwang verdächtigt und anfeindet. ES geschah von Seiten de­rer , welche sich gerne auf Gewissens- und Glaubens- freiheit, auf die Freiheit der Gedankenwelt berufen, hie­rin jedoch mehr nur ein Aushängeschild für das unge­störte Belassen ihres auf Wegschaffung alleS höheren Haltens ausgehenden Treibens sich zu sichern streben. Dieses Bild, 8u München erschienen mit der Inschrift: „Noch ein Todtentanz" sucht, ebenfalls auf sechs Feldern, den Gedanken durchzuführen und annehmbar zu machen, daß die Fürsten im vorigen Jahre des nie- dern Volkes blutige Aufstände durch verkappte Aufwieg, ler selber veranlaßt hätten, um hierdurch Vorwand zu bewaffnetem Einschreiten, zu rachgieriger Unterdrückung der Rechte und zu schonungsloser Rücknahme der ^Er­rungenschaften deS Volkes zu erhalten. Daß hierbei auf die schlaue Tücke der Jesuiten und Pfaffen sowie auf die Blutgier der Soldaten als feiler Soldknechte herge­brachte Seitenhiebe fallen, darf ebenso wenig verwun­dern , als der in seiner Allgemeinheit leere Gedanke bei der Schlußabrundung deS Volkes befremden, daß näm­lich die Fürsten bei der erneuerten Knechtung ihrer Völ­ker und dem mörderischen Wüthen wider dieselben nur gemißbrauchle Handlanger deS Todes gewesen, die Frei­heit aber, auS dem Grabe der Freiheitshelden mit ver­jüngter Kraft auferstanden , siegreich aus allen Unter­drückungskämpfen hervorgehen und ihre Dränger und Feinde als Gebrandmarkte der Vernichtung anheimge­ben werde. (Schluß folgt.)

Miszellen.

Tübingen, im Dezember. Der Stuttgarter literarische Verein, der im Jahre 1839 gegründet wurde, verspricht die Ent­wicklung einer neuen Thätigkeit, die desto löblicher ist, je weniger die von der Tagesbewegung fast gänzlich aufgezehrte Thätigkeit des Buchhandels für solche Unternehmungen Raum hat, welchen der literarische Verein gewidmet ist. Zweck des literarischen Vereines ist nämlich die Herausgabe alter werthvoller Werke (nach Handschriften, auch nach seltenen Drucken) aus dem Ge­biete der Geschichte und Literatur Deutschlands. Jedes Mitglied hat zu Anfang jeden Jahres einen Beitrag von eilf Gulden rheinisch zu entrichten und enthält dafür ein Eremplar der im Laufe des Jahres von dem Vereine herausgegebenen Werke. Die Schriften des literarischen Vereines werden nicht in den Buch­handel gegeben. Die Zahl der veranstalteten Abdrücke richtet sich nach der Zahl der Mitglieder. Bis jetzt sind siebenzehn

Bände herausgegeben, und vier neue werden vorbereitet. Die Leitung haben der rastlos thätige Professor Keller als Präsi­dent und Dr. W. Holland übernommen, zwei verdiente Ge­lehrte unserer Universität, deren vereintem Streben wir in jünge­rer Zeit mehrfach begegnet sind, so bei der Herausgabe der „Lieder des Grafen Heinrich von Würtemberg" (Tübingen, Fues), und der Herausgabe eines Bruchstückes von Walter's von Rheinau Marienleben (eben daselbst).

Lamartine hatte vor einiger Zeit dem Divan seinen Wunsch kundgegeben, sich in der Türkei niederzulassen. Obgleich ein Ge­setz den Franken die Ansiedelung untersagt har, so hat der Sultan ihm jetzt in der Nähe Smyrnas eine Strecke Land von 3500 Hektar, nebst den nöthigen Gebäuden zum Geschenk gemacht; man sieht seiner baldigen Ankunft entgegen. (?)

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Wie man vernimmt, soll nun die Ruhmeshalle bei Kellhetm mit erneueter Thätigkeit wieder in Angriff genom­men werden. Hr. Prof. Halbig ist, von einem jungen Künstler begleitet, vorgestern dahin abgegangen. Auch an dem großartigen Bau, der dem kolossalen Standbild der Bavaria auf der Theresienwiese bei München gleichsam als Rahmen dienen wird, sollen, sobald die Wiederkehr der besseren Jahreszeit es erlaubt, die Arbeiten mit aller Energie wieder ausgenommen werden, um denselben, der schon weit vorgeschritten ist, rasch seiner Vollen- dung cntgegenzuführen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl.

Museum

Wiesbaden. Montag, den 7. Januar. Dritte Zusammenkunft der Mitglieder.

1) Kaiser-Quartett von Haydn; 2) Deklamation, Salas y Gomez von C h a m i s s o; 3) Gesang: Lieder von Beethoven; 4) Biolinsolo; Adagio von Beethoven und Tremolo von Beri ot; 5) Vokal-Quartett von Schubert.

Anfang 7'/, Uhr.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag den 5. Jan. Der Liebestrank. Komische Oper in 2 Akten, Musik von Donizetti. Adine, Frl. Fanny Cornet, von Hamburg als Gast.

Sonntag den 6. Jan. Weihnachten. Phantastisches Mâhr- chen in 1 Akt von W. Hesse. Musik von G. Schmidt. Hierauf: 14 Mädchen in Uniform. Vaudeville-Poffe in 1 Akt von Angely.

Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.